Duisburger Werk mit höchsten Emissionen

WWF-Studie zeigt Deutschlands schmutzigste Fabriken

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Ein Stahlwerk bei Bremen: Viele Emissionen stammen aus der Stahl- oder Eisenindustrie.

Deutschlands Emissionen kommen zu großem Teil aus der Stahl- und Eisenindustrie. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Umweltorganisation WWF hervor. Ein Überblick.

Berlin - Die Eisen- und Stahlerzeugung hat einen wichtigen Anteil am Ausstoß industrieller Treibhausgase in Deutschland. Das geht aus einer Untersuchung des Öko-Instituts im Auftrag der Umweltorganisation WWF Deutschland hervor.

Insgesamt stieß Deutschland im vergangenen Jahr laut Expertenrat für Klimafragen 746 Millionen Tonnen Treibhausgase aus - hier handelt es sich um vorläufige Zahlen. Die Industrie lag als Quelle klimaschädlicher Gase dabei mit 164 Millionen Tonnen auf dem zweiten Rang hinter der Energiewirtschaft.

WWF: „Der Industriesektor ist ein Schwergewicht beim CO₂-Ausstoß“

„Der Industriesektor ist ein Schwergewicht beim CO₂-Ausstoß und damit auch beim Klimaschutz. Ihn zu transformieren ist eine der wichtigsten Aufgaben für Politik und Wirtschaft“, meint Viviane Raddatz, Klimachefin des WWF Deutschland. Dieser Aufgabe kämen die angesprochenen Bereiche aber noch nicht ausreichend nach. Die Bundesregierung solle endlich ihre Versprechen einhalten und „eine umfassende Strategie zum Klimaschutz in der Industrie, die Planungs- und Investitionssicherheit schafft“, vorstellen.

Es benötige regulatorische Leitlinien und Förderungen auch für kleinere Unternehmen, meint Raddatz. Die zurzeit oft betonte Technologieoffenheit müsse ehrlich ablaufen: „Was steht wo und wann tatsächlich im benötigten Maßstab zur Verfügung, Stichwort Wasserstoff?“, fragt sie.

Studie: Das sind Deutschlands schmutzigste Fabriken

Das Öko-Institut und der WWF schlüsseln in ihrem Papier die Top 30 der Industrieanlagen in Deutschland nach Treibhausgas-Ausstoß auf, die sogenannten „Dirty Thirty“. Der Schwerpunkt liegt dabei auf industriellen Produktionsstätten. Industrie-Kraftwerke klammern sie weitgehend aus. Anlagen aus der Eisen- und Stahlerzeugung belegen dabei die Plätze 1 bis 13, gefolgt von einer Kalkanlage.

Den mehr oder weniger rühmlichen Spitzenplatz hat ein ThyssenKrupp-Hüttenwerk aus Duisburg inne, mit ausgestoßenen 7,9 Millionen Tonnen CO₂. Ebenfalls in Duisburg steht die Nummer zwei im Negativ-Ranking: Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann, die mit 4,2 Millionen Tonnen jedoch nur gut die Hälfte an Emissionen in die Luft blasen. Bronze geht zur Rogesa Roheisengesellschaft Saar ins Saarland, die mit ihrer Roheisenerzeugung für 4 Millionen Tonnen CO₂ verantwortlich sind. Auf Platz vier und fünf landet Salzgitter Flachstahl mit den Werken Glocke Salzgitter und Salzgitter Flachstahl.

Es gibt unterschiedliche Erfassungsmethoden für den Ausstoß an Treibhausgasen nach Bereichen. Die Forschenden orientierten sich bei der Erfassung der jeweiligen Anlagen an der Methodik im EU-Emissionshandel, bei dem Emittenten Rechte zum Ausstoß klimaschädlicher Gase nachweisen müssen und damit handeln können. Damit erfassen die Forschenden einen Teil der Industrie nicht, zum Beispiel mobile Maschinen der Bauwirtschaft. (dpa, lf)

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