VonAmy Walkerschließen
Die Pleitewelle in Deutschland nimmt kein Ende und trifft nun einen Solarpark-Entwickler. Eine Millionenforderung eines Investors bringt das Unternehmen in Schieflage.
Jever – Die Insolvenzwelle in Deutschland setzt sich fort und betrifft nun alle Sektoren und Wirtschaftsbereiche. Nach der Insolvenz eines renommierten Marktführers, einer zweihundertjährigen Papierfabrik, dem Insolvenzverfahren eines führenden Grillzubehörherstellers in Deutschland und eines bekannten Bratwurstproduzenten im August, ist nun ein weiteres Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Dieses Mal ist ein Projektentwickler aus dem Norden Deutschlands betroffen, der unter anderem Solarparks errichtet.
Insolvenz des Solar-Entwicklers: Investor verlangt Millionen aufgrund von Bauverzögerungen
Die Fellensiek Projektmanagement GmbH & Co. KG (FPM Projektmanagement) aus Jever hat am 3. September ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das zuständige Gericht in Wilhelmshaven hat Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum Insolvenzverwalter ernannt. Die insolvente Firma mit 20 festen Mitarbeitern ist laut Medienberichten durch die Forderungen eines Investors in Millionenhöhe in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Laut der Nordwest-Zeitung (NWZ) liegt das Problem in der Errichtung eines der größten Solarparks in Deutschland, der 7 C Solarparken. Auf dem Dach eines Unternehmens, das sein Dach an die Fellensiek Projektmanagement verpachtet hat, soll eine riesige Solaranlage mit 20 MW entstehen, die damit die größte Dachanlage im Land sein würde. Allerdings hat sich die Inbetriebnahme der Anlage verzögert, sehr zum Ärger des Investors. Dieser fordert laut NWZ seit Anfang Juli eine Entschädigung in Millionenhöhe, da der versprochene Strom, der dort eingespeist werden sollte, noch nicht am Netz ist. Dies treibt die FPM nun in die Insolvenz.
Insolvenz von Fellensiek: Investoren für die Solarprojekte gesucht
Die nun insolvente Fellensiek Projektmanagement wurde nach eigenen Angaben im Jahr 2012 gegründet, mit dem primären Ziel, Windenergieprojekte zu realisieren. Heute sind es jedoch die Photovoltaikanlagen auf Unternehmensdächern, die das Hauptgeschäftsfeld darstellen. Dennoch realisiert das insolvente Unternehmen FPM auch Windenergie-Projekte sowie Immobilien- und Sozialprojekte in der Region um Jever.
Der Insolvenzverwalter muss nun Lösungen für die FPM finden. „Dazu werden wir Verhandlungen mit Interessenten führen, die die PV-Projekte übernehmen möchten“, zitiert die NWZ Christian Kaufmann.
Die geplante Anlage 7 C Solarparken ist nicht das größte Projekt, das die FPM entwickeln wollte. Wie das Unternehmen auf ihrer Webseite mitteilt, hat sie bereits 2017 eine Gesellschaft in Spanien gegründet, um einen 50-MW-Solarpark zu realisieren.
