Ruf nach Unterstützung

Bosch, ZF und Co.: Autozulieferer wenden sich wegen Stellenabbau an Kanzler Scholz - „tiefe Sorge“

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Die fünf größten Automobilzulieferer Deutschlands haben sich gemeinsam mit der IG Metall an Kanzler Scholz gewandt. In einem Brief warnen sie vor dem Verlust von unzähligen Arbeitsplätzen.

Stuttgart/Berlin - Bundeskanzler Olaf Scholz wurde von den Geschäftsführern und Betriebsratsvorsitzenden von fünf bedeutenden Automobilzulieferern um Unterstützung für die Autoindustrie gebeten. Die Chefs und Arbeitnehmervertreter von Bosch, Continental, Mahle, Schäffler und der ZF Friedrichshafen äußern in einem offenen Brief an den Kanzler, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt: „Uns eint gemeinsam mit der IG Metall die tiefe Sorge um den Automobilstandort Deutschland“. Zuerst berichtete das Handelsblatt darüber.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Seit 2019 sind in der Zulieferindustrie fast 50.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. In den kommenden Monaten sei mit einer dramatischen Beschäftigungssituation zu rechnen. Auch Christiane Benner, die Vorsitzende der IG Metall, hat den Brief unterzeichnet. Bereits 2023 hatten die Betriebsratschefs von Bosch, ZF und Mahle bei der Regierung um Unterstützung gebeten.

Große Autozulieferer verlangen Unterstützung vom Staat

Die Unterzeichner verlangen Unterstützung beim Ausbau der Elektromobilität. Die Branche fordert politische Hilfe, um Deutschland als starken Industriestandort zu bewahren. Zulieferer sind entscheidend für die Wertschöpfung und Innovation in der deutschen Automobilindustrie.

Die Entscheidungsträger der großen Autozulieferer, darunter ZF-Chef Holger Klein (rechts) haben sich in einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz (links) gewandt.

Ein wesentlicher Aspekt des Appells ist die Notwendigkeit, den Übergang zur Elektromobilität zu beschleunigen. Die Unternehmen haben erheblich in diese Technologie investiert, doch der langsame Marktstart gefährdet die Rentabilität dieser Investitionen. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, fordern die Zulieferer steuerliche Erleichterungen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Sie plädieren zudem für mehr Technologieoffenheit und die Berücksichtigung CO₂-neutraler Kraftstoffe ab 2035.

„Die aktuelle EU-Regulierung zu den CO₂-Flottengrenzwerten setzt sehr ehrgeizige Ziele“, schreiben die Autoren. Um diese Ziele zu erreichen, müsse die Politik geeignete Rahmenbedingungen schaffen. (dpa/jul)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/Oliver Dietze/dpa

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