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Tesla treibt autonomes Fahren massiv voran. Bei einer Vorführung wird Elon Musk jedoch mit einem Zwischenfall konfrontiert - und den Tücken von Full Self Driving.
Austin/München - Utopisten träumen vom autonomen Fahren, zahlreiche Hersteller treiben die Vision vom selbstfahrenden Auto voran. Der erste Autobauer, der diesbezüglich mit innovativer Technologie den Vorstoß unternahm, ist Tesla mit Firmengründer Elon Musk.
Das beabsichtigte Ziel: Irgendwann soll Kollege Computer das Auto steuern, während die Insassen hauptsächlich zu Passagieren „degradiert“ werden. Freilich ist der Weg der Entwicklung bis dahin steinig und die Umsetzung gelingt nicht ohne Tücken - ein entsprechender Zeitrahmen für die Realisierung wohl alternativlos.
Tesla: Musk will autonomes Fahren live vorführen - System patzt
Bereits beim assistierten Fahren mit E-Autos kommt es immer wieder zu Zwischen- und Unfällen, die längst die Sicherheitsbehörden auf den Plan gerufen haben. Nun wurde Musk persönlich mit einem Problem konfrontiert, als er mitsamt Live-Stream eine neue Software des Unternehmens vorführen wollte. Dabei handelt es sich um ein ambitioniertes Projekt: Das jüngste Update („FSD v12“) soll einen bedeutenden Schritt in Richtung Serientauglichkeit darstellen. Die Beta-Phase des Programms „Full Self Driving“ läuft seit Jahren, mit der aktuellen Ausspielung möchte Tesla dem Vernehmen nach eine fertige, finale Software präsentieren.
An der Testprozedur hat sich nun Elon Musk beteiligt - und erlebte vor den Augen zahlreicher User, dass das System womöglich noch nicht bereit für die Markteinführung ist: Im Rahmen der Testfahrt wartet Musk mit seinem Tesla an einer Kreuzung, an der Ampeln für Linksabbieger und auch Geradeaus-Fahrer zu sehen sind. Als das Licht der einen Ampel auf Grün springt, gibt der Stromer plötzlich Gas. Das Problem: Der Wagen befand sich auf der Geradeaus-Spur. Es hätte also mit einem schlimmen Unfall geendet, wenn der schwerreiche Unternehmer am Steuer nicht manuell eingegriffen hätte.
Tesla: Traum vom „Full Self Driving“ könnte noch dauern
Der Zwischenfall geschah etwa in der Mitte der rund 45-minütigen Testfahrt, die Musk live auf seiner Plattform X (ehemals Twitter) präsentierte. Kurz zuvor philosophierte der 52-Jährige mit seinem Beifahrer, dass das Auto an Ampeln und Stoppschildern sicher halten würde und sich sogar konsequenter an die Regeln halte, als dies Menschen tun. Mit rund 12 km/h steuerte das Fahrzeug von Musk dann jedoch auf die vor ihm kreuzenden Fahrzeuge zu, ehe er auf die Bremse trat.
Das Vorkommnis verdeutlicht, dass die falsche Deutung von Ampelsignalen weiter eine riesige Herausforderung ist. Sein Leben (und das der anderen Verkehrsteilnehmer) gänzlich in die Hände der künstlichen Intelligenz zu legen, erscheint also keine gute Idee. Worum es konkret geht, ist auch die Evolution von teilautomatisiertem (Level 2) auf hochautomatisiertem Fahren (Level 3), die nicht nur im Hause Tesla vorangetrieben wird. Bis dieser Aufstieg gelingt, wird vermutlich noch einiges an Zeit vergehen. Stand jetzt sollte der Autofahrer weiterhin durchgehend den Verkehr im Blick behalten - und die Kontrolle über das Fahrzeug nicht aus der Hand geben.
Tesla: Ampeln und leuchtende Einsatzfahrzeuge bereiten Probleme
In dem Clip spielt Elon Musk den Vorfall ein bisschen herunter („Ooh, Intervention! Sorry“), die Szene verdeutlicht jedoch, warum der Traum vom selbstfahrenden (privaten) Auto noch länger nicht real werden dürfte.
Kontroll- und Warnlampen im Auto: Wenn es rot leuchtet, sollten Sie sofort anhalten




Stern.de weist zudem darauf hin, dass die Testfahrt mit Elon Musk am Steuer unter fast optimalen Bedingungen stattfand. Demnach kam es bei der Spritztour durch Kalifornien zu keiner Situation, die bei selbstfahrenden Teslas angeblich oftmals zu Unfällen führe: leuchtende Einsatzfahrzeuge.
Derweil gibt es neue Ermittlungen gegen Elon Musk - gibt es E-Autos von Tesla mit manipulierten Zahlen? (PF)
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