VonRichard Stroblschließen
Trump pflügt mit seinen Zöllen durch die internationale Wirtschaft. Jetzt folgte eine brisante Aussage, mit der er seinem eigenen Minister widerspricht.
Washington – Donald Trump fegt weiter wie ein Wirbelsturm durch die Welt-Politik und wirft über Jahrzehnte erprobte Abläufe durcheinander. Besonders die neuen Zölle auf Waren aus dem Ausland sorgen international für große Sorgen. Zudem stellt sich die Frage, ob nicht die US-amerikanischen Bürger selbst am Ende am härtesten von den Eingriffen in den freien Markt getroffen werden.
Jahrzehntelang seien die USA „von fast jedem Land der Welt betrogen worden“. So die Begründung Trumps für seine Zölle. Zudem wirft er etwa Mexiko und Kanada vor, den Drogenschmuggel in die USA nicht genug zu bekämpfen. Das reichte Trump, um 25 Prozent Zölle auf alle Importe aus Mexiko und Kanada sowie 20 Prozent auf alle Importe aus China anzukündigen. Doch auch durch die Gegenzölle aus dem Ausland wird die Zoll-Politik wohl neben Unternehmen auch die Bürger in den USA hart treffen.
Trump macht brisante Zoll-Aussage und stellt USA auf mögliche Rezession ein
Führt Donald Trumps also in den USA also in die Rezession? Diesbezüglich folgte am Sonntagabend eine brisante Aussage - von Trump höchstpersönlich. „Ich hasse es, Dinge so vorherzusagen“, sagte Trump am Sonntag in einem Interview mit dem rechtsgerichteten Sender Fox News auf die Frage, ob er mit einer Rezession in den USA rechne. Vielmehr meinte Trump nun: „Es gibt eine Übergangszeit, denn was wir tun, ist sehr groß - wir bringen den Wohlstand zurück nach Amerika“, sagte Trump. „Es braucht ein wenig Zeit“, fügte er hinzu.
Doch wirklichen Einblick in das Chaos der Trump-Regierung gibt die Tatsache, dass Trumps eigener Handelsminister Howard Lutnick sich komplett anders äußerte. Ebenfalls am Sonntagabend sagte Lutnick bei NBC auf die Frage, ob es in den USA einen wirtschaftlichen Abschwung geben werde: „Absolut nicht“.
Trump im Schlingerkurs durch die US-Wirtschaft: Experten vorsichtig
Erst am Donnerstag war Trump im Zollstreit mit Mexiko und Kanada zurückgerudert und hatte die Strafzölle gegen beide Länder teilweise ausgesetzt. Trumps Schlingerkurs hat die Verbraucher in den USA verunsichert, da die offensichtlichsten Auswirkungen seiner Zollpolitik die Preise in den USA betreffen dürften. Zu zusätzlicher Verunsicherung trägt der massiv vom US-Präsidenten und seinem Berater Elon Musk vorangetriebene Personalabbau in staatlichen Behörden bei.
In Anbetracht der Unwägbarkeiten halten sich Wirtschaftsexperten mit Prognosen weitgehend zurück. Die Analysten von Goldman Sachs haben mit Blick auf Trumps Politik die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten zwölf Monaten von 15 Prozent auf 20 Prozent erhöht. Der US-Risikokapitalgeber Morgan Stanley sagte für dieses Jahr ein „schwächeres Wachstum“ voraus als zuvor erwartet.
Gerade, dass Trump seine Zölle nun bis April ausgesetzt hat, macht eine Vermutung einiger Experten wahrscheinlicher: Der Republikaner könnte die Zolldrohungen als Verhandlungstaktik einsetzen, um von anderen Regierungen in anderen Bereichen Zugeständnisse zu erzwingen. (rjs/afp)
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