VonPatricia Huberschließen
Bei der Auszahlung der Riester-Rente gibt es verschiedene Optionen. Jede bietet unterschiedliche Vor- und Nachteile. Ein Überblick.
München – Die Riester-Rente stand in der Vergangenheit oft in der Kritik. Häufig wurde eine Reform gefordert. Die Nullzins-Phase habe der privaten Altersvorsorge lange zugesetzt, erklärte Norbert Rollinger, Chef der genossenschaftlichen Versicherungsgruppe R+V, der Deutschen Presse-Agentur im Juni. Dennoch: Derzeit bestehen insgesamt 16 Millionen Riester-Verträge. Zehn Millionen davon sind Riester-Versicherungsverträge.
Wenn der Vertrag abgeschlossen ist, wird erst einmal Geld eingezahlt. Das ist zunächst recht simpel, doch wenn es an die Auszahlung geht, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten. Denn wie und wann die Riester-Rente ausgezahlt wird, kann sich unterscheiden. Die Möglichkeiten im Überblick:
Lebenslange Auszahlung der Riester-Rente
Dies ist wohl die klassische Auszahlungsmethode bei der Riester-Rente: Bei Rentenbeginn erhält man dann auch das erste Mal die Riester-Rente und bekommt sie dann bis zu seinem Lebensende als Zusatzrente. Wichtig ist jedoch: Man sollte ausrechnen, wie lange man in Rente sein muss, um am Ende auch die eingezahlten Beträge wieder rauszubekommen. So lässt sich auch erkennen, ob sich diese Form der Auszahlung lohnt.
Laut dem Fachportal Ihre-Vorsorge.de der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ist die lebenslange Riester-Rente besonders in diesen zwei Fällen rentabel:
- Wenn die Monatsrente möglichst hoch ist. So hat man recht schnell die eingezahlten Beiträge wieder heraus.
- Wenn man noch vor dem Erreichen der durchschnittlichen Lebenserwartung Gewinn mit der Riester-Rente macht.
Letzteres ist oftmals leider unrealistisch, da viele Verträge so gestaltet sind, dass man erst im Alter von 90 bis 100 Jahren den investierten Betrag wieder herausgeholt hat.
Riester-Teilauszahlung: Was es zu beachten gibt
Man kann sich einen größeren Teil der Riester-Rente auch direkt zu Rentenbeginn auszahlen lassen. Aber hier gilt die Grenze von 30 Prozent des gesamten Riester-Kapitals. Die übrigen 70 Prozent werden dann als lebenslange Rente ausgezahlt. Außerdem reduziert sich die monatliche lebenslange Rente durch die Teilauszahlung dann logischerweise und der Einmalbetrag der Teilauszahlung muss voll versteuert werden.
Kann ich mir die gesamte Riester-Rente auch auf einmal auszahlen lassen?
Eine gesamte Auszahlung der Riester-Rente ist möglich, aber eigentlich nicht so vorgesehen. Denn hierbei handelt es sich dann laut Gesetzgebung um eine schädliche Verwendung, was zur Folge hat, dass die komplette staatliche Förderung auf die Beiträge zurückgezahlt werden muss. Außerdem müssen nach der Auszahlung dann auch noch die gesamten Erträge versteuert werden. In der Regel ist dies also nicht wirklich lohnenswert.
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