Beben bei Bosch

Bosch-Tochter baut fast jede sechste Stelle in Deutschland ab – Hauptsitz am stärksten betroffen

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Neben dem Stellenabbau im Bosch-Werk in Reutlingen streicht auch die Tochterfirma Bosch Engineering hunderte Arbeitsplätze.

Abstatt – Der Technologiekonzern Bosch plant aufgrund der angespannten Situation in der Autoindustrie, bei der Tochterfirma Bosch Engineering bis zu 460 Stellen abzubauen. Man müsse auf Überkapazitäten und den Kostendruck reagieren, um wettbewerbsfähig und zukunftssicher zu bleiben, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Die Stellen sollen bis Ende 2027 weltweit reduziert werden. Am Hauptsitz in Abstatt bei Heilbronn und in Holzkirchen bei München sollen laut Angaben 380 Arbeitsplätze wegfallen. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, wird Abstatt am stärksten davon betroffen sein. Weltweit beschäftigt die Bosch-Tochter etwa 3.100 Mitarbeiter, davon rund 2.200 in Deutschland. Ziel sei es, den Abbau sozialverträglich zu gestalten, hieß es.

Bosch Engineering baut bis Ende 2027 bis zu 460 Stellen ab. Ein Großteil davon entfällt auf den Hauptsitz in Abstatt (Kreis Heilbronn).

Bosch Engineering reduzierte bereits Arbeitszeit und Gehälter der Mitarbeiter in Deutschland

Die Bosch Engineering GmbH bietet Entwicklungen für Fahrzeug- und Motorenhersteller an und ist auf Anpassungen der Bosch-Großserientechnik spezialisiert. Das Unternehmen wurde im Jahr 1999 als ASSET Automotive Systems and Engineering Technology GmbH gegründet und gehört seit der Gründung zum Bosch-Konzern. Bosch Engineering entwickelt jedoch auch auf bewährter Technik basierende Lösungen für Unternehmen außerhalb der Autoindustrie, wie Sensoren für Assistenzsysteme von Landmaschinen oder elektrifizierte Bootsantriebe.

Name Bosch Engineering GmbH
Gründung 1999
Sitz Abstatt, Baden-Württemberg
Mutterkonzern Robert Bosch GmbH
Mitarbeiter mehr als 3.000
Standorte in Deutschland Abstatt bei Heilbronn (Hauptsitz), Holzkirchen bei München

Das Unternehmen sieht sich nicht nur mit einer stagnierenden Fahrzeugproduktion und Unsicherheiten durch die globale Zollpolitik konfrontiert, sondern auch mit hohem Investitionsdruck durch den Übergang zum E-Motor. Der Markt für Ingenieursdienstleistungen entwickle sich nicht wie erwartet. Die Bosch-Tochter verzeichnet laut Angaben Verschiebungen von Kundenprojekten und einen verstärkten Wettbewerb, insbesondere durch Anbieter aus China.

Die bisherigen Anstrengungen seien laut Geschäftsführer Johannes-Jörg Rüger nicht ausreichend: „Daher müssen wir strukturelle Anpassungen vornehmen und können auch einen Stellenabbau leider nicht vermeiden.“ Unsere Redaktion berichtete bereits darüber, dass in den vergangenen Monaten die Arbeitszeit und Gehälter der Beschäftigten in Deutschland reduziert wurden. (df/dpa)

Rubriklistenbild: © Felix König/Wikipedia/CC BY 3.0/Bild zugeschnitten

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