VonSascha Karowskischließen
Hohe Spritpreise, steigende Personalkosten: Die Taxi-Branche leidet. Jetzt ist endlich eine satte Tarif-Erhöhung in Sicht.
München - Wer in München mit dem Taxi von A nach B will, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Denn die Taxigebühren sollen steigen - um bis zu 15 Prozent. Darauf hat sich die Taxikommission verständigt, der Stadtrat soll nächste Woche zustimmen. Demnach würde der Grundpreis von 4,60 Euro auf 5,30 Euro klettern, der Kilometerpreis von 2,10 Euro auf 2,30 Euro. Der Großraumzuschlag würde auch angehoben - um einen Euro (siehe Tabelle). Ebenso erhöhten sich die Pauschalen - für eine Fahrt etwa vom Flughafen zur Messe würden künftig 85 statt 71 Euro fällig. Die Fahrt vom Flughafen zum Hauptbahnhof würde 95 Euro statt 79 Euro kosten.
„Final ist die Entscheidung noch nicht gefallen“, sagt SPD-Stadträtin Micky Wenngatz. Die Fraktionen besprechen das noch. „Aber wir sehen schon die Probleme des Gewerbes.“
Taxi-Preise: Mindestlohn und hohe Spritpreise belasten die Branche
So seien nicht nur die gestiegenen Spritpreise ein Kostenfaktor, sondern auch der Mindestlohn. „Der ist auf zwölf Euro gestiegen. Für die Empfänger ist das ein begrüßenswerter Schritt, aber für Arbeitgeber eben auch ein Faktor, den man einrechnen muss.“ Hinzu komme eben die Entwicklung bei den Spritpreisen. Es sei eine Abwägung, sagt Wenngatz. „Wir müssen die Bedürfnisse der Taxler im Blick haben, aber auch die der Kunden.“
Bereits Mitte März machte Florian Bachmann, geschäftsführenden Vorstand des Taxiverbands München, im Interview mit Merkur.de klar, dass die Preise angepasst werden müssten. Er erklärte damals: „Jetzt nach zwei Jahren Corona sind sämtliche Reserven aufgebraucht. [...] Jetzt müssen wir quasi mit den nächsten zusätzlichen Kosten kämpfen. Wir haben ohnehin nur relativ geringe Gewinnmargen in unserem Taxitarif. Das heißt, das wird schon ziemlich eng und sicherlich für viele Unternehmer auch der endgültige Stoß, dass es nicht mehr geht.“ Jetzt soll also die er
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Taxifahren: Grüne und CSU sprechen sich für Erhöhung aus
In München gehört das Taxifahren zum öffentlichen Personennahverkehr. Daher darf die Stadt bei der Gestaltung der Gebührenordnung mitreden. Grünen-Stadträtin Sibylle Stöhr sagte, die Fraktion werde die Erhöhung wohl mittragen. „Wir sehen, wie sehr das Gewerbe unter Druck steht. Und da sind wir auch in der Pflicht zu helfen.“ Das sieht die CSU ebenso. „Natürlich gehen wir bei der Erhöhung mit“, sagt Stadtrat Sebastian Schall. „Wir erwarten aber auch, dass in Zukunft die Qualität entsprechend stimmt.“ Das gelte sowohl für die Fahrzeuge als auch für die Fahrer. (ska)
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