Korrigierte Wachstumsrate

Stärker als erwartet: US-Wirtschaft unter Trump wächst um 3,8 Prozent

+
Das BIP der USA unter Donald Trump wächst stärker als erwartet, private Investitionen gehen dennoch zurück (Symbolbild).

Die US-Regierung korrigiert das BIP-Wachstum nach oben. Verbraucher geben trotz Unsicherheiten mehr aus. Unternehmen bleiben jedoch vorsichtig.

Präsident Donald Trump erhielt am Donnerstag unerwartet gute Nachrichten dank der neuesten Wirtschaftszahlen: Das BIP erwies sich als deutlich stärker als zuvor angenommen, und weniger Amerikaner beantragten Arbeitslosenunterstützung als erwartet. Die Bundesregierung hat ihre frühere Schätzung des Wirtschaftswachstums von April bis Juni nach oben korrigiert und erwartet nun ein Wachstum von 3,8 Prozent, gegenüber einer früheren Prognose von 3 Prozent für denselben Zeitraum.

Wirtschaftswachstum in den USA: Überraschende BIP-Zahlen

Unterdessen sank die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten, auf 218.000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte—deutlich unter den Erwartungen.

Die nach oben korrigierte Wachstumsrate deutet darauf hin, dass amerikanische Verbraucher weiterhin Geld ausgeben, trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, was dazu beiträgt, Schwächen bei Unternehmensinvestitionen und Neueinstellungen auszugleichen. Der Bericht erschwert zudem den jüngsten Kurswechsel der Federal Reserve in Richtung Zinssenkungen, da ein stärkeres BIP die Notwendigkeit zusätzlicher Konjunkturmaßnahmen verringern könnte.

Die Zahlen kommen inmitten breiterer Sorgen um den Arbeitsmarkt, der Anzeichen einer Abkühlung zeigt. Obwohl die Zahl der Entlassungen niedrig bleibt, hat sich das Beschäftigungswachstum deutlich verlangsamt, was Fragen zur Nachhaltigkeit der Erholung aufwirft.

Wachstum der US-Wirtschaft: Was sich im letzten Quartal geändert hat

Die Ausgaben der Haushalte stiegen im zweiten Quartal um 2,5 Prozent, verglichen mit nur 0,6 Prozent im ersten Quartal. Dieser Anstieg half, das gesamte BIP nach oben zu treiben, wobei Ökonomen anmerken, dass die Widerstandsfähigkeit der Verbraucher stärker war als erwartet, selbst angesichts von Börsenschwankungen und Handelskonflikten.

Die Importe, die das BIP verringern, sanken im Quartal um fast 30 Prozent. Dieser Umschwung gegenüber dem Anstieg im ersten Quartal steuerte mehr als fünf Prozentpunkte zum Wachstum bei, da Unternehmen nach früherer Lagerbildung ihre Auslandskäufe zurückfuhren.

Trotz des auffälligen Wachstums gingen die privaten Investitionen zurück, darunter ein Rückgang von 5,1 Prozent im Wohnungsbau. Auch die Unternehmenslagerbestände schrumpften, was dem BIP mehr als drei Prozentpunkte entzog. Diese Trends deuten auf Vorsicht bei den Unternehmen hin, die sich durch politische Unsicherheiten navigieren müssen.

Die Staatsausgaben gingen im Jahresvergleich um 5,3 Prozent zurück und setzten damit den Abwärtstrend des Vorquartals fort. Der Rückgang der öffentlichen Investitionen trug zur Bremse der gesamten wirtschaftlichen Aktivität bei.

Die Zahl der Arbeitslosenanträge sank in der vergangenen Woche auf 218.000, den niedrigsten Stand seit zwei Monaten, so das Arbeitsministerium. Dennoch hat sich das Tempo der Neueinstellungen deutlich verlangsamt, wobei jüngste Revisionen zeigen, dass im vergangenen Jahr 911.000 weniger Arbeitsplätze geschaffen wurden als zuvor berichtet. Im August kamen lediglich 22.000 neue Stellen hinzu, weit unter den Erwartungen.

Die Federal Reserve senkte in der vergangenen Woche ihren Leitzins um 25 Basispunkte und verwies dabei auf Schwächen am Arbeitsmarkt. Während niedrigere Zinsen Neueinstellungen und Investitionen ankurbeln können, könnten anhaltende Inflation und ein stärker als erwartetes BIP künftige Entscheidungen erschweren. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Kommentare