Sondervermögen

Schuldenbremse: Häuslebauer ächzen aufgrund wachsender Bauzinsen

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Die geplanten zusätzlichen Schulden des Landes führen zu einem starken Anstieg der Staatsanleihen. Dies hat zur Folge, dass auch die Bauzinsen steigen. Für Bauherren könnten so zusätzliche Kosten von mehreren tausend Euro entstehen.

Berlin – Das geplante Sondervermögen von Union und SPD soll Deutschland helfen und die Wirtschaft des Landes ankurbeln. Doch für jene, die aktuell ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen wollen, haben die Pläne teure Konsequenzen. Denn schon allein die Ankündigung des möglichen Sondervermögens hat die Zinsen für Baukredite steigen lassen.

Je nach Laufzeit und Tilgung können hohe Mehrkosten entstehen

Das betrifft Bauherrn, die auf eine Finanzierung ihrer Immobilie angewiesen sind, das sind wohl die allermeisten. Die Bauzinsen haben aktuell den höchsten Stand seit langem erreicht und manche Finanzexperten sprechen vom schnellsten Anstieg der Bauzinsen seit der Finanzkrise.

Bei einem Kredit in Höhe von 500.000 Euro können auf diese Weise je nach Laufzeit und Tilgung Mehrkosten von mehreren tausend bis mehreren zehntausend Euro entstehen. Ob der Effekt dauerhaft anhält, lässt sich nicht seriös vorhersagen. Das hängt mit den Renditen für Bundesanleihen zusammen.

Bisher hat Deutschland bei den Ratingagenturen eine Top-Bonität

Mit dem Kauf einer Staatsanleihe leiht ein Anleger dem Staat Geld und bekommt dafür Zinsen. Bisher hat Deutschland bei den Ratingagenturen eine Top-Bonität, das heißt, der Staat kann sich Geld zu sehr guten Zinssätzen leihen. Experten sehen dieses Rating auch bei einer größeren Verschuldung eher nicht in Gefahr. Selbst in der Finanzkrise im Jahr 2010 konnte Deutschland sein AAA-Rating halten. Ob das diesmal gelingt, wird auch davon abhängen, wie viel Vertrauen die Agenturen in die Wirtschaftskraft des Landes setzen.

Der Bund muss Investoren eine höhere Verzinsung bieten

Wenn die Bundesrepublik nun aber sehr viele Schulden macht und also viele Staatsanleihen auf den Markt wirft, dürfte es das erhöhte Angebot schwierig machen, bei der aktuellen Verzinsung Käufer zu finden. Der Bund muss deshalb eine höhere Verzinsung bieten, damit Investoren dem Staat das Geld auch weiterhin leihen. Dieser Umstand schlägt nun auch auf die Bauzinsen durch. Denn um den Bauherren einen Kredit zu gewähren, leihen sich die Banken ebenfalls Geld von Investoren. Diese Investoren erhalten von den Kreditinstituten anleiheähnliche Papiere. Ähnlich wie der Bund zahlen auch die Banken entsprechende Zinsen, die sie an die Bauherren weitergeben.

Schmerzhaftes Doppelproblem für Häuslebauer

Was es aus sich von Häuslebauern besonders schmerzhaft macht: Die höheren Zinsen treffen in vielen Fällen auf hohe Immobilienpreise. Das macht für viele Menschen den Traum vom eigenen Haus und der eigenen Wohnung aktuell unerreichbar. Die Mieten in Ballungszentren sind sehr hoch. Der Wohnraum ist knapp. Es wird viel zu wenig gebaut. Und wer jetzt sein Wohnungsglück in dieser Lage in die eigenen Hände nehmen will, der hat eben aktuell auch noch ein Zinsproblem.

Rubriklistenbild: © Wolfilser / IMAGO

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