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Die enormen Kosten für Strom sind eine Last. Die Bundesnetzagentur plant nun durch spezifische Sparmaßnahmen, Einsparungen in Milliardenhöhe zu ermöglichen.
Berlin – Zum Jahreswechsel gibt es Änderungen bei den Energiekosten. Strompreise werden 2025 teurer. Jüngste Pläne lassen jedoch auf einen Umbruch hoffen, der die Strompreise senken könnte. Die Maßnahme könnte sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher erhebliche Einsparungen bei den Netzentgelten bedeuten.
Stromkosten senken – Gesetz soll schrittweise abgebaut werden
Die Bundesnetzagentur will die Vergütung für die dezentrale Einspeisung von Strom schrittweise abschaffen. Dadurch würden die Kosten für das Stromnetz gesenkt. „Wir schlagen eine Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Unternehmen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro über drei Jahre vor“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, am 23. April 2025.
Bei der Vergütung für dezentrale Erzeugung handelt es sich um eine Zahlung von den Netzbetreibern unter anderem an konventionelle Erzeugungsanlagen, die an Verteilernetze angeschlossen sind. Solar- und Windanlagen fallen nicht unter die Regelungen. Die Vergütung lässt sich also als eine Art Bonuszahlung für kleinere konventionelle Kraftwerke verstehen.
Entlastung bei Stromkosten – bestimmtes Gesetz „nicht mehr zeitgemäß“
Die Vergütung für dezentrale Erzeugung wurde ursprünglich eingeführt, um die Kosten für den Stromtransport zu senken, indem lokal erzeugter Strom auch lokal verbraucht wird. Doch diese Annahme trifft laut der Bundesnetzagentur immer weniger zu, da dezentral erzeugter Strom zunehmend über längere Strecken transportiert wird.
Die sogenannten „vermiedenen“ Netzentgelte würden von den Stromverbraucherinnen und Stromverbrauchern über die allgemeinen Netzentgelte getragen und belasten diese mit jährlich rund einer Milliarde Euro. Im bundesweiten Schnitt machen die vermiedenen Netzentgelte ungefähr drei Prozent der Netzkosten aus. Müller erklärte, die Subvention „zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher“ sei „nicht mehr zeitgemäß“. Aktuell zahlen Stromverbraucher die Vergütung über die allgemeinen Netzentgelte.
Die bestehende Regelung zu den sogenannten vermiedenen Netzentgelten läuft durch die Aufhebung der Stromnetzentgeltverordnung zum 31. Dezember 2028 aus. Durch die Festlegung will die Bundesnetzagentur den Anlagenbetreibern Planungssicherheit geben und wählt statt einer sofortigen Abschaffung den schrittweisen Ansatz. Die Entgelte für dezentrale Erzeugung werden in Viertelschritten ab 2026 abgeschmolzen, sodass die Auszahlung zum 31. Dezember 2028 vollständig ausläuft. Dies spart den Netznutzern laut Angaben der Bundesnetzagentur in den Jahren 2026 bis 2028 in Summe ca. 1,5 Milliarden Euro. Ab 2029 sollen keine Entgelte für dezentrale Einspeisung mehr ausgezahlt werden.
Merz strebt Entlastung bei Strompreisen an
Entlastungsmaßnahmen bei Energiepreisen bleiben auch großes Thema bei der künftigen Regierung. „Unser Ziel sind dauerhaft niedrige und planbare, international wettbewerbsfähige Energiekosten“, schreiben CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag. Dazu will die Koalition die Gasspeicherumlage abschaffen, die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß absenken und die Netzentgelte spürbar absenken.
Wie viel Geld private Haushalte durch diese Maßnahmen sparen werden, hat das Vergleichsportal Verivox berechnet. Demnach würde eine Senkung des Strompreises um fünf Cent/kWh netto eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh um 238 Euro (brutto) entlasten. Ein Paar-Haushalt mit einem Verbrauch von 2.800 kWh könnte mit einer Entlastung von 167 Euro rechnen, ein Single-Haushalt (1.500 kWh) mit 89 Euro. Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte würde um rund 17 Prozent sinken.
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