Das Deutschlandticket wird täglich von Millionen genutzt. Doch es gibt Streit um die Finanzierung für die nächsten Jahre. Sogar die Fortführung ist gefährdet.
Berin – Das Deutschlandticket, auch als 49-Euro-Ticket bekannt, gehört für Millionen Menschen inzwischen zum Alltag. Seit Mai 2023 kann man mit dem Deutschlandticket bundesweit den Nah- und Regionalverkehr nutzen. Und das kommt bei vielen gut an. Mehr als elf Millionen 49-Euro-Tickets wurden schon allein in den ersten zwei Monaten deutschlandweit verkauft. Laut Angaben der Deutschen Bahn nutzen tatsächlich seit Einführung des Angebots mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel.
Doch offenbar steht die Fortführung des Deutschlandtickets schon für das kommende Jahr 2024 auf der Kippe. Denn laut einem Medienbericht gibt es immer noch offene Fragen bei der weiteren Finanzierung des Tickets zwischen Bund und Ländern.
Streit um Finanzierung von Deutschlandticket zwischen Bund und Ländern
Zum Verständnis: Bund und Länder hatten sich Ende März nach monatelangem Streit bei der Finanzierung des Tickets für dieses Jahr geeinigt. Die grundlegenden Kosten von etwa drei Milliarden Euro für den Zeitraum von 2023 bis 2025 wollen Bund und Länder sich teilen, zu jeweils 1,5 Milliarden Euro. Mögliche Mehrkosten, die entstehen können, sollen im ersten Jahr ebenfalls hälftig geteilt werden.
Das Problem jetzt: Offenbar gibt es weiterhin keine Einigung im Hinblick auf mögliche Mehrkosten in den kommenden Jahren. „Der Bund und vor allem Bundesverkehrsminister Wissing müssen sich jetzt endlich zu dem von ihm selbst initiierten Projekt bekennen und auch in den kommenden Jahren die Hälfte der Kosten des Deutschlandtickets übernehmen“, sagte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann der Süddeutschen Zeitung (hinter Bezahlschranke).
„Fortführung des Deutschlandtickets ernsthaft gefährdet“
Noch deutlicher wird NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer. Ohne eine Einigung in den offenen Finanzfragen für die Zeit ab 2024 „sehen die Länder die Fortführung des Deutschlandtickets oder zumindest dessen flächendeckende Anwendung ernsthaft gefährdet“, zitiert die SZ Krischer aus einem Brief an Bundesverkehrsminister Volker Wissing von Ende Juli.
„Die Zukunft des Deutschlandtickets ist ungewiss, weil die Verkehrsunternehmen und -verbünde nicht wissen, ob seine Finanzierung im nächsten Jahr weitergeht“, sagte der Vizepräsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Werner Overkamp, dem Blatt.
Nach einer schnellen Einigung klingt das aktuell nicht. Und auch der Bund sieht die Diskussion aktuell „durch die angespannte Haushaltslage“ und die „damit notwendige Priorisierung des Mitteleinsatzes erschwert“, so ein Sprecher des Verkehrsministeriums gegenüber der SZ. Man stehe aber im Austausch mit den Ländern und der Branche. Weitere Details sollen dadurch geklärt werden. (bs/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa
