VonPatricia Huberschließen
Rheinmetall und Lufthansa Technik planen eine Zusammenarbeit. Ein neuer Schritt, der die Luftfahrttechnik-Sparte des Rüstungskonzerns stärken könnte.
Düsseldorf/Hamburg – Der Rüstungskonzern Rheinmetall plant laut Medienberichten, bei der Instandhaltung des Tarnkappenbombers F35 mit der Technologieabteilung der Lufthansa zu kooperieren. Die Partnerschaft soll laut einem Bericht von Business Insider am 19. September besiegelt werden. Weder Sprecher von Rheinmetall noch von Lufthansa Technik wollten den Bericht am Dienstag kommentieren. Es wird auch erwartet, dass der bayerische Anbieter von Elektroniksystemen, ESG, Teil des Projekts sein wird.
Rheinmetall: Neue Produktionsstätte ab 2025
Rheinmetall plant ab 2025, in einer neuen Produktionsstätte in Weeze (NRW) Rumpfkomponenten für das amerikanische Kampfflugzeug F35 zu produzieren. Der symbolische erste Spatenstich für die Anlage fand im August statt. Mit diesem Projekt beabsichtigt der Panzerhersteller, seine bislang eher kleine Luftfahrttechnik-Abteilung erheblich auszubauen.
Rheinmetall produziert im Luftfahrt-Bereich derzeit bereits Drohnen. Die Herstellung des wichtigen Bauteils für das hochmoderne Flugzeug stellt eine neue Produktlinie dar. Es wird erwartet, dass in der neuen Fabrik bis zu 450 Arbeitsplätze geschaffen werden. Rheinmetall ist ein Auftragnehmer des US-Rüstungsunternehmens Northrop Grumman, das seinerseits für Lockheed Martin arbeitet.
Lufthansa Technik und Rheinmetall: Starke Allianz gegen Airbus
Lufthansa Technik, die seit vielen Jahren die Flugzeuge der Luftwaffen-Flugbereitschaft wartet, plant ihre Präsenz im Verteidigungsgeschäft zu verstärken. Die Hamburger könnten insbesondere die Wartung der Flugzeuge und die Bereitstellung von Ersatzteilen übernehmen, ähnlich wie sie es seit vielen Jahren für zivile Unternehmen tun.
Mit dem neuen Deal machen Rheinmetall und Lufthansa auch dem Monopolisten Airbus Konkurrenz. Der deutsch-französische Flugzeughersteller hatte den F35-Deal abgelehnt, mit der Argumentation, dass sich das Geschäft nicht lohnen würde. Hier hat also nun insbesondere Rheinmetall die Chance genutzt, weiter auf einem neuen Markt vorzudringen. Hinzu kommt, dass sich Rheinmetall mit Lufthansa Technik einen äußerst starken Partner gesucht hat. Wie BI erklärt, hat sich Lufthansa Technik die drei größten Projekte aus dem Bundeswehr Sondervermögen geschnappt. Dabei handelt es sich um den Aufklärer Boeing P-8 Poseidon, den Transporthubschrauber Chinook und nun der F35. (ph)
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