Mit seinen Zöllen sorgt Donald Trump für Unruhe in der Weltwirtschaft. Er verursacht einen Einbruch des Ölpreises. Deutsche Autofahrer könnten bald davon profitieren.
München – US-Präsident Donald Trump hat mit den Zöllen einen Handelskrieg angezettelt und für Kursstürze an den Börsen gesorgt. In der Folge ist auch der Ölpreis abgestürzt – um bis zu zehn Prozent. Während der Zollstreit, besonders zwischen den USA und China, die Weltwirtschaft bedroht , profitieren Autofahrer von den gefallenen Ölpreisen – so die Erwartung von Fachleuten.
Trumps Zoll-Chaos lässt Ölpreis sinken – ADAC rechnet mit günstigerem Kraftstoff „Wir erwarten, dass auch die Kraftstoffpreise bald entsprechend nachgeben, da der Ölpreis der wesentliche Faktor für die Entwicklung der Kraftstoffpreise ist“, sagte ADAC-Experte Andreas Hölzel dem Focus . Voraussetzung sei jedoch, dass die Mineralölkonzerne die sinkenden Kosten auch an die Kunden weitergeben.
Trump rüttelt die Weltwirtschaft durch seine chaotische Zollpolitik auf, doch immerhin profitieren Autofahrer von niedrigeren Spritpreisen. (Montage)
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Es könne jedoch noch ein paar Tage dauern, bis die niedrigeren Kraftstoffpreise auch bei den Autofahrern ankommen. Viele Tankstellen könnten ihre Tanks noch mit dem teureren Kraftstoff gefüllt haben. Erst wenn diese leer seien, könnten die Tankstellen günstigeres Benzin und Diesel anbieten.
Höhe des Preisrückgangs an Tankstellen durch gefallenen Ölpreis hängt von weiteren Faktoren ab Wie hoch die Einsparungen der Autofahrer wegen es gefallenen Ölpreises sind, lasse sich noch nicht sagen, erklärte der ADAC-Experte dem Focus . Dabei spielten auch andere Faktoren wie der Wechselkurs des Euro zum Dollar eine Rolle. Durch Raffineriekosten und anfallende Steuern würde der Preisrückgang jedoch geringer ausfallen.
Donald Trumps Strafzölle: Diese Produkte aus Deutschland werden jetzt teurer Donald Trump und die US-Regierung planen neue Strafzölle auf deutsche und europäische Importe. Die höheren Gebühren zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab. © Imagebroker/Imago Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen. © Funke Foto Services/Imago Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee. © Karina Hessland/Imago Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern. © BREUEL-BILD/Imago Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben. © Chinalmages/Imago Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld. © Ulrich Wagner/Imago Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden. © IMAGO/Zoonar.com/totalpics Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen. © Eibner/Imago Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren. © NurPhoto/Imago Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle. © NurPhoto/Imago Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle. © STPP/Imago Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA. © Zoonar/Imago In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielem weiteren Fleisch aus Deutschland und anderen Ländern Europas In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielen weiteren Fleischsorten aus Deutschland und anderen Ländern Europas. © IMAGO/Ardan Fuessmann Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA. © Xinhua/Imago Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten. © Zink/Imago BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig. © Mercedes Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren. © Rolf Poss/Imago Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben. © Zoonar/Imago Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet. © IMAGO/Snowfield Photography Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert. © IMAGO/Sven Severing Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. © Chromorange/Imago Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig. © Ulrich Roth/Imago Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig ebenfalls für höhere Kosten in die USA importiert Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig für höhere Kosten in die USA importiert. © IMAGO/Michael Bihlmayer Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen. © IMAGO/Manfred Segerer Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten. © Zoonar/Imago Die Preise für Diesel und Super E10 sind jedoch schon jetzt gefallen. Am 3. April hat laut dem Verbraucher-Portal Clever-Tanken.de ein Liter Super E10 noch 1,71 Euro gekostet, am 10. April dagegen 1,67 Euro. Der Preis für einen Liter Diesel fiel in diesem Zeitraum von 1,61 Euro auf 1,57 Euro. Die Entwicklung zeigt sich durch die Trump-Zölle auch beim Preis für Heizöl .
Weitere Kraftstoff-Preisentwicklung wegen Trumps Zoll-Chaos und Opec-Staaten unklar Die weitere Preisentwicklung beim Öl hängt nun davon ab, wie der Zollkonflikt weitergeht . Zumindest hatte Donald Trump eine 90 Tage lange Pause verkündet . Dennoch gilt der US-Präsident als unberechenbar. Der Ölpreis hängt zudem am Verhalten der Opec+-Mitglieder. Die ölfördernden Länder hatten kürzlich die Kürzung der Ölproduktion rückgängig gemacht. Doch wenn der Ölpreis weiter fällt, könnte wieder weniger Öl gefördert werden – der Preis würde damit stabil bleiben oder wieder steigen.
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