Folgen für US-Wirtschaft

Trump erwägt drastische Zollsenkung – Signal an China: „Werden Deal festlegen“

  • schließen

Donald Trump könnte im Handelsstreit mit China einlenken. Eine Einigung rückt in greifbare Nähe. Doch was steckt hinter diesem Kurswechsel?

Washington D.C. – In der jüngsten Vergangenheit herrschte bei keiner Entscheidung so viel Durcheinander wie bei Donald Trumps Zollpolitik. Nun scheint sich erneut ein Chaos anzubahnen: Nachdem der US-Präsident einen Zollsatz von 145 Prozent gegen China angekündigt hatte, plant er offenbar eine Kursänderung.

Trumps Zölle verärgern China – nun gibt es Aussicht auf einen Deal

Trump erwägt im Handelskonflikt mit China, seine bisher aggressive Strategie zu überdenken. Er wolle bei den Handelsgesprächen mit China „sehr nett“ sein, berichtete Bloomberg News am Dienstag (22. April 2025) aus Washington. Sollten die beiden Länder eine Einigung erzielen, könnten die Zölle „deutlich nach unten gehen, aber nicht auf null.“ Ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses sagte gegenüber dem Wall Street Journal, die Zölle auf China würden wahrscheinlich auf etwa 50 bis 65 Prozent gesenkt.

Trump sieht es nicht als notwendig an, mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping „mit harten Bandagen zu kämpfen.“ Er betonte die Wichtigkeit eines Deals mit Peking: „Und wenn sie keinen Deal machen, werden wir den Deal festlegen, denn wir sind diejenigen, die den Deal festlegen.“

Trump erhöht Zölle gegen China – Finanzminister spricht von „Neuausrichtung“

US-Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor laut Medienberichten eine baldige Entspannung im Zollstreit mit China angedeutet. Bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen habe Bessent Investoren mitgeteilt, dass die aktuellen Zölle nicht tragbar seien, berichtete CNBC unter Berufung auf einen Teilnehmer. Bessent habe zudem klargestellt, dass es nicht Trumps Ziel sei, sich von China abzuschotten.

Trumps Zölle sorgen für große Verwirrung – auch in China.

Ein anonymer Teilnehmer des Treffens bezeichnete die derzeitige Situation als Embargo. Aus Sicht beider Länder sei die aktuelle Lage unhaltbar. Bessent äußerte die Hoffnung auf eine „große, wunderbare Neuausrichtung“ der chinesischen Wirtschaft hin zu mehr Konsum und der US-Wirtschaft zu mehr Produktion. Laut Bloomberg seien die Verhandlungen noch nicht gestartet, aber eine Einigung sei möglich.

US-Wirtschaft leidet unter Trumps Zöllen – Präsident in „Panik“?

Eine Einigung mit China wäre für die US-Wirtschaft entscheidend, um Rezessionsängste zu mindern und dem Aktienmarkt Erholungschancen zu bieten. Nach Trumps umfassendem Zollpaket erlitten die US-Aktien massive Verluste, was die Anleger in „Panik“ versetzte. Die Zölle führten zu einem Handelskrieg mit wichtigen Wirtschaftspartnern. Auch Trump scheint zunehmend die wirtschaftlichen Folgen zu spüren. Laut einer IWF-Prognose könnten die USA die größten Verlierer von Trumps Zollpolitik sein.

„Trump ist in Panik, weil die Märkte abstürzen und die Renditen der US-Staatsanleihen immer noch sehr hoch sind“, sagte Alicia Garcia Herrero, Chefvolkswirtin für den asiatisch-pazifischen Raum bei Natixis. „Er braucht eine Einigung und zwar schnell. China muss unter diesen Umständen nichts Großes anbieten.”

China wehrt sich gegen US-Zölle – Folgen für US-Wirtschaft

China hat klargestellt, dass es sich gegen die US-Zollpolitik wehren wird. „Wenn die USA darauf bestehen, ihren eigenen Weg zu gehen, wird China bis zum Ende dagegen ankämpfen“, erklärte das Handelsministerium in Peking Mitte April im Hinblick auf den von Trump ausgelösten Zollstreit.

Als Reaktion auf die US-Zölle hatte China bereits Gegenzölle von 125 Prozent auf US-Waren eingeführt. Die Zollkommission in Peking überraschte jedoch mit der Ankündigung, die Aufschläge nicht weiter zu erhöhen, selbst bei einer erneuten Eskalation durch die USA. China werde das „Zoll-Zahlenspiel“ der USA künftig ignorieren. (bohy mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Middle East Images/imago/Xinhua/imago (montage)

Kommentare