Bas befürwortet Vorschlag

„Müssen wir ran“: Regierung plant drastische Renteneintritts-Änderung – für eine Gruppe

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Im Streit um die Rentenreform hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) Sympathie für eine gravierende Änderung beim Renteneintritt gezeigt.

Berlin – Der Streit um die Zukunft der Rente nimmt neue Fahrt auf: Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat sich klar für eine grundlegende Systemänderung ausgesprochen – die Kopplung des Renteneintritts an die Zahl der Beitragsjahre statt an ein festes Alter. „Grundsätzlich finde ich dieses System spannend und auch gerechter“, sagte Bas am Sonntag (07.12.2025) im ARD-„Bericht aus Berlin“.

Bärbel Bas sieht Vorteile in einer geänderten Regelung zum Renteneintrittsalter.

Die Ministerin sieht deutliche Vorteile in diesem Ansatz: „Ich kann dem viel abgewinnen, weil es insofern gerechter ist: Wer früh einzahlt, kann dann auch früher gehen, und die, die erst später einzahlen, wissen, dass sie dann länger arbeiten müssen.“ Nach diesem Modell könnten Menschen, die bereits mit 16 Jahren eine Ausbildung beginnen, früher in den Ruhestand wechseln als etwa Akademikerinnen und Akademiker.

Klingbeil-Berater Südekum: „Stellschraube, an die wir ranmüssen“

Der Vorschlag stammt vom Ökonomen Jens Südekum, der als Berater von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) tätig ist. „Die Lebensarbeitszeit ist eine Stellschraube, an die wir ranmüssen, um die gesetzliche Rente zu sichern“, erklärte Südekum in der Bild am Sonntag. Eine pauschale Anhebung des Rentenalters lehnt er entschieden ab: „Für alle die Rente mit 70 ist aber falsch. Besser ist es, den Renteneintritt nicht an eine starre Alterszahl zu koppeln, sondern an eine Mindestanzahl von Beitragsjahren.“

Südekum warnt vor den demografischen Herausforderungen, die auf das Rentensystem zukommen: „Die Babyboomer fangen erst jetzt an, in Rente zu gehen. Heißt: Die große finanzielle Belastung für die gesetzliche Rente kommt erst noch.“ Er betont die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen verschiedener Berufsgruppen: „Akademiker zahlen deutlich später in die Rentenkasse ein als jemand, der mit 16 oder 18 Jahre eine Lehre beginnt und dann durcharbeitet.“ Ein Vorbild in Sachen Rente könnte auch ein deutsches Nachbarland mit seinem „Cappuccino“-Modell sein.

Rente im Ausland: Die zehn besten Länder für den Ruhestand

Strand auf Koh Chang, Thailand
Unter den Top Ten ist ein Land, das schon länger ein beliebtes Auswanderungsziel für Rentnerinnen und Rentner ist: Thailand. Gelobt werden die Freundlichkeit der Menschen, die niedrigen Lebenshaltungskosten und die schönen Strände. Zudem gibt es extra Visa-Angebote für Rentner. © IMAGO/Nathalie Jamois/ZUMA Press Wire
Touristen genießen den Strand und das türkisblaue Meer unterhalb der Burg Ruffo in Scilla, Kalabrien, Süditalien
Dass es Bella Italia auf die Liste geschafft hat, dürfte niemanden wundern. Neben malerischen Landschaften und seiner reichen Kultur sowie gutem Essen besticht Italien mit seinem milden Klima und gutem Gesundheitssystem. © IMAGO/Zoonar.com/Êrik Lattwein
Blick auf die von Bergen umgebene Bucht von Lindos, Griechenland
Griechenland ist ein Klassiker unter auswanderungsfreudigen Ruheständlern: Sonne, Strand, Meer – und dazu kommen noch die niedrigeren Lebenshaltungskosten und steuerliche Vorteile für Rentnerinnen und Rentner, die ihren Lebensabend dort verbringen möchten.  © IMAGO/Zoonar.com/Dmitri Maruta
Strand der Insel Langkawi, Malaysia
Auch Malaysia ist in den Top Ten der Auswertung von International Living. Das südostasiatische Land bietet nicht nur schöne Landschaften und eine vielfältige Kultur, sondern auch spezialisierte Pflege für ältere Menschen zu erschwinglichen Preisen. Auch hier gibt es Visa-Optionen für Rentner. © IMAGO/Sergi Reboredo / VWPics
Der historische Steinturm überblickt an sonnigen Tagen den malerischen Strand von Tossa de Mar mit seinen Booten.
Mit seinen schönen Stränden, leckerem Essen und mildem Klima darf Spanien in dieser Auswertung natürlich nicht fehlen. Darüber hinaus kann das mediterrane Land mit seinem modernen Gesundheitssystem, guter Infrastruktur und niedrigeren Lebenshaltungskosten punkten. © IMAGO/Zoonar.com/Fernando Genzor
Mont Saint Michel in Frankreich
In die Top 5 hat es Frankreich geschafft. Denn hier gibt es schöne Küsten, gutes Essen und malerische Städte. Gelobt werden in dem Magazin aber auch das milde Wetter sowie das exzellente Gesundheitssystem und die erschwinglichen Mieten – wenn man mal von Paris absieht. © IMAGO/Kerstin Bittner/Westend61
Strand in Tulum, Mexiko
Den Ruhestand an karibischen Stränden verbringen – das geht unter anderem in Mexiko. Das Land besitzt aber darüber hinaus eine große kulturelle Vielfalt. Mexiko punktet zudem laut Global Retirement Index mit niedrigen Lebenshaltungskosten und einem modernen Gesundheitssystem. © IMAGO/Arkadij Schell/YAY Images
Strand im Marino Ballena Nationalpark in Costa Rica
Costa Rica war im vergangenen Jahr in dieser Auswertung Spitzenreiter – nun ist das zentralamerikanische Land immerhin noch unter den Top 3. Neben einer wunderschönen Natur, tropischen Stränden und warmen Klima punktet das Land mit einem guten Gesundheitssystem und politischer Stabilität. © IMAGO/Zoonar.com/martinkaufhold.de
Treppe von den Klippen zum Meer Salema Beach Portugal
Ein europäisches Land liegt auf Platz 2: Portugal. Kein Wunder – neben hoher Lebensqualität und einem milden Klima bietet Portugal Rentnerinnen und Rentner auch ein modernes Gesundheitssystem und Sicherheit, lobt International Living. Allerdings steigen die Wohnkosten dort gerade. © IMAGO/Zoonar.com/Mary Salen
Strand in Panama
Der diesjährige Spitzenreiter der Auswertung klingt für deutsche Ohren erst einmal überraschend: Panama. Doch das zentralamerikanische Land bietet auswanderungswilligen Rentnerinnen und Rentnern schöne Strände, mildes Klima und niedrigere Lebenshaltungskosten. Zudem gibt es gute Visa-Optionen für Rentner und unter Umständen Rabatte auf Krankenhausbesuche und Arztleistungen. © IMAGO / Addictive Stock

Die Diskussion findet statt, nachdem der Bundestag erst kürzlich für das Rentenpaket gestimmt hat, das noch den Bundesrat passieren muss. Streitpunkte waren dabei die Stabilisierung des Rentenniveaus und die Ausweitung der Mütterrente. Während Ökonominnen und Ökonomen seit Jahren eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters fordern, zeichnet sich nun mit dem Vorschlag von Südekum eine alternative Reformoption ab.

Nach dem aktuellen System steigt das Rentenalter bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre. Wer 45 Beitragsjahre vorweisen kann, darf früher in den Ruhestand gehen. Für Versicherte, die nach dem 1. Januar 1953 geboren sind, steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang stufenweise um zwei Monate. Nach 1964 Geborene können bei 45 Beitragsjahren mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen.

Bas kündigte an, dass der Vorschlag von Südekum „sicherlich auch in der Rentenkommission diskutiert“ werde. Diese Kommission soll noch vor Weihnachten eingesetzt werden und bis Mitte 2026 Vorschläge für weitere Reformen vorlegen, die dann zügig in ein Gesetzgebungsverfahren münden sollen. (Quellen: dpa, AFP, ARD „Bericht aus Berlin“, Bild am Sonntag) (va)

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Rubriklistenbild: © IMAGO / dts Nachrichtenagentur

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