VonBernhard Hamppschließen
Robert Schwarzschließen
Firma aus Aalen-Attenhofen muss Gang zum Amtsgericht antreten. Insolvenzverwalter Tobias Humpf ist jedoch optimistisch und hat bereits Pläne.
Aalen. Die Caravan- und Fahrzeugservice-Firma Henschel aus Aalen-Attenhofen befindet sich in finanzieller Schieflage. Wie aus den Insolvenzbekanntmachungen hervorgeht, hat das Unternehmen beim Amtsgericht Aalen einen Antrag auf die Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht hat Tobias Humpf, Aalener Rechtsanwalt und Sanierungsspezialist, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er soll nun die Sanierung des Unternehmens übernehmen. Betroffen von der Insolvenz sind laut Humpf fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Das Unternehmen existiert seit rund 40 Jahren. „Das Unternehmen und die Geschäftsführerin Beate Hentschel sind eine Aalener Institution“, sagt Humpf auf Anfrage dieser Redaktion. „Unsere Aufgabe ist es, die Tradition dieses Unternehmens zu bewahren und gleichzeitig Wege zu finden, es wirtschaftlich zukunftsfähig zu machen.“
Nach dem Corona-Boom begann die Krise
Das Unternehmen hatte sich vor einigen Jahren noch gut entwickelt. Während der Corona-Pandemie habe das Unternehmen einen Riesenboom erlebt, so Humpf. Dann sei die Zahl der Verkäufe gesunken – kein Einzelfall in der Branche wie die Insolvenz des Ellwanger Reisemobilhändlers Weiss+Weiss im vergangenen Jahr zeigt. Ein zentrales Problem: Caravan-Vertragshändler müssen laut Humpf in Vorleistung gehen und die Fahrzeuge kaufen. Finden diese keinen Absatz, müssten die Händler mit enormen Abschlägen verkaufen. Da Henschel über zu wenig Eigenkapital verfügt habe, blieb am Ende nur der Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren.
Humpf will Gespräche mit Investoren führen
In der ersten Phase der vorläufigen Insolvenzverwaltung liegt der Fokus auf der Sicherstellung des laufenden Betriebs: „Wir haben bereits die Zusammenarbeit mit den Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern intensiviert, um die Kontinuität zu gewährleisten“, so Humpf. Gleichzeitig werde an einem umfassenden Sanierungskonzept gearbeitet, das auf die langfristige Stabilität und Weiterentwicklung des Unternehmens abziele.
Humpf ist trotz der schwierigen finanziellen Lage optimistisch und will den Betrieb nicht nur fortführen, sondern auch die derzeit fünf Beschäftigten halten. Der Sanierer denkt sogar darüber nach, zwei zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Diese Perspektive zeige, dass der Betrieb nicht nur stabilisiert, sondern auch gestärkt aus der aktuellen Lage hervorgehen könne, führt der Anwalt weiter aus.
Parallel will Humpf Gespräche mit potenziellen Investoren führen und einen strukturierten Investorenprozess aufsetzen. „Der Fall Caravan Henschel zeigt, dass selbst in schwierigen wirtschaftlichen Situationen eine positive Zukunftsperspektive möglich ist, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen“, erklärt Humpf.

