Kurzarbeit hat nicht gereicht

Solar-Hersteller in der Krise: Insolvenz trifft zwei deutsche Töchterfirmen

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Ein Schweizer Solar-Hersteller kämpft mit finanziellen Problemen. Nun sind auch deutsche Töchter betroffen. 600 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Thun – Bei der Meyer Burger Technology AG haben sich in den vergangenen Tagen die Negativschlagzeilen gehäuft. Am Donnerstag teilte der Schweizer Solar-Hersteller mit, dass die sich noch im Hochlauf befindliche Solarmodulproduktion in den USA mit einer Jahreskapazität von 1,4 Gigawatt aufgrund fehlender finanzieller Mittel umgehend gestoppt wird. Die 282 Mitarbeitenden am Standort Goodyear (Arizona) erhielten Kündigungen. Die Zukunft des Standorts ist ungewiss.

Deutsche Töchter von Meyer Burger melden Insolvenz an: Sanierung war nicht erfolgreich

Am 31. Mai informierte Meyer Burger darüber, dass für die beiden deutschen Tochtergesellschaften ein Insolvenzverfahren beantragt wurde. Insgesamt sind rund 600 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen.

In der Solarzellenfertigung Meyer Burger Industries in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) sind 331 Personen beschäftigt. Bei Meyer Burger Germany in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) arbeiten bislang 289 Mitarbeitende im Maschinenbau und in der Technologieentwicklung.

Bereits im vergangenen Jahr schloss Meyer Burger sein Werk in Sachsen. Nun wurde für die beiden deutschen Töchter Insolvenz beantragt. (Archivfoto)

Die Bemühungen um eine Sanierung zum Erhalt der deutschen Standorte seien nicht erfolgreich gewesen, heißt es in einer Mitteilung. Diese „sollen nun im Rahmen der Verfahren gemeinsam mit einem gerichtlich zu bestellenden vorläufigen Insolvenzverwalter fortgesetzt werden“. Die Schweizer Tochtergesellschaft Meyer Burger mit etwa 60 Mitarbeitenden und die US-Tochtergesellschaft sollen hingegen erhalten bleiben.

Bereits im April 204 hat Meyer Burger das Solarwerk in Freiberg (Sachsen) endgültig geschlossen. Betroffen waren damals laut MDR rund 400 Mitarbeitende.

Deutsche Töchter von Meyer Burger melden Insolvenz an: An beiden Standorten gab es Kurzarbeit

Meyer Burger steht schon seit einiger Zeit unter Druck. Im September gab das Unternehmen bekannt, die weltweite Zahl der Mitarbeitenden von etwa 1050 auf voraussichtlich 850 zum Ende des Jahres 2025 zu reduzieren. Der Abbau sollte überproportional in Europa erfolgen. Allerdings ging man damals noch von einem Aufbau in den USA aus.

An beiden deutschen Standorten gab es ebenfalls seit längerer Zeit Probleme. Die Mitarbeitenden von Meyer Burger Germany in Hohenstein-Ernstthal sind seit September des vergangenen Jahres in Kurzarbeit. Laut einem Bericht des Manager Magazins war eine Kürzung der Arbeitszeit um bis zu 80 Prozent ohne finanzielle Aufstockung durch den Arbeitgeber vorgesehen.

Die Mitarbeitenden von Meyer Burger Industries in Bitterfeld-Wolfen sind seit dem 1. Mai in Kurzarbeit. Als Grund für diesen Schritt wurden vorübergehende Materialengpässe in der Produktion genannt.

Kennen Sie diese Modemarken noch? Diese Firmen sind aus Deutschland verschwunden

22.10.2024, Deutschland, NRW, Einzelhandel, Mode, Die Esprit Filiale am Limbecker Platz in Essen steht vor der Schliessu
Einst war Esprit ein deutsches Vorzeigeunternehmen. Die deutsche Modemarke kannte so gut wie jeder und galt lange als begehrt. Doch dann kam 2024 der Schock: Esprit Europe hat die Insolvenz im Frühsommer angemeldet, bis zum Jahresende wurden alle Läden geschlossen. Die Marke wurde zwischenzeitlich zwar übernommen, doch ein Stück deutsche Geschichte ist damit von der Bildfläche verschwunden.  © IMAGO/D. Kerlekin/Snowfield Photograph
Bench Modelabel *** bench fashion label
Kennen Sie diese Marke noch? In den 2000er Jahren gab es um Bench einen regelrechten Hype. Doch 2018 geriet das britische Unternehmen in Schieflage und meldete Insolvenz an. Das Ladengeschäft wurde abgewickelt und die Marke verschwand aus den Innenstädten. Doch es gibt Bench noch immer: Wer die alte Skateboard-Marke noch vermisst, kann Kleidungsstücke im Online-Store kaufen.  ©  via www.imago-images.de
Escada Store in London Chelsea - LONDON, UNITED KINGDOM - DECEMBER 20, 2022
Sogar Luxusunternehmen sind nicht von den Schwierigkeiten in der Modewelt verschont. Escada gehörte einst zu den bekanntesten Luxuslabels der Welt. Sie wurde 1976 von Margaretha Ley gegründet und war bis in die 1990er Jahre erfolgreich. Escada verkaufte Damenbekleidung, Accessoires, Schmuck und Düfte. Es gab in den 2000er Jahren dann mehrere Insolvenzen, die erste 2009, eine weitere folgte 2020. Escada als Marke existiert zwar heute noch, doch eigene Filialen sind so gut wie verschwunden. Die besten Jahren sind wohl vorbei.  © 4kclips via imago-images.de
Oberhausen, Germany - February 11. 2020: View on entrance of Topshop fashion chain store
Topshop ist eine britische Modefirma, die durch ihren rasenden Erfolg in der Heimat in den 2000er Jahren Filialen auf der ganzen Welt hatte. Topshop war als Fast Fashion Unternehmen bekannt, die ihre Produkte zu Tiefpreisen anbot. Dabei arbeitete die Firma auch mit Berühmtheiten wie Beyoncé und Kate Moss zusammen. 2020 geriet der Mutterkonzern durch die Pandemie aber in Schieflage und meldete in Großbritannien die Insolvenz an. 2021 wurden Topshop von Asos gekauft, die meisten Filialen wurden damals aber schon aufgegeben – auch in Deutschland. Asoso hat 2024 weitere Anteile der Marke verkauft.  © Copyright: xmobilinchenx via ima
Scotch & Soda, Kurfürstendamm, Charlottenburg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin, Deutschland *** Scotch Soda, Kurfürst
An diese Marke müssten sich die meisten noch erinnern können, denn sie ist erst 2024 in die Insolvenz gerutscht. Die niederländische Marke Scotch & Soda hat in diesem Zusammenhang beschlossen, alle deutschen Filialen zu schließen. Hierzulande kann man Kleidung der Marke aber noch online kaufen, zum Beispiel bei Breuninger oder Zalando.  © Schoening via www.imago-images.de
RECORD DATE NOT STATED The Forever 21 store is one of AR Holdings brands EDITORIAL USE ONLY Photography PUBLICATIONxNOT
Forever 21 war eine weitere Erfolgsmarke in der Welt von Fast Fashion. Die US-amerikanische Firma hatte einst Filialen auf der ganzen Welt – auch in Deutschland. 2019 geriet die Firma aber in Schieflage. 178 Geschäfte in den USA mussten damals schließen und es wurden alle Standorte in Europa und Asien komplett aufgegeben. Heute gibt es die Marke nur noch in Amerika.  © IMAGO/PHOTOFILMCR
Paris, France - February 27, 2023: Exterior view of a Promod store, a French clothing company specia
Promod war eine Modemarke aus Frankreich, die 1975 schon gegründet wurde und dort jahrzehntelang erfolgreich war. Die Firma hatte zunächst nur Standorte in Frankreich und Belgien, doch in den 90er Jahren wagte Promod dann die weitere Expansion. 2014 hatte die Marke weltweit über 1000 Filialen in 52 Ländern. Dann kam die Insolvenz und 2016 wurde die Hälfte aller Filialen geschlossen. In Deutschland wurden alle Standorte geschlossen – die Firma bleibt aber in Frankreich noch bestehen.  © HJBC via imago-images.de
Gegen die Firma RENO aus Osnabrueck wurde beim Amtsgericht Hameln ein Insolvenzverfahren eroeffnet, betroffen sind der M
Für den Schuhhändler Reno ging es 2023 in die Insolvenz. Den Händler gibt es tatsächlich auch noch vereinzelt, aber im Zuge des Insolvenzverfahrens wurden die meisten Filialen geschlossen. Alle Standorte im Ausland wurden dichtgemacht und in Deutschland bleiben von den einst 150 Läden nur noch 26.  © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON
Die Hallhuber GmbH ist ein Bekleidungshaus in München, das 1977 gegründet wurde. Es verkauft Oberbekleidung für Frauen.
Dieses 1977 gegründete Unternehmen stand einst auch für Eleganz und Professionalität. Hallhuber war eine deutsche Qualitätsmarke. Doch mit den Jahren ist die Marke immer wieder in die Pleite gerutscht. 2020 hat es eine Insolvenz gegeben, die Firma wurde aber gerettet. Doch das währte nicht lange und 2023 musste ein neues Insolvenzverfahren gestartet werden. Es konnte kein Investor gefunden werden – und die Marke verschwand von der Bildfläche. Wie im Fall von Esprit wurden auch von Hallhuber die Namensrechte gekauft, sodass man Kleidung unter diesem Namen noch kaufen kann. Mit dem Ursprungsunternehmen hat dies aber nichts mehr zu tun.  © IMAGO/Manfred Segerer
P&C exisitiert noch in Deutschland.
Keine Sorge: Peek und Cloppenburg ist nicht verschwunden, die Firma hat ihre Insolvenz im Jahr 2023 erfolgreich abgeschlossen. Es wurden zwar Stellen abgebaut, doch das Kaufhaus existiert noch. Vielmehr steht P&C hier in dieser Reihe für eine Vielzahl an Unternehmen aus der Modebranche, die es erstmal geschafft haben. So wie SportScheck, Galeria, und Gerry Weber, die es ebenfalls jüngst geschafft haben. Die Modebranche befindet sich in ständigem Wandel – einst erfolgreich Unternehmen können von einem Tag auf den anderen verschwinden.  © IMAGO/imageBROKER/Wilfried Wirth

Deutsche Töchter von Meyer Burger melden Insolvenz an: Chef beklagte Dumpingpreise aus China

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung ist vor allem die Konkurrenz aus China für die finanzielle Misere von Meyer Burger verantwortlich. Demnach beklagte der damalige Chef Gunter Erfurt, wie auch andere in der Branche, „Dumpingpreise“. China subventioniere die eigene Industrie so stark, dass diese unter Herstellungskosten verkaufen könne.

Eigentlich hätte Meyer Burger die Geschäftszahlen für 2024 bereits zum 31. Mai vorlegen müssen. Vor dem Hintergrund der noch laufenden Finanzierungsgespräche zur Restrukturierung wurde jedoch eine Fristverlängerung beantragt.

Mitte April wurden jedoch bereits vorläufige Zahlen veröffentlicht. Demnach wurde 2024 ein Umsatz in Höhe von 69,6 Millionen Schweizer Franken erzielt, das EBITDA lag bei minus 210,4 Millionen Schweizer Franken.

Rubriklistenbild: © Sylvio Dittrich/Imago

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