VonAmy Walkerschließen
Wer lange arbeitet, erhält eine gesetzliche Rente. Gibt es Jahrgänge, die besser dastehen? Eine Statistik der Rentenversicherung gibt Aufschluss.
Berlin – Wer nach Jahrzehnten harter Arbeit das erste Mal seine gesetzliche Rente erhält, der bekommt oft einen Schock. Denn die Rentenzahlungen reichen für viele Menschen nicht aus, um ihre Kosten zu decken. Im Durchschnitt bekommen Rentner und Rentnerinnen in Deutschland rund 1500 Euro im Monat.
Höchste gesetzliche Rente: Private und betriebliche Altersvorsorge weitere Säulen für Rentner
Die Politik warnt deshalb immer wieder davor, sich allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen, denn sie bildet nur eine Säule der Altersvorsorge. Nur zusammen mit einer betrieblichen und einer privaten Altersvorsorge ergibt die gesetzliche Rente Sinn.
Bei all den Klagen über niedrige Renten lohnt sich ein Blick auf die Statistik der Deutschen Rentenversicherung (DRV), die bis zurück ins Jahr 1960 (für Westdeutschland) aufzeigt, wie viel Geld angehende Rentner und Rentnerinnen so erhalten haben. Manche Jahrgänge haben da besser abgeschnitten als andere. Aber welche Jahrgänge erhalten denn nun die höchste Rente und bekommen am meisten Geld?
Höchste Rente in Deutschland: Diese Faktoren entscheiden über die spätere Rente
Zunächst einmal muss bei einer Aufstellung über die höchste Rente in Deutschland festgehalten werden, welche Faktoren denn generell die spätere Rente beeinflussen. Folgende Daten sind dabei entscheidend:
- Geburtsjahr
- Anzahl der Beitragsjahre
- Einkommen während des Arbeitslebens
- Entgeltpunkte
- Früherer Renteneintritt und dadurch ggf. Abschläge
- Bezug anderer Renten wie Hinterbliebenenrenten oder Erwerbsminderungsrente
Höchste Rente in Deutschland: Lohn und Entgeltpunkte eines Durchschnittsrentners zählen zu Faktoren
Wer also viele Beitragsjahre zusammen hat und während des gesamten Erwerbslebens einen guten Lohn bezogen hat, hat auch gute Chancen auf eine höhere Rente und möglicherweise sogar zu den jenen Rentner zu gehören, die die höchste Rente in Deutschland beziehen. Doch nicht nur die eigene Leistung zählt in unserem System; da sich die DRV insbesondere aus Mitteln der Beitragszahler finanziert, kommt es auch darauf an, wie die Wirtschaftsleistung im Land insgesamt aussieht – und wie gut man im Vergleich verdient.
Um das abzustecken, gibt es die Entgeltpunkte: Ein Rentenentgeltpunkt ist dabei so viel wert wie der Durchschnittslohn der arbeitenden Bevölkerung. Wer also über 45 Arbeitsjahre insgesamt 45 Entgeltpunkte gesammelt hat, gilt als absoluter Durchschnittsrentner, auch „Eckrentner“ genannt. Heute würde dieser Eckrentner 48 Prozent seines vorher bezogenen Bruttolohns als Rente erhalten.
Höchste Rente in Deutschland: 1957 war das Rentenniveau viel höher als heute
Um also wirklich zu vergleichen, wie gut oder schlecht es Neurentnern heute im Vergleich zu Rentnern und Rentnerinnen von früher geht, sind das alles Faktoren, die man im Hinterkopf behalten muss. In ihrer Statistik dazu zieht die DRV den Eckrentner heran und vergleicht, wie viel Rente dieser bekommen hat und wie viel Prozent das im Vergleich zu dessen Lohn war. Letzteres wird als Rentenniveau bezeichnet.
Wer im Jahr 1957 in Rente ging nach 45 Versicherungsjahren, hat demnach eine Jahresrente von umgerechnet 1478 Euro bezogen, das entspricht 123 Euro im Monat. Das entsprach dann einem Rentenniveau von 57,3 Prozent, war also eine ziemlich stabile Rente.
Höchste Rente in Deutschland: Jahrgang 1979 schneidet sehr gut im Vergleich zu Rentner von heute ab
Nochmal besser ging es dem Eckrentner, der 1979 in Rente ging und bei einem Rentenniveau von 59,0 Prozent insgesamt 7271 Euro im Jahr bekam, also 605 Euro im Monat. Ein Rentner, der 2023 in den Ruhestand ging, erhielt bei einem Rentenniveau von 48,2 Prozent insgesamt 18.040 Euro im Jahr, also besagte 1503 Euro im Monat. Die Generationen, die also heute in Rente gehen, bekommen so viel Geld wie nie zuvor – aber es ist im Vergleich zu dem, was sie vorher verdient haben, deutlich schlechter.
Rentner und Rentnerinnen, die heute in den Ruhestand gehen, haben also zwar ihr Leben davon profitieren können, dass die Wirtschaft größtenteils gut lief – wozu sie ja auch maßgeblich beitrugen. Doch zugleich haben sie in der Rente das Nachsehen, da die Boomer-Generation zahlenmäßig das System unter Druck setzt, sodass alle Neurentner vom Kuchen weniger abbekommen.
Höchste Rente in Deutschland: Renten lassen sich nur schwer vergleichen
Die vergleichsweise höchsten Renten in Deutschland haben somit die Jahrgänge bekommen, die beides hatten: Ein Leben lang eine brummende Wirtschaft mit immer steigenden Löhnen und zugleich ein Rentensystem, dessen Finanzierung auf vielen Schultern verteilt werden konnte. Das betrifft vor allem die Jahrgänge, die in den 1980er, 90er und 2000er Jahren den Ruhestand antreten durften.
Abschließend sollte man aber natürlich bedenken, dass es sich wirklich nur schwer pauschalisieren lässt, wer wann besser oder schlechter dastand. Denn neben den genannten Faktoren spielt auch noch folgendes eine Rolle: Geschlecht (Frauen haben in Westdeutschland durchschnittlich weniger Renten, weil sie weniger Beitragsjahre ansammeln konnten), Bundesland (Ostdeutschland und Westdeutschland sind vor 1990 schwer vergleichbar) sowie die Fragen nach der persönlichen Gesundheit und Umstände.
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