Studie: Häuser mit schlechter Energiebilanz verlieren an Wert
VonMarkus Hofstetter
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Käufer legen Wert auf Energieeffizienz bei Immobilien, Gebäude mit schlechter Bilanz werden unattraktiver. Hohe Energiepreise und Sorgen um das geplante Heizungsgesetz verstärken den Trend.
Frankfurt/Main – Der Anstieg bei den Immobilienpreisen hat in Deutschland zuletzt an Fahrt verloren. Doch langfristig zeigt der Trend laut einer aktuellen Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) in Boomregionen weiter nach oben. Verlierer sind vor allem ländlich geprägte Regionen, die von einem Bevölkerungsrückgang betroffen sind.
Schlechte Energiebilanz drückt Immobilienpreis: Abschläge von bis zu 30 Prozent sind möglich
Doch nicht nur der Standort einer Immobilie kann über die Entwicklung des Kaufpreises entscheiden, sondern auch deren Energiebilanz. Grund sind die teure Energie und die Unsicherheit um das geplante Heizungsgesetz. Das zeigt eine neue Analyse des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL), für die rund 5.000 Angebotsdaten von Mehrfamilienhäusern ausgewertet wurden.
Demnach geht die Schere beim Marktwert zwischen sehr energieeffizienten Wohnimmobilien und Gebäuden mit schlechter Energiebilanz weiter auseinander. Die Preisabschläge für schlecht gedämmte Häuser können demnach bis zu 30 Prozent betragen. Im ersten Quartal lagen JLL zufolge die Angebotspreise für Mehrfamilienhäuser der schlechtesten Energieklassen G und H im Schnitt rund 28 Prozent unter denen der besten Energieklassen A sowie A+. Ein Jahr zuvor belief sich der Unterschied nur auf 21,6 Prozent.
Schlechter Energiebilanz drückt Immobilienpreis: Preisdifferenzierung nach Energieklasse ist dauerhaft
Wegen der hohen Energiepreise ist laut JLL bei energetisch schlechteren Immobilien mit niedrigeren Mieteinnahmen und einer schlechteren Handelbarkeit am Markt zu rechnen. Zudem ist mit dem geplanten Gesetz zum Heizungsaustausch eine Diskussion über die Zukunftsfähigkeit von energetisch besonders schlechten Bestandsobjekten in Gang gesetzt worden. Diese Unsicherheit schlägt sich in der Nachfrage nach solchen Objekten und damit im Preis nieder.
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Nach Ansicht von Helge Scheunemann, Head of Research JLL Deutschland, spricht viel dafür, dass die Preisdifferenzierung nach Energieklasse ein dauerhafter Trend ist. Zum einen sei der Gebäudesektor für die Klimaziele besonders relevant. Zum anderen habe der starke Anstieg der Baukosten zu höheren Kosten für energetische Sanierungen geführt. Das mache sich beim Marktpreis bemerkbar, so Scheunemann.