Fiat Panda Elektro

Elektroauto mit Bestseller-Potenzial: Konzern plant Neuauflage für wenig Geld

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Bezahlbare Elektroautos sind rar gesät. Ein großer Autokonzern möchte das ändern und plant die elektrische Wiedergeburt eines kultigen, günstigen Kleinwagens.

Turin/München - Bezahlbare Elektroautos für die Masse können derzeit noch an einer Hand abgezählt werden. Doch langsam aber sicher kommt Bewegung in den Automarkt. Schon bald erscheinen günstige Stromer auf der Bildfläche, die auch als Neuwagen weniger als 25.000 Euro kosten dürften. Eine E-Neuheit mit Aussicht zum Bestseller hat Hersteller Fiat in der Mache. Denn im Jahr 2024 soll die elektrische Wiedergeburt eines kultigen Kleinwagens auf den Markt kommen: der Fiat Panda.

Vor wenigen Jahren gab die italienische Tochter des Stellantis-Konzerns mit einer Studie Ausblick auf das mögliche Serienmodell, Angaben zufolge dürfen wir im Juli nächsten Jahres mit der Premiere des Fiat Panda Elektro rechnen. Mit dem Fiat 500 hat die Marke bereits ein erfolgreiches E-Auto auch in Deutschland im Programm, gegenüber diesem Modell soll der Panda jedoch in mehreren Gesichtspunkten eine Weiterentwicklung sein.

Fiat-Chef kündigt Panda Elektro für unter 25.000 Euro an

„Es besteht ein echter Bedarf an erschwinglicheren Elektrofahrzeugen“, ließ Fiat-Chef Olivier Francois in einem Interview mit Automotive News Europe wissen und bestätigte, dass der Wagen für weniger als 25.000 Euro erhältlich sein soll. Damit reagiere der Hersteller auf die Konkurrenz aus China, die bereits günstige Stromer anbieten oder vor der Serienreife haben. Auch VW plant mit einem elektrifizierten Kleinwagen (vermutlich ID.2) ein bezahlbares E-Auto, das dem Vernehmen nach jedoch erst 2025 auf den Markt kommt.

Stellantis bündelt insgesamt 14 Marken unter seinem Dach, von der eine weitere ebenfalls ein günstiges Elektroauto entwickelt: Der kleine Crossover Citroën ë-C3 wird im kommenden Jahr ebenfalls erscheinen, ebenfalls für unter 25.000 Euro. Ein Grund, warum für den Franzosen offenbar ein derart günstiger Preis möglichst ist: Die Produktion findet in der Slowakei statt. Ob das dann auch für den neuen Fiat Panda gilt, ist noch unklar. Dessen Verkaufschancen dürften unabhängig davon gut sein: Der kleinere Bruder Fiat 500 - ausschließlich mit E-Motor zu haben - gehört auch in Deutschland zu den beliebtesten Mini-Modellen und verkauft sich blendend.

Schlüsselbund mit Fiat-Logo: Der italienische Hersteller plant die Wiedergeburt eines kultigen Kleinwagens.

Kleinwagen-Ikone Fiat Panda erscheint als elektrische Wiedergeburt

Warum die Aussichten für den Panda noch besser scheinen: Die Preisliste für den 500 Elektro beginnt erst bei 30.000 Euro, für die Basisversion mit überschaubarer Reichweite (190 km nach WLTP). Die Elektroautos der nächsten Generation sollen bei Stellantis weniger kosten und zugleich mehr Reichweite generieren. Konkrete Angaben zur Technik gibt es zwar noch nicht, in dem Bericht führt Francois jedoch aus, dass es beim Elektro-Panda von Fiat „sehr wahrscheinlich Synergien mit der Plattform des neuen Citroën ë-C3“ gibt. Letztere soll im Frühjahr 2024 erscheinen und nicht auf der Elektro-Plattform STLA basieren:

Neun Mikro-Elektroautos, die perfekt für die Stadt sind

Opel Rocks-e
Opel Rocks-e: Mancher dürfte sich fragen, ob das überhaupt noch ein vollwertiges Auto ist. Gesetzlich ist er es wie alle Kleinstwagen nicht. Wer ihn fahren will, benötigt lediglich die Führerscheinklasse AM. Somit kann er schon ab 15 Jahren bewegt werden. Der Elektromotor leistet 8 PS und beschleunigt den Mini-Stromer auf 45 km/h. Mehr geht nicht. Die 5,5-kWh-Batterie reicht für eine Reichweite von 75 Kilometern. Danach muss der 2,41 Meter lange Opel Rocks-e für rund vier Stunden an die Steckdose. Kostenpunkt: rund 8.000 Euro © Opel
Renault Twizzy
Renault Twizy: Der kleine Franzose ist so etwas wie der Opa unter den Mikro-Elektroautos. Schon seit 2012 ist der Twizy in der Modellpalette von Renault zu finden. Mit 2,34 ist er etwas größer als Rocks-e und Ami. Statt nebeneinander nehmen die zwei Insassen hintereinander Platz. Seitenscheiben gibt es nur als Zubehör. Preislich geht es ab 11.450 Euro los. Wie die größere Version fahren will, benötigt jedoch einen richtigen Führerschein. Die Reichweite gibt Renault mit 90-100 Kilometern an. © Renault
City Transformer CT1
City Transformer CT1: Auch in Israel hat man die Mikro-Elektroautos für sich entdeckt. Der CT1 vom Start-up City Transformer macht seinem Namen dabei alle Ehre. Denn die Spurweite des Mini-Stromers lässt sich anpassen. Angetrieben wird er von zwei Elektromotoren an der Hinterachse. Das Start-up verspricht bis zu 180 Kilometer Reichweite und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Wer den CT1 vorbestellt, zahlt 13.000 Euro, später soll er dann 16.000 Euro kosten. © City Transformer
Das Elektroauto e.GO Life
e.Go Life: Mit seinen 3,3 Metern ist der e.Go Life im Vergleich zu den andren Mini-Stromern fast schon ein Riese. Der 77 PS starke Elektromotor ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. In der Stadt soll er bis zu 206 km weit kommen. Kombiniert liegt die Reichweite bei 139 Kilometern. Wegen der Insolvenz von e.Go im Sommer 2020 wurde der Life zeitweise nicht gebaut. Dasd Geschäft wurde aber von der Next.E.Go Mobile SE übernommen. Mit dem e.wave X steht auch schon ein Life-Nachfolger bereit. © Marius Becker/dpa
Microlino 2.0.
Microlino 2.0: Von 1955 bis 1962 baute BMW das Leichtfahrzeug Isetta. Bis heute ist der Kleinstwagen Kult und feiert nun sein Comeback. Zumindest ähnelt der Microlino 2.0 der Isetta sehr. Angeboten wird der Mikro-Stromer in drei Batterieversionen mit 95, 175 und 230 km Reichweite. Der 20 PS starke Elektromotor beschleunigt das nur 450 Kilogramm schwere Mobil auf 90n km/h. Mit 14.990 Euro ist der Microlino jedoch nicht grade billig. © Arnulf Hettrich/Imago
Elaris Pio
Elaris Pio: Mit 2,81 Meter Länge bleibt dieser Elektro-Zwerg noch unter der Drei-Meter-Marke. In diesem Bereich verschwimmen die Grenzen zwischen Mikro-Auto und Pkw. In Sachen Antrieb befindet sich der Pio jedoch bei den Mikro-Stromern. Grade einmal 49 PS leistet der Elektromotor. Der Akku kommt auf 27 kWh und reicht für 225 Kilometer. Preislich liegt der Pio bei 21.900 Euro. © Elaris
FreZE Nikob EV
FreZE Nikob EV: In China ist der Elektro-Zwerg unter dem Namen Wuling Hongguang Mini EV bereits sehr erfolgreich. Damit das auch in Europa der Fall ist, brauchte es neben einem neuen Namen auch mehr Sicherheit und Energieeffizienz. Heißt: ESP, Airbags, neue Räder und eine LED-Beleuchtung. Angeboten wird das Nikob EV mit einer 13,8-kWh-LFP-Zelle mit 200 km Reichweite. Kosten soll das kleine Elektroauto 16.000 Euro. © Wulling
Elektrofrosch Bob Four
Elektrofrosch Bob Four: So ganz weiß man ja nicht, was dieses Gefährt sein möchte. Offiziell handelt es sich bei dem Elektrofrosch Bob Four um einen Kabinenroller. Entsprechend ist bei 45 km/h Schluss. Rund 100 Kilometer soll der Elektrofrosch kommen und das für grade einmal 8.990 Euro. Neben dem Bob Four hat Elektrofrosch noch weitere Mikromobile im Angebot.  © Elektrofrosch
Ari 802
ARI 802: Mit 2,22 fällt der Ari 802 sehr klein aus. Mit 643 Kilogram ist er zudem auch noch sehr leicht. Daher reichen 10 PS auch um den Kleinstwagen auf Tempo 80 zu bringen. In den Versionen 252 und 452 sind nur 25 beziehungsweise 45 km/h drin. Die Reichweite gibt Ari mit 120 bis 250 Kilometern an. Preislich schlägt der Ari 802 mit 10.990 Euro zu Buche.  © Ari

Auto Motor und Sport berichtete, die Stellantis-Neuheit werde aus Kostengründen auf einer abgeleiteten Variante der „Smart-Car-Plattform“ entstehen, das könnte demnach auch auf den Fiat Panda der nächsten Generation zutreffen. In Sachen Reichweite ist die Rede von bis zu 420 Kilometer. (PF)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Klaudia Radecka

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