Elektroauto mit Bestseller-Potenzial: Konzern plant Neuauflage für wenig Geld
VonPatrick Freiwah
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Bezahlbare Elektroautos sind rar gesät. Ein großer Autokonzern möchte das ändern und plant die elektrische Wiedergeburt eines kultigen, günstigen Kleinwagens.
Turin/München - Bezahlbare Elektroautos für die Masse können derzeit noch an einer Hand abgezählt werden. Doch langsam aber sicher kommt Bewegung in den Automarkt. Schon bald erscheinen günstige Stromer auf der Bildfläche, die auch als Neuwagen weniger als 25.000 Euro kosten dürften. Eine E-Neuheit mit Aussicht zum Bestseller hat Hersteller Fiat in der Mache. Denn im Jahr 2024 soll die elektrische Wiedergeburt eines kultigen Kleinwagens auf den Markt kommen: der Fiat Panda.
Vor wenigen Jahren gab die italienische Tochter des Stellantis-Konzerns mit einer Studie Ausblick auf das mögliche Serienmodell, Angaben zufolge dürfen wir im Juli nächsten Jahres mit der Premiere des Fiat Panda Elektro rechnen. Mit dem Fiat 500 hat die Marke bereits ein erfolgreiches E-Auto auch in Deutschland im Programm, gegenüber diesem Modell soll der Panda jedoch in mehreren Gesichtspunkten eine Weiterentwicklung sein.
Fiat-Chef kündigt Panda Elektro für unter 25.000 Euro an
„Es besteht ein echter Bedarf an erschwinglicheren Elektrofahrzeugen“, ließ Fiat-Chef Olivier Francois in einem Interview mit Automotive News Europe wissen und bestätigte, dass der Wagen für weniger als 25.000 Euro erhältlich sein soll. Damit reagiere der Hersteller auf die Konkurrenz aus China, die bereits günstige Stromer anbieten oder vor der Serienreife haben. Auch VW plant mit einem elektrifizierten Kleinwagen (vermutlich ID.2) ein bezahlbares E-Auto, das dem Vernehmen nach jedoch erst 2025 auf den Markt kommt.
Stellantis bündelt insgesamt 14 Marken unter seinem Dach, von der eine weitere ebenfalls ein günstiges Elektroauto entwickelt: Der kleine Crossover Citroën ë-C3 wird im kommenden Jahr ebenfalls erscheinen, ebenfalls für unter 25.000 Euro. Ein Grund, warum für den Franzosen offenbar ein derart günstiger Preis möglichst ist: Die Produktion findet in der Slowakei statt. Ob das dann auch für den neuen Fiat Panda gilt, ist noch unklar. Dessen Verkaufschancen dürften unabhängig davon gut sein: Der kleinere Bruder Fiat 500 - ausschließlich mit E-Motor zu haben - gehört auch in Deutschland zu den beliebtesten Mini-Modellen und verkauft sich blendend.
Kleinwagen-Ikone Fiat Panda erscheint als elektrische Wiedergeburt
Warum die Aussichten für den Panda noch besser scheinen: Die Preisliste für den 500 Elektro beginnt erst bei 30.000 Euro, für die Basisversion mit überschaubarer Reichweite (190 km nach WLTP). Die Elektroautos der nächsten Generation sollen bei Stellantis weniger kosten und zugleich mehr Reichweite generieren. Konkrete Angaben zur Technik gibt es zwar noch nicht, in dem Bericht führt Francois jedoch aus, dass es beim Elektro-Panda von Fiat „sehr wahrscheinlich Synergien mit der Plattform des neuen Citroën ë-C3“ gibt. Letztere soll im Frühjahr 2024 erscheinen und nicht auf der Elektro-Plattform STLA basieren:
Neun Mikro-Elektroautos, die perfekt für die Stadt sind
Auto Motor und Sport berichtete, die Stellantis-Neuheit werde aus Kostengründen auf einer abgeleiteten Variante der „Smart-Car-Plattform“ entstehen, das könnte demnach auch auf den Fiat Panda der nächsten Generation zutreffen. In Sachen Reichweite ist die Rede von bis zu 420 Kilometer. (PF)