Der Bundeswirtschaftsminister verteidigt die Pläne eines Flüssigerdgas-Terminals vor Rügen. Die Rügener Bevölkerung fürchtet derweil um Natur und Tourismus.
Berlin – Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat den am Standort Rügen geplanten Bau eines Flüssigerdgas-Terminals verteidigt. Der Grünen-Politiker sagte am Mittwoch in Berlin mit Blick auf die Energiekrise, aus seiner Sicht „sind wir noch nicht durch“. Er wies Vorwürfe zurück, es würden Überkapazitäten für Flüssigerdgas aufgebaut. Es müsse immer ein „Sicherheitspuffer“ mitgeplant werden, sagte Habeck. Er sei als Minister in der Verantwortung, die Energiesicherheit für Deutschland zu gewährleisten.
Habeck hatte am vergangenen Donnerstag zusammen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei einer Gesprächsrunde zu dem Thema in Binz auf Rügen die Pläne für ein Flüssigerdgas-Terminal bekräftigt. Scholz sagte, allein mit den Terminals an der Nordseeküste, mit Importen über westeuropäische Häfen und über Pipelines aus Norwegen komme man nicht zurecht. Man brauche auch im Osten Deutschlands Importinfrastruktur.
Angst um Natur & Touris: Mecklenburg-Vorpommern meldet Zweifel an
Zur offenen Frage nach dem genauen Standort plädierte Scholz während der nicht-öffentlichen Gesprächsrunde nach dpa-Informationen für den Hafen von Mukran. Nach Aussage von Teilnehmern verwies er mit Blick auf eine mögliche Alternative auf offener See auf technische Probleme. Auch Habeck hat demnach den Fokus auf Mukran gelegt.
Die Pläne sorgen seit Monaten für heftigen Widerstand auf der Insel. Kritikerinnen und Kritiker fürchten um die Umwelt und den für Rügen besonders wichtigen Tourismus. Auch die Schweriner Landesregierung hatte Zweifel angemeldet, ob das Terminal überhaupt benötigt werde, und eine Darlegung des Bedarfs eingefordert. (dpa/lf)