Öl-Embargo

Wirtschaftsexperte sicher: „Russland entwickelt sich zu einem Entwicklungsland zurück“

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Die EU hat in Folge des Ukraine-Krieges bereits mehrere Sanktionspakete gegen Russland beschlossen. Diese haben laut einem Experten schwerwiegende Folgen für die russische Wirtschaft.

Moskau – Die russischen Bürger spüren bereits seit mehreren Wochen die westlichen Sanktionen, die gegen ihr Land verhängt wurden. Aufgrund des Ukraine-Krieges haben sich zahlreiche Firmen aus Russland zurückgezogen. Läden wie H&M, McDonald’s und Zara sind schon seit Wochen geschlossen.

Ukraine-News: Öl-Embargo würde „schwerwiegende Folgen“ haben

Jetzt hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auch noch einen Importstopp von russischem Öl vorgeschlagen. Ein Gas-Embargo wird zwar ebenso diskutiert – hier ist jedoch die Abhängigkeit von Russland deutlich größer und ein Boykott damit unwahrscheinlicher.

Sollten die 27 Mitgliedsstaaten dem Öl-Embargo zustimmen, wird das „schwerwiegende Folgen für die russische Wirtschaft haben“, sagt Theocharis Grigoriadis gegenüber Bild.de. Er ist Professor für Volkswirtschaftslehre Osteuropas am Osteuropa-Institut der Freien Universität. Er ist sich sicher, dass die Situation für Russland langfristig gesehen schlimm werden wird. „Unternehmen werden Menschen entlassen müssen“, macht er deutlich.

Ukraine-News: Sanktionen treffen EU nur kurzfristig – Russland aber langfristig

Grigoriadis prophezeit dem Land von Präsident Wladimir Putin keine rosige Zukunft: „Alle Faktoren für eine Rezession sind gegeben. Russland entwickelt sich zu einem Entwicklungsland zurück.“ Der Professor weiß zwar, dass die Sanktionen kurzfristig auch für die EU negative Folgen haben, aber langfristig würden sie lediglich Russland und somit Putin treffen.

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Putin droht immer wieder mit Sanktionen gegen den Westen. Doch wirklich viele Möglichkeiten hat er laut dem Experten nicht. Die Erdgas-Lieferungen seien sein größtes Druckmittel. So sagte Grigoriadis der Zeitung: „Außer einem Stopp von Gaslieferungen hat Putin gar keinen großen Spielraum.“ Weiter erklärt er: „Putins Sanktionen haben eher einen symbolischen Wert.“

Rubriklistenbild: © Alexander Zemlianichenko/dpa

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