1876 gegründet

Traditionsunternehmen kämpft mit Stellenabbau – Freiwilligenprogramm findet zu wenig Anklang

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Das Traditionsunternehmen R. Stahl hat ein Freiwilligenprogramm zum Stellenabbau eingeführt. Die Maßnahme verlief jedoch offensichtlich nicht nach Plan.

Waldenburg – Im Zuge der aktuellen Welle an Personaleinsparungen müssen viele Unternehmen aufgrund von tariflichen Vorgaben auf Freiwilligkeit vertrauen. Beim Softwarekonzern SAP erfreute sich das Freiwilligenprogramm einer derart großen Nachfrage, dass das Unternehmen kurzerhand den Stellenabbau ausweitete. Beim Traditionsunternehmen R. Stahl AG, mit Sitz in Waldenburg (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg), gestaltet sich die Sachlage dagegen anders. Ein für die Personalreduktion gestartetes Freiwilligenprogramm verlief bislang nämlich nicht wie erhofft.

Beim traditionsreichen Explosionsschutzspezialisten R. Stahl brachte ein Freiwilligenprogramm nicht den erhofften Erfolg.

Die R. Stahl AG wurde im Jahr 1876 ursprünglich in Stuttgart gegründet und ist auf Produkte, Systeme und Dienstleistungen für den Explosionsschutz spezialisiert. Wie die gesamte Industrie leidet das börsennotierte Unternehmen unter stark gestiegenen Fixkosten und hat deshalb erst jüngst die Prognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Bei der Senkung der Personalkosten gibt es derzeit aber offenbar Probleme. Auch der Technologiekonzern Sick hat ein Freiwilligenprogramm gestartet.

Stellenabbau bei R. Stahl: Nur rund die Hälfte der vorgesehen Mitarbeiter für Programm angemeldet

Wie die Heilbronner Stimme berichtet, hat R. Stahl bereits vor einigen Wochen Maßnahmen eingeleitet, um die Personalkosten zu senken. Geplant war, mithilfe des Freiwilligenprogramms 83 Stellen sozialverträglich abzubauen. Der Betriebsrat und die Geschäftsführung glaubten, damit für alle Parteien eine zufriedenstellende Lösung gefunden zu haben. Dem ist aber offenbar nicht so. Dem Bericht zufolge haben sich von den 83 Mitarbeitern, die auf der Liste stehen, nur knapp die Hälfte für das Programm angemeldet. „Bis heute haben 43 Mitarbeiter unterschrieben“, sagte Personalleiter Holger Angrick der Stimme.

Name R. STAHL AG
Gründung 1876 in Stuttgart, Baden-Württemberg
Sitz Waldenburg, Baden-Württemberg
Branche Elektrotechnik (Explosionsschutz)
Mitarbeiter 1.743 (2024)
Umsatz 344,1 Millionen Euro (2024)

Ursprünglich sollte der sozial verträgliche Personalabbau durch das Freiwilligenprogramm zum aktuellen Zeitpunkt bereits abgeschlossen sein. Nach einer Betriebsversammlung Mitte Mai kam allerdings massive Unruhe in der Belegschaft auf. Der Stimme zufolge machen Betriebsrat und Geschäftsführung dafür die IG Metall-Geschäftsstelle Schwäbisch Hall verantwortlich, die Falschinformationen gestreut haben soll. Zuvor sei nämlich ausschließlich mit der Bezirksdirektion in Stuttgart verhandelt worden, zur Betriebsversammlung tauchte dann aber ein Gewerkschafter auf, der nicht im Thema gewesen sei.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Freiwilligenprogramm bei R. Stahl gescheitert? Betriebsrat befürchtet harte Konsequenzen

Um einen sozial verträglichen Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen gewährleisten zu können, haben die Parteien frühzeitig die Weichen gestellt. Konkret umfasst das Freiwilligenprogramm bei R. Stahl einen Sozialplan mit Interessenausgleich sowie die Gründung einer Transfergesellschaft. „Wir wollten das Beste für die Mitarbeiter rausholen und denen, die in Rente gehen wollen, einen goldenen Übergang ermöglichen“, sagte die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Eva Maria Beck, der Stimme. Da aber eben 40 Mitarbeiter zu wenig das Angebot angenommen haben, rechnet der Betriebsrat mit harten Konsequenzen.

Zuletzt berichtete unsere Redaktion über den angepassten Stellenabbau bei einer Bosch-Tochter an einem Standort in Bayern.

Rubriklistenbild: © R. Stahl AG

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