Von Markus Hofstetter
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Die Fahrradbranche wird von einer Insolvenz erschüttert. Ein Produzent preiswerter Modelle sowie bekannter Kinderfahrräder steht vor dem Aus.
Gütersloh – Die Fahrradbranche in Deutschland steckt nach dem Corona-Boom weiter in der Krise. Nach Prophete ist ein weiterer traditionsreicher Hersteller in die Insolvenz geschlittert. Wie aus einer Mitteilung des Amtsgerichts Bielefeld hervorgeht, haben die Sprick Cycle GmbH und ihre Muttergesellschaft Sprick Holding GmbH am 27. Dezember wegen finanzieller Schwierigkeiten Insolvenz angemeldet. Für beide Unternehmen hat das Amtsgericht Bielefeld Rechtsanwalt Axel Geese von der Streitbörger PartGmbB zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Deutscher Fahrradhersteller Sprick Cycle ist insolvent: Insgesamt sind über 500 Mitarbeiter in Deutschland und Polen betroffen Die Sprick Cycle GmbH in Gütersloh ist für Vertrieb, Einkauf, Service, Buchhaltung und IT zuständig. Produziert wird in dem 1994 fertiggestellten Werk Sprick Rowery Spółka z o.o. in Swiebodzin, rund 80 Kilometer östlich von Frankfurt/Oder. Laut lokalen Medienberichten sollen an beiden Standorten insgesamt über 500 Mitarbeiter beschäftigt sein.
Die Produktion von Rädern im Werk Sprick Rowery Spółka z o.o. in Polen.
© Woom
Sprick Cycle produziert in Polen Fahrräder im Namen und auf Rechnung von branchenfremden Kunden wie Baumärkten. Als zusätzlichen Service bietet das Unternehmen seinen Kunden an, Fahrräder unter von Sprick Cycle geschützten Markennamen wie Anno 1900, Crown, Fashionline, Performance und Senator zu verkaufen.
Deutscher Fahrradhersteller Sprick Cycle ist insolvent: Als Auftragsfertiger werden auch Kinderfahrräder der Marke Woom hergestellt Seit 2021 werden in Polen auch Kinderfahrräder der bekannten österreichischen Marke Woom für den europäischen Markt produziert. Bereits im ersten Jahr der Zusammenarbeit wurden dort nach Unternehmensangaben 115.000 Woom-Bikes hergestellt, was knapp 40 Prozent der gesamten Jahresproduktion entspricht.
Woom-COO Johannes Kisslinger erklärte gegenüber dem Velojournal , dass derzeit intensive Gespräche über die aktuelle Situation geführt werden. „Wir sind in engem Austausch, um unsere Produktion zu gewährleisten.“ Man habe auch bereits die Produktionskapazitäten in Europa und weltweit erhöht, um mittelfristig die Lieferfähigkeit sicherzustellen.
Eine Ursache für die Zahlungsschwierigkeiten von Sprick Cycle ist offenbar ein Verlust von rund sechs Millionen Euro im Geschäftsjahr 2022/23 (Stichtag 30. September). In den Jahren zuvor wurden regelmäßig Gewinne in Millionenhöhe erwirtschaftet.
BH, Fahrrad, Fliegenklatsche – 13 weltberühmte Erfindungen aus Baden-Württemberg Beginnen wir mit einem Klassiker: Geburtsort des Automobils ist bekanntermaßen die Quadratestadt Mannheim. Im Jahr 1886 meldet Carl Benz (1844-1929) hier seinen „Motorwagen Nummer 1“, den ersten praxistauglichen Kraftwagen mit Verbrennungsmotor weltweit, zum Patent an. Auf diesem Foto aus dem Jahr 1925 sehen wir den damals 81-jährigen Benz auf seinem ersten Auto sitzend, das übrigens… © gemeinfrei …ein Dreirad war (hier ein Nachbau im Technikmuseum Sinsheim). Mit seiner epochalen Erfindung kommt Benz Gottlieb Daimler nur knapp zuvor, der wenig später gemeinsam mit Wilhelm Maybach in Stuttgart (bekanntlich auch Baden-Württemberg) das erste vierrädrige Auto mit Ottomotor entwickelt. So weit, so vertraut. Unsere nächste Erfindung aber bringen Sie mit Sicherheit nicht mit Baden-Württemberg in Verbindung. Noch nicht. Wir wechseln das Feld, im wahrsten Sinne, und starten mit… © Eagle2308/Pond5 Images/IMAGO …einem Bild im Bild. Dieser sympathische ältere Herr hier präsentiert uns, nun ja, ein Foto. Besagtes Foto ist zum Zeitpunkt der Aufnahme (das war 2006) stolze 40 Jahre alt und zeigt ihn in seiner aktiven Zeit als Fußballschiedsrichter. Genauer gesagt schreiben wir den 23. Juli 1966 und befinden uns im Londoner Wembley-Stadion. Der Mann heißt Rudolf Kreitlein (1919-2012), ist zwar gebürtiger Franke, aber in Stuttgart beheimatet. © Herbert Rudel/Sportfoto Rudel/IMAGO Gehen wir mal näher ran: Kreitlein nimmt 1966 als deutscher Schiedsrichter an der Fußball-Weltmeisterschaft teil und pfeift unter anderem das Viertelfinalspiel zwischen Gastgeber England und Argentinien. Unser Foto zeigt den Moment, in dem er den argentinischen Kapitän Antonio Rattín vom Platz stellt. Nur: Weil Kreitlein kein Spanisch spricht und Rattín kein Deutsch, gestaltet sich die Kommunikation schwierig. Die heute gebräuchlichen Karten für einen Feldverweis gibt es seinerzeit im Fußball noch nicht… © Herbert Rudel/Sportfoto Rudel/IMAGO Gelbe und Rote Karte in Nahaufnahme …und an dieser Stelle sind wir bei Kreitleins wegweisender Idee angekommen. Nach dem Spiel unterbreitet er dem Fußballweltverband FIFA seinen Vorschlag von Gelben und Roten Karten als Mittel der internationalen – und eindeutigen – Verständigung. Der Rest ist Geschichte. Übrigens genauso wie der weitere WM-Verlauf: England sollte das Spiel mit 1:0 für sich entscheiden, das Finale erreichen und sich dort gegen Deutschland mit dem legendären „Wembley-Tor“ zum Weltmeister krönen. Tatsächlich war Rudolf Kreitlein ursprünglich sogar als Final-Schiedsrichter vorgesehen, blieb wegen der Beteiligung der deutschen Auswahl schlussendlich aber außen vor. Stattdessen pfiff der Schweizer Gottfried Dienst – und erlangte mit dem gegebenen Tor, das bekanntlich keines war, fragwürdigen Ruhm. © Peter Hartenfelser/IMAGO Eine junge Frau in Unterwäsche. Hoppla, da ist uns jetzt was dazwischengerutscht, peinlich…
Nein, Spaß beiseite, das hat hier schon alles seine Richtigkeit. Richten Sie Ihr Augenmerk auf die (wenigen) Kleidungsstücke, die die junge Dame auf dem Foto trägt. Dürfte nicht allzu schwerfallen. Eines davon nämlich ist – Sie ahnen es – eine im wahrsten Sinne waschechte baden-württembergische Erfindung. Wir schreiben das Jahr 1912, als sich der Stuttgarter Textilunternehmer Sigmund Lindauer den ersten… © nightunter/Pond5 Images/IMAGO Ein beigefarbener Büstenhalter aus den 1920er Jahren liegt ausgebreitet auf hellem Untergrund. …seriell gefertigten BH patentieren lässt. Die große Besonderheit an „Hautana“, so der Name der über viele Jahre produzierten Linie, ist der einfach zu handhabende Rückenverschluss. Seinerzeit eine echte Neuerung, war Frau bis dahin doch hauptsächlich eher aufwändig zu knüpfende Korsagen gewohnt – die Lindauer übrigens auch vertrieb. Um der Wahrheit noch die Ehre zu geben: Auf unserem Foto ist kein originaler „Hautana“ zu sehen, aber ein ähnliches, nur wenige Jahre jüngeres französisches Modell. © Artokoloro/IMAGO Dario Fontanella 2019 beim Zubereiten von Spaghetti-Eis in seinem Eiscafé „Intermezzo“ in Mannheim. Nein, wir befinden uns nicht in Schwaben, der Mann ist kein Koch und er presst auch keine Spätzle. Mal davon abgesehen, dass im Schwäbischen vermutlich geteert und gefedert würde, wer Spätzle presst, statt sie zu schaben, entstand dieses Bild im badischen Mannheim. Wir sehen Dario Fontanella (*1952) bei der Arbeit in seiner Eisdiele, wo er im Jahr 1969… © Thomas Lohnes/epd/IMAGO Dario Fontanella präsentiert 2019 einen Teller mit Spaghetti-Eis in seinem Eiscafé „Intermezzo“ in Mannheim …das Spaghetti-Eis erfand. Die Idee kommt dem gebürtigen Mannheimer in Italien, der Heimat seines Vaters, wo er im Skiurlaub die Nachspeise „Mont Blanc“ probiert. Dafür wird Esskastanienpüree durch eine Kartoffelpresse gedrückt und mit Puderzucker überzogen. Das testet der damals gerade 17-Jährige kurzerhand während der Osterferien in der Eisdiele seines Vaters in der Quadratestadt – nur eben mit Vanilleeis und Erdbeersauce. © Thomas Lohnes/epd/IMAGO Jungfernflug des Luftschiffs LZ1, des Prototyps des Zeppelins, über dem Bodensee bei Friedrichshafen am 2. Juli 1900. Aus historischer Sicht eine sehr besondere Aufnahme: Wir beobachten den Jungfernflug des Luftschiffs „LZ 1“ am 2. Juli des Jahres 1900 über dem Bodensee bei Friedrichshafen. „LZ 1“ war der Prototyp der sogenannten „Starrluftschiffe“ – und ja, die waren so sperrig, wie ihr Name klingt. Und sie waren benannt nach ihrem Erfinder. Die Abkürzung „LZ“ nämlich steht für… © Bridgeman Images/IMAGO Schwarz-weiß-Aufnahme von Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917) an einem Schreibtisch sitzend. …„Luftschiff Zeppelin“. Der Name des in Konstanz geborenen Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917) steht heute synonym für Luftschiffe. Dem „LZ 1“ sollten noch viele weitere folgen, das erfolgreichste, das „LZ 127 Graf Zeppelin“, ermöglicht ab 1928 die ersten transatlantischen Passagierflüge – noch bevor das mit Flugzeugen möglich war. Unser Foto zeigt Zeppelin in gehobenerem Alter großväterlich-milde von seinem Erfinder-Schreibtische aufblickend. © GRANGER Historical Picture Archive/IMAGO Zeichnung der ersten Fliegenklatsche aus der Offenlegungsschrift CH 324403A des Deutschen Patent- und Markenamtes. Zugegeben, die Abbildung sieht auf den ersten Blick ein bisschen verwirrend aus. Auf den zweiten wird aber schnell klar, was hier dargestellt ist. Richtig, eine einfache Fliegenklatsche. Kennt jeder, ist simpel – aber überaus praktisch. Und auch sie stammt aus Baden-Württemberg: Ihr Erfinder ist der Stuttgarter Unternehmer Erich Schumm (1907-1979).
Das „Schumm Plastic-Werk“ stellt in den 1950er- und 1960er-Jahren Kunststoffprodukte für Haus und Garten her. Und heraus ragt die Erfindung der Fliegenklatsche im Jahr 1953. Das Bild zeigt übrigens die Original-Zeichnung der allerallerallerersten Fliegenklatsche, wie sie in den Akten des Deutschen Patent- und Markenamts hinterlegt ist. © Gemeinfrei nach § 5 Abs. 1 UrhG Erfinder und Unternehmer Artur Fischer. Hier ein echter Macher, ein Schwarzwälder Unikum – und Held aller Heimwerker, könnte man sicher sagen. Und seine bekannteste Erfindung ist im Bild sogar schon ganz dezent „versteckt“. Sehen Sie's? Schauen wir mal genauer hin: © Uli Deck/dpa Erfinder und Unternehmer Artur Fischer hält eine Hand voll von ihm entwickelter Fischer-Dübel. 1958 bringt Artur Fischer (1919-2016) den nach ihm benannten Fischer-Dübel auf den Markt. Der gebürtige Tumlinger (das liegt im Landkreis Freudenstadt) gehört zu den vielleicht produktivsten Erfindern seiner Zeit. Neben dem Dübel ist auch das beliebte Baukastensystem fischertechnik sein Werk. Und ein Blitzlichtgerät für Fotoapparate. Und ein Getränkehalter. Und ein rutschsicherer Eierbecher. Über 1.000 Patente und sogenannte Gebrauchsmusteranmeldungen tragen allein in Deutschland seinen Namen. Im Jahr 2014 wird Fischer, wie wir finden völlig zurecht, mit dem Europäischen Erfinderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Schwer zu toppen, aber weiter im Text, jetzt kommt was für Filmliebhaber: © Uli Deck/dpa Carl Laemmle am Set des 1923 in Hollywood entstandenen Films „Der Glöckner von Notre Dame“ Der besseren Übersicht halber haben wir diese vier Herren eigens für Sie, liebe Leser, der Größe nach sortiert…*hüstel* Die Aufnahme führt uns ans Set des 1923 in Los Angeles entstandenen Films „Der Glöckner von Notre Dame“. Das hat jetzt noch nicht direkt etwas mit Baden-Württemberg zu tun, der Zusammenhang wird aber deutlich, wenn wir Sie mit dem zweiten Herrn von rechts bekanntmachen. Dem zweitkleinsten also. Oder drittgrößten. Wie auch immer, gestatten, Carl Laemmle. Nie gehört? Laemmle (1867-1939) stammt aus Laupheim im oberschwäbischen Landkreis Biberach. Im zarten Alter von 17 Jahren wandert er in die USA aus, gründet dort die… © Everett Collection/IMAGO Der Hollywood-Schriftzug in den Hollywood Hills in Los Angeles. …Universal Film Manufacturing Company (heute die berühmten Universal Pictures) und wird so quasi zum Urvater Hollywoods und der US-Filmindustrie. Okay, streng genommen vielleicht keine „Erfindung“ im eigentlichen Sinne, aber auf alle Fälle ein interessanter Fun Fact für die nächste Gartenparty. Und Filme sind immer ein schönes Gesprächsthema. Apropos schön… © Barbara Munker/dpa Seifenblasen …wunderschön anzusehen, oder? Und hätten Sie gewusst, dass ein Baden-Württemberger der Welt die Seifenblasen brachte? Kein Scherz! © Arne Dedert/dpa Pustefix feiert 2023 sein 75. Jubiläum Zumindest die aus der Dose: Eigentlich stellt Rolf Hein in den 1950er-Jahren in einer kleinen Ortschaft nahe Tübingen Waschmittel her. Beim Tüfteln an der Rezeptur bilden sich statt des erhofften Schaums kleine schillernde Bläschen. Unter dem Namen „Pustefix“ verkauft Hein die Flüssigkeit, zusammen mit einer zum Oval gebogenen, zylindrische Sprungfeder als Blasring. Bis heute ein Spaß für Jung und Alt. Genießen Sie die Kindheitserinnerungen noch einen Moment, jetzt wird’s deutlich klobiger, denn… © Julian Rettig/dpa Besucher betrachten im Badischen Landesmuseum Karlsruhe eine Draisine. …so ein kleines bisschen unhandlich waren sie ja schon, die ersten Fahrräder (hier ein Exemplar aus dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe). War halt noch nix mit leichtem Carbonrahmen und E-Motor-Unterstützung. Eigentlich war da noch nicht mal was mit „in die Pedale treten“. Die ersten Fahrräder nämlich waren klassische Laufräder, sogenannte Draisinen. Benannt nach ihrem Entwickler,… © Uli Deck/dpa Zeichnung eines Mannes auf einer Draisine. …dem Karlsruher Karl Friedrich Freiherr von Drais von Sauerbronn (1785-1851), der seine Draisine 1817 erstmals vorstellte und im darauffolgenden Jahr zum Patent anmeldete. Joa, und so wie auf dieser Illustration sah das dann aus. Auch auffällig: Offensichtlich trug man zum Fahrradfahren damals Zylinder statt Helm. Zumindest die Herren der Schöpfung. Überhaupt sind Frauen in unserer Aufstellung bisher deutlich unterrepräsentiert, weshalb wir Sie jetzt mit dieser Dame bekanntmachen möchten,… © dpa Apollonia Margarete Steiff (1847-1909) …die auf den wunderschönen Vornamen Apollonia Margarete hörte. Ihren Nachnamen verraten wir an dieser Stelle mal noch nicht, vielleicht kommen Sie selbst drauf, wenn wir einen kleinen Hinweis zum Unternehmen geben, das eben diesen Namen trägt. Eines der ersten und bis heute bekanntesten Produkte, das sie ab dem Jahr 1903 herstellte, trug die Bezeichnung „55 PB“. Klingt ein bisschen steif, zugegeben, hat aber einen logischen Hintergrund: Die „55“ steht hier für die Größe in Zentimetern, das „P“ für Plüsch und das „B“ für beweglich. Klein, plüschig, mit beweglichen Armen und Beinen… Na, kommen Sie drauf? © gemeinfrei Steiff-Teddybär mit Knopf im Ohr Richtig, gesucht ist natürlich der Teddybär mit dem berühmten Knopf im Ohr. 1879 begann Margarete Steiff (1847-1909) in ihrer Heimat Giengen an der Brenz mit ersten Näharbeiten – los ging‘s mit Nadelkissen in Elefantenform, den „Elefäntle“. Der Teddy kam 1903 ins Sortiment und war eine Idee ihres Neffen Richard. „Teddy“ hieß er zu Beginn übrigens noch gar nicht, der Legende nach soll der Name über Umwege auf den damaligen US-Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt zurückgehen. Ihr Markenzeichen, den bekannten Knopf im Ohr, tragen Steiff-Tiere übrigens seit 1904. © Stefan Puchner/dpa Ein Mitarbeiter der Firma Kärcher aus Winnenden (Baden-Württemberg) säubert mit einem Hochdruckreiniger die Nase eines der in Stein gemeißelten amerikanischen Präsidentenporträts am Mount Rushmore im US- Bundesstaat South Dakota. So, Sprachwissenschaftler vor, wer weiß, was ein Deonym ist? Okay, kleines Beispiel: Der Mann hier auf dem Foto ist gerade dabei, eine Statue mit einem Hochdruckreiniger zu bearbeiten. Wenn Sie‘s genau wissen möchten, es handelt sich übrigens – kein Witz – um die Nase eines der in Stein gemeißelten amerikanischen Präsidentenporträts am Mount Rushmore im US-Bundesstaat South Dakota. Aber zurück zur Eingangsfrage. Deonyme sind Wörter, die sich aus Namen ableiten. Und mit einem ebensolchen könnte man auch die Tätigkeit auf dem Foto beschreiben: Der Mann, er… © DB Kaercher/dpa Zentrale der Alfred Kaercher SE und Co KG in Winnenden, Baden Wuerttemberg …“kärchert“. Alfred Kärcher (1901-1959) nämlich ist es, der im Jahr 1950 den ersten Heißwasser-Hochdruckreiniger entwickelt. Der Name ist bis heute Programm und in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Man kärchert. Die Unternehmenszentrale befindet sich bis heute in Kärchers Geburtsort Winnenden, rund 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart. Und wo wir gerade bei Wasser sind,… © Manfred Segerer/IMAGO Eine Frau schüttet weißes Brausepulver in ein Wasserglas. …kleine Erfrischung gefällig? Nein, es geht nicht um Aspirin, das stammt auch gar nicht aus Baden-Württemberg. Wir wollten hier nur mal symbolisch farbloses Brausepulver abbilden, um nicht gleich zu viel zu verraten. Die Erfindung, auf die wir eigentlich hinaus wollen, funktioniert aber genau so, ist nur deutlich bunter und schmeckt auch besser. Sie haben schon einen Verdacht, oder? © Pond5 Images/IMAGO Ahoj-Brause Sie liegen völlig richtig! Was sonst als die berühmte Ahoj-Brause könnte gemeint sein? Ab 1925 vertreiben Theodor Beltle und sein Schwager Robert Friedel von Stuttgart-Bad Canstatt aus das vor allem bei Kindern beliebte „Brauselimonaden-Pulver“, das es zunächst nur in den Geschmacksrichtungen Zitrone und Orange gibt – und auch nur gepresst in Tablettenform. Das heutige Pulver aus dem Tütchen kommt 1930 auf den Markt – ab hier dann auch in anderen Geschmacksrichtungen wie Waldmeister oder Himbeere – und trägt seitdem das bekannte „Ahoj-Brause“-Label. Das seinerzeit gegründete Unternehmen „Frigeo“ gehört heute übrigens zum nordrhein-westfälischen Süßwarenhersteller „Katjes“. © Ronald Bonß/dpa Deutscher Fahrradhersteller Sprick Cycle ist insolvent: Die Geschichte reicht über 100 Jahre zurück Die Geschichte von Sprick begann 1922 mit der Gründung eines Großhandels für Fahrräder und Fahrradteile durch Julius Sprick. Im Jahr 1926 begann die eigene Produktion von Fahrradteilen und Ende der 1950er Jahre die Produktion von Fahrrädern. 2004 mussten die Sprick Fahrräder GmbH und ihre thüringische Produktionstochter Merkers-Rad GmbH, die jährlich rund 750.000 Fahrräder produzierte, Insolvenz anmelden. Im selben Jahr wurde die Sprick Cycle GmbH gegründet.
Wie es mit Sprick Cycle weitergeht, ist noch unklar. Insolvenzverwalter Axel Geese hat sich noch nicht geäußert. Die Rettung der insolventen Prophete-Gruppe durch die asiatische Dutech Holdings lässt jedoch hoffen, dass dies nicht das Ende des Gütersloher Traditionsherstellers ist.
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