VonSteffen Herrmannschließen
Die Gewerkschaft Verdi ruft zum Streik auf: An den Flughäfen sollen die Luftsicherheitskräfte ihre Arbeit am Donnerstag niederlegen.
Flugreisende müssen sich an diesem Donnerstag auf Flugausfälle und Verspätungen gefasst machen. Grund ist ein bundesweiter Warnstreik der Luftsicherheitskräfte, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hat. „Unser Ziel ist es, den Kaufkraftverlust der Beschäftigten nachhaltig auszugleichen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper am Dienstag laut Mitteilung. Die Arbeit der Luftsicherheitskräfte müsse finanziell attraktiv bleiben, damit Fachkräfte gewonnen und gehalten werden könnten.
Zu den Streiks aufgerufen sind laut Verdi rund 25 000 Beschäftigte der Branche an den Flughäfen in Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, Köln, Düsseldorf, Leipzig, Dresden, Erfurt, Frankfurt am Main und Stuttgart. Sie arbeiten im Luftsicherheitsbereich, in der Fluggastkontrolle, in der Personen- und Warenkontrolle, der Frachtkontrolle und in Servicebereichen. Ohne sie ist kein Betrieb der Sicherheitsbereiche möglich. Daher dürfte der Flugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt werden.
Verdi führt Tarifgespräche mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Eine Sprecherin des Verbands sagte zunächst, noch habe der BDLS keine offizielle Streikankündigung seitens Verdi erhalten. Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), erklärte, ein Lahmlegen des Luftverkehrs durch einen Warnstreik der Luftsicherheitskräfte sei „unangemessen“. Er rief dazu auf, eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden oder im Wege einer Schlichtung.
Streik an Flughäfen: Gewerkschaft Verdi fordert mehr Geld
Verdi fordert für die Beschäftigten 2,80 Euro mehr Lohn pro Stunde, höhere Funktionszulagen und Mehrarbeitszuschläge ab der ersten Überstunde bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Der Preisanstieg der letzten beiden Jahre müsse ausgeglichen werden, sagte Pieper. „Die Sicherheit im Luftverkehr ist nicht zum Nulltarif zu haben.“
Der BDLS bot zuletzt Erhöhungen von vier Prozent für 2024 und weitere drei Prozent für 2025 an. mit dpa/afp
