„Respektlos-Steuer“

Steuerlast der Rentner steigt: Renten-Steuer bringt Staat jetzt frische Milliarden

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Rentner zahlen 2025 deutlich mehr Steuern. Der Staat verdient Milliarden mehr. Sahra Wagenknecht will das politisch ausnutzen.

Berlin – Die Rente steigt. Die Steuergewinne durch Rentner auch. Im kommenden Jahr werden Rentner voraussichtlich 4,1 Milliarden Euro mehr an Steuern zahlen müssen als im Jahr 2024. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die Gesamtsumme der Steuern, die von Rentnern gezahlt werden, dürfte von 58,6 Milliarden Euro auf 62,7 Milliarden Euro ansteigen.

Diese Steuern stammen von Rentnern, die neben ihrer Rente möglicherweise auch andere Einkünfte haben, wie zum Beispiel aus einer Beschäftigung. Im Jahr 2021 flossen durch diese Steuern erst 51,4 Milliarden Euro in die Staatskasse. Im darauffolgenden Jahr waren es 54,8 Milliarden und 2023 dann 55,7 Milliarden Euro.

Rente steigt: Steuer spült 2025 Milliarden an Mehreinnahmen in Staatskasse

Die Anzahl der Rentner, die 2025 neu besteuert werden, dürfte bei etwa 73.000 liegen, wie aus der Antwort der Regierung hervorgeht. Es wird dann voraussichtlich 6,578 Millionen steuerpflichtige Rentner geben. Allerdings fehlen in diesen Zahlen noch Angaben zu den Rentnern, die durch einen Grundfreibetrag vollständig von der Steuer befreit sind.

Wagenknecht hatte gefragt, wie viele Rentner zusätzlich steuerpflichtig werden, wenn die prognostizierte Rentenerhöhung zum 1. Juli in Kraft tritt. Nach einer ersten offiziellen Schätzung vom November dürften die Renten dann um etwa 3,5 Prozent steigen. Die Inflationsrate liegt darunter, so dass Rentner durch die Rentenerhöhung tatsächlich mehr Geld zur Verfügung haben dürften.

Es ist jedoch noch nicht sicher, ob es tatsächlich genau 3,5 Prozent mehr werden. Das Bundeskabinett legt die genaue Erhöhung im Frühjahr fest, basierend auf den neuesten Daten zur Konjunkturlage und Lohnentwicklung.

Renten-Steuer eine „Respektlos-Steuer“? Wagenknecht will vor Wahl punkten

Wagenknecht bezeichnete die Rentensteuer als „Eine Respektlos-Steuer“. Sie sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Rentensteuer ist eine Respektlos-Steuer.“ Sie bezeichnete die jüngsten gesetzlichen Änderungen als „ein schwerer politischer Fehler“. „Die Steuern steigen schneller als die Renten. Das Finanzamt darf nicht länger die gesetzliche Rente schreddern“, sagte die Gründerin der Partei BSW. Wagenknechts Partei kämpft aktuell um den Einzug in den Bundestag. In einer aktuellen Umfrage war die BSW überraschend unter die Fünf-Prozent-Hürde gerutscht.

Im Hinblick auf die Bundestagswahl am 23. Februar forderte Wagenknecht: „Steuerfreiheit auf die gesetzliche Rente bis 2.000 Euro.“ Auch andere Parteien rücken das Thema Rente in den Mittelpunkt ihrer Wahlkampfstrategie. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte beispielsweise bei seiner Vertrauensfrage im Bundestag Mitte Dezember das Engagement der Sozialdemokraten für stabile Renten.

Steuerbelastung für Rentner: Rentenversicherung klärt über aktuelle Lage auf

Die Deutsche Rentenversicherung informiert auf ihrer Homepage über die neuesten Änderungen in der Rentenbesteuerung. Ziel ist es, die unterschiedliche steuerliche Belastung von Renten und Beamtenpensionen zu beseitigen. Die Renten werden auf das System der nachgelagerten Besteuerung umgestellt. Dadurch können die Rentenbeiträge künftig vollständig vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Im Gegenzug muss die spätere Rente als Einkommen voll versteuert werden. Dieser Prozess wird jedoch Jahrzehnte dauern.

Rentner, die seit 2012 in Rente gegangen sind, müssen 64 Prozent ihrer Rente mit ihrem individuellen Steuersatz versteuern. Dieser Anteil steigt für jeden neuen Rentnerjahrgang stufenweise an. Aufgrund von Freibeträgen zahlen jedoch viele Rentner weiterhin keine Steuern, so die Rentenversicherung. (dpa)

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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