VonLars-Eric Nievelsteinschließen
Tausende von Deutschen kehren der Bundesrepublik jährlich den Rücken. Oftmals locken wärmere Gefilde. Eine aktuelle Untersuchung hat die besten Orte für das Rentenalter analysiert.
Berlin – Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zufolge beziehen mehr als 1.540.000 Rentner ihre Rente vom Ausland aus. Rund 231.000 davon sind Deutsche. Für Auswanderer stellt sich dabei unweigerlich die Frage nach dem Ziel: Wohin soll die Reise gehen, wenn man die Bundesrepublik verlässt? Der Focus hat untersucht, welche Städte die besten Ziele für die Rente im Ausland sind.
Die besten Städte für den Ruhestand im Ausland
Grundlage dieser Untersuchung war ein Vergleich von 799 Städten auf der ganzen Welt, basierend auf Erfahrungen, die Nutzer auf der Vergleichswebsite Numbeo gepostet haben. Dabei standen zum Beispiel die Frage nach der durchschnittlichen Miete oder die nach den Lebenshaltungskosten im Vordergrund. Weitere Kriterien im Überblick:
- Die Gesundheitsversorgung
- Wie sieht es mit der Sicherheit vor Ort aus?
- Ist das Klima angenehm?
- Gibt es gute ÖPNV-Anbindungen und ausgebaute Straßen?
- Und wie steht es um die Luftqualität?
Insgesamt konnte eine Stadt in allen Kategorien bis zu 100 Punkte erreichen. Städte, die nicht in jeder Kategorie mindestens 25 Punkte bekamen, fielen aus dem Rennen.
Jedes Land konnte nur mit einer Stadt „teilnehmen“, Städte aus Krisenländern wie Russland, der Ukraine oder dem Iran wurden nicht berücksichtigt.
7: Osijek, Kroatien
Osijek ist die viertgrößte Stadt Kroatiens, reich an Geschichte und wuchs über die Jahre zu einer Metropole für Handel und Wirtschaft heran. Dem Reiseportal Tripadvisor zufolge gilt sie außerdem als gefragte Stadt für Kultur und Bildung. Osijek bietet ein großes sportliches Angebot; durch die umliegenden Gebirgszüge und das Drau-Flussufer sind alle Outdoor-Sportarten abgedeckt. Außerdem erzielt die Stadt „hervorragende Ergebnisse“ bei der Kriminalitätsrate und Umweltverschmutzung.
6. Bitola, Nordmazedonien
Bitola existiert bereits seit dem 4. Jahrhundert vor Christus und ist seit der Zeit des Osmanischen Reiches als „Stadt der Konsuln“ bekannt. Laut dem deutschen Portal Nordmazedonien war die Stadt für die Föderative Bundesrepublik Jugoslawien vor allem wegen ihrer Lage im Süden des Landes und der Größe von strategischer Bedeutung.
Heutzutage verfügt Bitola unter anderem über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz, vergleichsweise günstige Mieten und geringe Lebenshaltungskosten. Dafür aber gibt es beim Gesundheitssystem und der Luftqualität Luft nach oben.
5. Da Nang, Vietnam
Die vietnamesische Stadt Da Nang ist einer der Touristenmagneten des Landes. Neben langen Wanderrouten sind hier brandneue Resorts entstanden. Gleichzeitig, so berichtet Tripadvisor, ist der „Charme der Vergangenheit“ erhalten geblieben. Im direkten Vergleich besticht Da Nang vor allem durch ein gutes Gesundheitssystem und eher niedrige Lebenshaltungskosten. Die Mieten sind etwa 75 Prozent niedriger als die in Berlin. Allerdings bemängeln Ausländer vor Ort das tropische Klima und die Luftqualität als leicht unter Durchschnitt. Im 19. Jahrhundert war die Stadt von Frankreich kolonialisiert worden; im Vietnamkrieg diente die Stadt als militärischer Stützpunkt.
4. Weliko Tarnowo, Bulgarien
Vom 12. bis 14. Jahrhundert galt Weliko Tarnowo als historische Hauptstadt des zweiten bulgarischen Reiches. Bulgariaview bezeichnet sie als eine der ältesten Städte Bulgariens, erbaut rund um den Fluss Yantra. Neben einer ausgeprägten Industrie (Textil, Maschinenbau und Nahrungsmittel) prägt vor allem die Kultur Weliko Tarnowo.
Vor allem die günstigen Mieten sicherten der Stadt ihren Einzug in die Top 7. Diese liegen 80 Prozent unter dem Berliner Durchschnitt. Außerdem sind die Lebenshaltungskosten günstig, die Kriminalitätsrate liegt niedrig und das Verkehrssystem ist gut ausgebaut. In Sachen Gesundheitssystem und Klima liegt Weliko Tarnowo dagegen eher im Mittelfeld.
3. Sorocaba, Brasilien
Die erste amerikanische Stadt in den Top 7 profitiert aktuell von erheblichen Investitionen in die örtliche Infrastruktur und ein Wachstum an Jobs. Ansässige heben unter anderem das hervorragende Wetter und das Verkehrssystem hervor. Die Mieten und Lebenshaltungskosten sind gering (zum Beispiel beläuft sich die Monatsmiete eines 3-Zimmer-Apartments im Stadtkern auf weniger als 440 Euro), dafür aber hat die Stadt ein Kriminalitätsproblem. Die Kriminalitätsrate liegt laut dem Focus deutlich über dem globalen Schnitt.
2. Bursa, Türkei
Die Stadt Bursa ist gleichzeitig das administrative Zentrum der Region Bursa in der Türkei. Schon zur Zeit von Byzanz und Rom waren von natürlichen Quellen gespeisten Bäder der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt. Fans von Wintersport werden am nahe gelegenen Berg Uludag fündig. Vor allem das „ausgezeichnete“ Gesundheitssystem und die geringen Lebenshaltungskosten machen Bursa zu einem beliebten Ziel für Auswanderer und Reisende.
1. Manizales, Kolumbien
Die im Jahr 1849 gegründete kolumbianische Stadt Manizales gilt als eine der drei Städte der „Kaffee-Achse“. International Living zufolge sind die Coffee-Shops eines der Markenzeichen von Manizales. Bewaldete Berge umringen die Stadt. Die frische Bergbrise sorgt für saubere Luft, außerdem rangiert die Stadt in Sachen Lebenshaltungskosten in den Top 20. Hinzu kommen eine gute Verkehrssituation und günstige Mieten. Der schwächste Punkt ist die Kriminalitätsrate, die jedoch auch noch im globalen Mittelfeld liegt.
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