Trump-Zölle verschärfen Lage für deutschen Autozulieferer: Situation „dramatisiert“
VonVictoria Krumbeck
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Durch die verhängten US-Zölle bleibt die Lage für die Autobauer vorerst kritisch. Auch die Zulieferer spüren die Folgen von Trumps Politik.
Stuttgart – Die Zukunft der Automobilbranche ist prekär. Viele Hersteller und Zulieferer stehen durch den schwächelnden Absatzmarkt und die sinkenden Umsätze vor großen Problemen. Hinzukommen die Auto-Import-Zölle von US-Präsident Donald Trump in Höhe von 25 Prozent. Für den Autozulieferer Mahle steht bereits fest, dass die Produktionszahlen aufgrund der Zölle sinken werden.
Trump-Zölle: Schwere Folgen für Autozulieferer – Situation „dramatisiert“
Die Zölle der USA belasten die Automobilindustrie erheblich. Mahle-Chef Arnd Franz äußerte sich am Dienstag zu den Auswirkungen dieser Zölle. Er erwarte, dass aufgrund der US-Zollpolitik in diesem Jahr weltweit „mindestens“ 1,5 Millionen Fahrzeuge weniger produziert werden, wie die Wirtschaftswoche berichtete. Ohne ein Handelsabkommen könnte diese Zahl auf fünf Millionen ansteigen.
Franz erklärte, dass sich die Lage in den letzten Wochen und Tagen „deutlich verändert, ich möchte fast sagen dramatisiert“ habe. Einige von Mahles Kunden, darunter Werke in Mexiko, Kanada und den USA, hätten die Produktion eingestellt. „Wir müssen bei der Fahrzeugproduktion abspecken“, betonte er. Seiner Einschätzung nach wird die Produktion in Nordamerika bis 2025 auf unter 15 Millionen Fahrzeuge sinken. Diese rückläufige Produktionszahl habe bereits Auswirkungen auf die Geschäftszahlen. Die Umsätze in den ersten drei Monaten blieben hinter den Erwartungen zurück.
Folgen von Trump-Zöllen für Autozulieferer – Unternehmen schreibt schwarze Zahlen
In diesem Jahr bleibt Mahle vorsichtig und kostenbewusst. „Es wird ein wegweisendes Jahr für Mahle“, so Franz. Der Umsatz in Nordamerika betrug bisher etwa drei Milliarden Euro. Die Auswirkungen der Zölle könnten sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen, was Mahle schwer verkraften könne, wie die Wirtschaftswoche den CEO zitierte. Letztlich werden wohl die US-Verbraucher die steigenden Autokosten tragen müssen.
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Trotz des erheblichen Umsatzrückgangs konnte Mahle erneut schwarze Zahlen schreiben, wie die Deutsche-Presse-Agentur berichtete. Das Unternehmen aus Stuttgart meldete ein Konzernergebnis von 22 Millionen Euro. Im Jahr 2023 lag der Gewinn noch bei 26 Millionen Euro, nachdem zuvor mehrere Jahre Verluste verzeichnet wurden. Der Umsatz fiel von 12,8 Milliarden Euro auf etwa 11,7 Milliarden Euro. Die Erwartungen seien sehr gedämpft gewesen, sagte Franz.
Mahle greift zu „umfangreichen Maßnahmenkatalog“ – Reaktion auf Automobil-Krise
Der starke Umsatzrückgang übertraf jedoch die Befürchtungen. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg von 304 Millionen Euro auf 423 Millionen Euro. Mahle habe im vergangenen Jahr „einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für Prozess- und Effizienzverbesserungen umgesetzt“, wie das Unternehmen mitteilte.
Die Vertriebs- und Verwaltungsstrukturen wurden optimiert, das Produktionsnetzwerk angepasst, nicht benötigte Immobilien verkauft und die Mitarbeiterzahl an den rückläufigen Umsatz angepasst. Angesichts der US-Zölle bleibt abzuwarten, ob Mahle auch im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben kann. (vk)