Mittelstand unter Druck

Stellenabbau bei deutschem Maschinenbauer – rund 140 Mitarbeiter betroffen

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Putzmeister plant den Abbau von rund 140 Stellen in Deutschland. IG Metall und Betriebsrat fordern sozialverträgliche Lösungen und kritisieren die Pläne scharf.

Aichtal – Die starke Wirtschaft in Baden-Württemberg geht nicht nur auf Weltkonzerne wie Mercedes-Benz oder Bosch zurück, sondern auch mittelständische Betriebe haben einen großen Anteil daran. In Baden-Württemberg zählen zum Beispiel diese neun Unternehmen zu den prominentesten Mittelständlern. Einer davon ist die Putzmeister GmbH mit Sitz in Aichtal im Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg). Wie nun bekannt wurde, soll es dort einen umfangreichen Stellenabbau geben.

Die Putzmeister GmbH mit Sitz in Aichtal plant, rund 140 Stellen abzubauen.

Der Betonpumpenspezialist plant, rund 140 Stellen am Stammsitz in Aichtal abzubauen, heißt es in einer Mitteilung der IG Metall Esslingen. Weltweit arbeiten bei Putzmeister etwa 3.300 Beschäftigte. Bereits vergangenes Jahr machte das Unternehmen auf sich aufmerksam, als zwei deutsche Standorte geschlossen werden sollten. Davon betroffen waren mehr als 280 Mitarbeiter.

Putzmeister plant umfangreichen Stellenabbau – Grund ist das veränderte Marktumfeld

Die Putzmeister-Gruppe ist ein international tätiger Hersteller von Industriepumpen und Mörtelmaschinen. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1958 von Karl Schlecht in Bernhausen, heute ein Teil von Filderstadt. Seit 2012 gehört der Maschinenbauer zum chinesischen Sany-Konzern. Bis 2005 war Putzmeister nach Umsatz und Mitarbeiterzahl sogar das größte Unternehmen in seiner Branche auf der ganzen Welt.

Putzmeister begründet den Stellenabbau mit einem veränderten Marktumfeld. „Wir sehen bereits seit längerer Zeit, dass der europäische Markt schwächelt und unsere globalen Kernmärkte sich dauerhaft rückläufig entwickeln“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Esslinger Zeitung. Deswegen überprüfe Putzmeister Strukturen und Prozesse, um das Unternehmen effizienter und zukunftsfähiger aufzustellen. Es gehe vor allem um die globale Wettbewerbsfähigkeit.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Kritik von IG Metall und dem Betriebsrat

Die aktuellen Pläne haben im Betriebsrat und bei der Gewerkschaft IG Metall für große Unruhe gesorgt. „Das Management hat uns am Freitag über die geplanten Maßnahmen informiert – ohne belastbare Zukunftsperspektive für den Standort Aichtal“, so Betriebsratsvorsitzender Jörg Löffler. Die Arbeitnehmervertretung sieht in den Plänen vor allem eines: Die Last der Einsparungen wird auf die Beschäftigten abgewälzt. „Das ist ein Spiel mit Existenzen“, sagt Alessandro Lieb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen. „Wer Standorte schließt und Arbeitsplätze vernichtet, ohne echte Alternativen aufzuzeigen, handelt nicht unternehmerisch – sondern verantwortungslos.“

Die IG Metall und der Betriebsrat wollen Gespräche mit den Mitarbeitern führen, um mögliche Gegenstrategien zu entwickeln. „Wenn es zu Verhandlungen kommt, dann nur auf Basis von Transparenz und echter Lösungsorientierung. Wir lassen uns nicht erneut auf einseitige Vorgaben ein – wie im vergangenen Jahr bei der Einigungsstelle“, so Lieb von der IG Metall.

Name Putzmeister Holding GmbH
Gründung 1958
Sitz Aichtal, Kreis Esslingen, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter rund 3.370

Die Geschäftsleitung betont, den Abbau so „sozialverträglich wie möglich“ zu gestalten. Gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall sollen tragfähige Lösungen für die betroffenen Beschäftigten gesucht werden. Die IG Metall kündigte an, sich für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen. In den kommenden Wochen werden intensive Verhandlungen erwartet, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten.

Rubriklistenbild: © Pmhmarketing/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

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