VonPatricia Huberschließen
Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck. Unternehmer fordern nun mit einem Zehn-Punkte-Plan endlich politisches Handeln, um den Wirtschaftsstandort zu sichern.
München – Ukraine-Krieg, Inflation und die Energiekrise: All diese Faktoren belasten die deutsche Wirtschaft massiv. Viele hierzulande ansässige Unternehmer sehen ihre Betriebe in Gefahr, sofern die Politik nichts gegen die Krise unternimmt. Daher hat die Stiftung Familienunternehmen und Politik die Bundesregierung nun zum Handeln aufgefordert. Mit einem Zehn-Punkte-Plan soll der Wirtschaftsstandort Deutschland gesichert werden.
Rettung für Wirtschaftsstandort Deutschland: 10 Punkte für die Bundesregierung
Folgende 10 Punkte werden dabei – auch auf EU-Ebene – gefordert:
- Stärken des Binnenmarkts bewahren – EU-Überregulierung stoppen
- Belastungsmoratorium jetzt – Bürokratieabbau endlich ernst nehmen
- Unternehmenssteuer runter, Turboabschreibung, Verlustverrechnung
- Substanzschutz für die nächste Unternehmensgeneration
- Versorgungs- und Planungssicherheit beim Klimaschutz
- Arbeitskosten senken, Produktivität ankurbeln
- Globalen Handel nach unseren Wertvorstellungen stärken – für wirklich freie Freihandelsabkommen
- Beschäftigungspotenziale heben, offene Amtsstuben für ausländische Fachkräfte
- Verwaltung für ihre Kernaufgaben entlasten
- Wertschöpfung ermöglichen, explodierende Staatsausgaben stoppen
„Günstiger, in der Schweiz zu produzieren“
Die Forderungen haben „Hidden Champions“ aufgestellt, wie die Stiftung sie nennt. Hinter diesem Begriff stecken Unternehmer großer deutscher Marken. So unter anderem Nikolas Stihl, Vorsitzender des Beirats Stihl Holding AG & Co. KG. Stihl ist besonders für seine Kettensägen bekannt. „Einen Standort in Deutschland muss man sich heute leisten können. Inzwischen wäre es sogar günstiger, in der Schweiz zu produzieren. Das zeigt die Absurdität der deutschen Lohnkosten-Landschaft“, so Stihl in seinem Statement zum 10-Punkte-Plan.
Aber nicht nur Stihl übt Kritik an der Arbeit der Ampel-Regierung. Auch Roland Mack, geschäftsführender Gesellschafter des Europa-Parks in Rust zeigt sich frustriert: „Die Bundesregierung festigt gegenwärtig Deutschlands Spitzenposition als Höchststeuerland. Warum die Bundesregierung trotz aller Krisensignale hier nichts für die Standortsicherung tut, bleibt mir ein Rätsel.“ (ph)
Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

