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Mysteriöse Oligarchen-Todesfälle: Ex-Gazprom-Vizechef - „Wussten zu viel“

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Der ehemalige Gazprom-Vizechef Igor Wolobujew ist sich sicher, dass der Tod zweier Oligarchen-Familien kein Zufall war.

Moskau/Kiew - Er war in Sicherheit, verdiente knapp 200.000 Dollar pro Jahr und führte ein gutes Leben - jetzt befindet er sich in der Ukraine und möchte für sein Land kämpfen. Igor Wolobujew war nach eigenen Angaben sechs Jahre lang Vizechef der Gazprom Bank, wie Spiegel.de berichtet. Geboren ist er in der Ukraine, weshalb er bereits kurz nach dem Beginn des Ukraine-Krieges Russland verließ und in seine Heimat reiste.

Ukraine-News: Ex-Gazprom-Vize meldete sich bei der ukrainischen Armee

Er wollte dort an die Front und das Land verteidigen. „Ich sprach in Moskau natürlich mit niemandem über meine Entscheidung. Es dauerte ein paar Tage, bis ich meine Ausreise organisiert hatte. Das meiste, was ich besaß, ließ ich zurück und flog am 2. März über Istanbul in die EU. Von dort reiste ich in die Ukraine ein und meldete mich sofort bei der Armee“, erzählt er im Interview mit Bild.de.

Doch dort wollte man seine Unterstützung nicht – aus einem triftigen Grund, wie er selbst erklärt. Da er keine militärische Erfahrung hat, wären seine Überlebenschancen sehr gering. „Das unterscheidet eben die Ukraine von Russland. Bei uns wird kein Kanonenfutter gesucht, sondern erfahrene Soldaten“, so Wolobujew weiter.

Ukraine-News: Ex-Gazprom-Chef hält Oligarchen-Todesfälle nicht für Selbstmord

Im Interview spricht der ehemalige Gazprom-Vize außerdem über die mysteriösen Todesfälle russischer Oligarchen und deren Familien. Ende April wurde der Oligarch Vladislav Avayev tot in seiner Wohnung in Moskau gefunden. Zudem befanden sich seine Frau und seine Tochter vor Ort - ebenfalls tot. Alle drei wurden laut Angaben der Moskauer Polizei durch eine Schusswaffe getötet. Die Behörden vermuten offiziell erweiterten Suizid. Avayev wurde als Vizechef der Gazprom Bank und als Kreml-Beamter reich.

Keine 24 Stunden später ereignete sich dann ein ähnlicher Fall im spanischen Lloret de Mar. Dort wurde der Oligarch Sergej Protosenja erhängt in seinem Garten gefunden. Auch hier starben seine Ehefrau und seine Tochter – sie wurden erstochen. Protosenja war Manager bei Novatek, dem größten privaten Energieunternehmen Russlands.

Wolobujew ist sich sicher, dass es sich bei den mysteriösen Todesfällen nicht um Suizid handelte. „Sie wussten zu viel, deswegen wurden sie beseitigt.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jakub Porzycki

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