Niedrige Nachfrage

Thyssenkrupp-Werksschließung: Betroffen ist das Segment Automobilzulieferung

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Thyssenkrupp muss seinen Automobil-Standort in Hagen schließen. Etwa 300 Arbeitsplätze sind betroffen. Ein Grund ist unter anderem eine unzureichende Auslastung.

Hagen – In Europa wie auch in Deutschland stagniert die Konjunktur in der Automobilbranche. Betroffen sind Hersteller und Zulieferer gleichermaßen. So musste ein deutscher Autobauer für Luxus-Karossen unlängst seine Insolvenz vermelden. Zudem erleben viele Hersteller sinkende Verkäufe und damit auch niedrigere operative Gewinne. Nun wurde die Nachricht des Konzerns Thyssenkrupp bekannt.

Thyssenkrupp muss seinen Zulieferer-Standort in Hagen schließen – „sozialverträglicher“ Stellenabbau soll folgen

Thyssenkrupp muss ein bis hierhin bedeutendes Werk im nordrhein-westfälischen Hagen schließen. Konkret betrifft es ein Werk für Federn und Stabilisatoren, das namhafte Automobilhersteller mit Fahrwerkskomponenten beliefert. Von der geplanten Werksschließung seien rund 300 Arbeitsplätze betroffen. Sie sollen in den nächsten beiden Jahren „sozialverträglich abgebaut“ werden, berichtet das Handelsblatt ausgehend von Informationen des Konzerns.

Thyssenkrupp Logo am Standort Saint-Genis-Laval in Frankreich (Symbolbild)

Gründe für die geplante Schließung des Werkes in Hagen liegen laut dem Konzern die anhaltend schwache Automobilkonjunktur, gestiegene Energiepreise sowie hohe Lohnkosten. Sie hätten sich deutlich negativ auf die Konkurrenzfähigkeit des Standortes ausgewirkt. Letzten Endes sei eine Schließung des Federwerkes „die einzige verantwortungsvolle Lösung“, sagt Mario Gropp, Geschäftsführer für Federn und Stabilisatoren, in einer Mitteilung.

Zahlreiche Autohersteller und -zulieferer spüren die niedrige Konjunktur in der Branche

Wie sehr die anhaltend niedrige Konjunktur und eine sinkende Nachfrage Autohersteller und -zulieferer treffen, wird etwa an der Volkswagen-Krise deutlich. Vor Kurzem berichtete die Tagesschau etwa, der Gewinn des Konzerns sei im ersten Quartal 2025 deutlich eingebrochen, um 41 Prozent. 

Und auch Hersteller wie BMW (minus 38 Prozent) und Mercedes (minus 31 Prozent) erlebten sinkende Verkäufe, die zu einem sinkenden operativen Gewinn führten. Aber auch ausländische Hersteller wie etwa Nissan (minus 75 Prozent) und Tesla (-20 Prozent) mussten einen Gewinnrückgang einstecken, wie das Online-Branchenmagazin autohaus.de berichtete.

Thyssenkrupp-Geschäftsführung nimmt die Verantwortung der Werksschließung in Hagen „sehr ernst“ 

Auch benennt Thyssenkrupp eine deutliche Unterauslastung als weiteren Grund für die langfristige Schließung des Standorts Hagen. Eigentliches Bestreben des Konzerns ist ein Verkauf des Geschäftsbereichs Federn und Stabilisatoren, schrieb der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Dienstag. Bis hierhin hat sich allerdings noch kein Interessent gefunden, der Konzern will die Verhandlungen jedoch vorantreiben.

Gemeinsam mit Betriebsrat und IG Metall will Thyssenkrupp zeitnah über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich für das Hagener Werk verhandeln. „Laufende Kundenaufträge werden wir wie vereinbart abarbeiten“, zitiert der WDR Thyssenkrupps Geschäftsführer für Federn und Stabilisatoren, Mario Gropp. Die eigene Verantwortung werde überdies „sehr ernst“ genommen. (fh)

Rubriklistenbild: © hans blossey/imago

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