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Die Zugverbindung von NRW nach Paris könnte schon bald deutlich besser werden. Möglich machen sollen es neue Schnellzüge ab Brüssel. So können Reisende profitieren.
Brüssel/Paris – Wer aktuell von Nordrhein-Westfalen nach Paris will, hat nicht besonders viele Optionen. Auto fahren und fliegen fallen für viele allein wegen Aufwand oder hohem CO₂-Ausstoß raus. Übrig bleibt dann nur noch die Bahn. Aber das Zug-Angebot ist sehr einseitig. Nur mit dem Thalys ist bisher eine Schienenreise in die französische Hauptstadt möglich. Doch das könnte sich in Zukunft ändern, denn die belgische und französische Bahngesellschaft planen eine neue Schnellzug-Verbindung zwischen den beiden Ländern. Diese wäre auch für Reisende aus NRW indirekt von Vorteil.
Neue Schnellzug-Verbindung von Brüssel nach Paris ab 2024 geplant
Genau wie NRW ist auch Brüssel aktuell nur über den Thalys direkt mit Paris verbunden. Doch SNCB und SNCF, die Bahngesellschaften aus Belgien und Frankreich, möchten diese Bahnverbindung deutlich verbessern. Ab Ende 2024 sollen neben den Hochgeschwindigkeitszügen auch reguläre Schnellzüge zwischen der belgischen und französischen Hauptstadt fahren. Dafür wurden entsprechenden Anträge bei den jeweiligen Eisenbahnregulierungsbehörden gestellt, wie die Bahnbetreiber am 18. Juli gemeinsam mitteilten. Der belgische Verkehrsminister Georges Gilkinet hofft derweil, dass Start der neuen Schnellzugverbindung wegen der Olympischen Sommerspiele in Paris vorgezogen werden kann, berichtet die belgischen Nachrichtenagentur Belga.
In den neuen Schnellzügen könnten dann auch günstigere Fahrkarten genutzt werden. Der genaue Fahrplan und etwaige Zwischenhalte sind noch offen, jedoch soll unter anderem die belgische Stadt Mons eine Haltestelle werden. Bevor die weiteren konkreten Planungen aber beginnen können, soll zuvor noch eine Studie die Machbarkeit des Projektes bestätigen.
So verbessern die neuen Schnellzüge die Bahn-Anbindung aus NRW
Reisende hätten laut dem neuen Plan zwischen Brüssel und Paris also nicht nur mehr, sondern auch günstigere Züge zur Auswahl. Das würde ebenfalls Menschen aus NRW zugutekommen. Denn neben dem Thalys könnten sie zukünftig auch zuerst den ICE nach Brüssel nehmen und dort in die neuen Schnellzüge umsteigen. Bis zur belgischen Hauptstadt könnten dadurch zudem Bahncards genutzt werden.
Seit der Einführung des Thalys auf der Verbindung 1997 gibt es keine direkten gewöhnlichen Züge mehr von Nordrhein-Westfalen nach Paris. Statt dem Thalys werden NRW-Reisende in Zukunft nur noch den Eurostar nutzen können, denn die beiden Zugmarken wurden Anfang 2023 fusioniert. Ab Oktober 2023 heißen die Thalys-Züge dann „Eurostar“. Dadurch könnte auch eine direkte Zugverbindung von Köln nach London Wirklichkeit werden.
Diese Zugverbindungen von NRW nach Brüssel gibt es
- Thalys/Eurostar: Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Aachen – Lüttich (Belgien) – Brüssel (Belgien)
- ICE: Köln – Aachen – Lüttich (Belgien) – Brüssel-Nord – Brüssel-Midi
- Hinweis: Stand vom 1. August 2023 – alle Angaben ohne Gewähr
Während der Thalys – beziehungsweise in Zukunft Eurostar – direkt von NRW nach Paris fährt, gibt es nach Brüssel auch eine ICE-Verbindung von der Deutschen Bahn. Die deutschen Schnellzüge fahren täglich ab Köln Hauptbahnhof etwa alle zwei Stunden. Die Fahrtzeit beträgt in etwa 1:53 Stunden.
Der internationale Bahnverkehr in Europa befindet sich seit einiger Zeit wieder im Aufwind. So sind aktuell zehn neue Zugstrecken durch ganz Europa geplant, davon einige auch von oder nach Deutschland. (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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