„Schwanke zwischen Traurigkeit und Depression“

73-jährige Rentnerin lebt in Obdachlosenunterkunft – weil sie keine bezahlbare Wohnung findet

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Die 73-jährige Rentnerin Susanne Burger lebt im Obdachlosenheim. Verzweifelt sucht sie nach einer Wohnung, die sie sich mit ihrer Rente leisten kann.

Weinheim – Wohl jeder wünscht sich einen glücklichen und entspannten Ruhestand. Doch für eine Rente ohne Sorgen ist es auch wichtig, eine Wohnung zu haben, in der man sich wohl und angekommen fühlt. Die 73-jährige Susanne Burger hatte dies eigentlich seit vier Jahren. Doch dann kam die Kündigung wegen Eigenbedarfs. Nun lebt die Rentnerin im Obdachlosenheim – eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist schwer, sagt sie dem SWR.

Rentnerin obdachlos: Andrang auf Sozialwohnungen riesig

Burger hat nicht viel Geld zur Verfügung. Sie schloss zwar bereits im Alter von 17 Jahren ihre Büro-Lehre ab und arbeitete ihr ganzes Leben. Dennoch erhält sie derzeit nur 600 Euro Rente im Monat. Nach ihrer Hochzeit bekam sie ein Kind, trennte sich schließlich aber von ihrem Mann und war ab diesem Zeitpunkt alleinerziehend. Dadurch war sie gezwungen, nur noch halbtags zu arbeiten. „Das macht sich heute in der Rente bemerkbar“, erklärt sie dem Sender.

In der Obdachlosenunterkunft zahlt Burger im Moment 150 Euro Miete. Hinzu kommen noch Kosten von 100 Euro für ihre Möbel, die sie eingelagert hat, bis sie wieder eine richtige Wohnung gefunden hat. Sie möchte raus aus der Stadt – in Weinheim sei es zu teuer, sagt sie. Sie würde gerne im Odenwald leben. Dort hat sie sich auch bereits Sozialwohnungen angeschaut, doch der Andrang war groß. „Da waren über 100 Leute da. Ich habe keine Zusage bekommen, war auch nicht zu erwarten“, erklärt die Rentnerin gegenüber dem SWR. Würde sie eine Wohnung bekommen, könnte sie dafür bis zu 650 Euro bezahlen – dank des Wohngelds.

Mit geringer Rente eine bezahlbare Wohnung zu finden, das ist nicht leicht, wie auch Susanne Burger weiß. (Symbolfoto)

Rentnerin findet keine Wohnung: „Zwischen Traurigkeit und Depression“

Die aktuelle Situation belastet Burger: „Ich schwanke zwischen Traurigkeit und Depression.“ Sie fühlt sich eingesperrt in ihrem kleinen Zimmer in der Obdachlosenunterkunft. Hinzu kommt, dass sie ihre geliebten Katzen abgeben musste, als sie aus ihrer alten Wohnung ausgezogen ist. „Das war sehr schlimm für mich“, sagt sie. Die 73-Jährige sucht also weiter, in der Hoffnung, bald eine bezahlbare Bleibe zu finden, in der sie dann ihren Lebensabend in Ruhe verbringen kann. (ph)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Gstettenbauer

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