Verdi-Streik heute: In vielen Bundesländern stehen Bus und Bahn still
VonAmy Walker
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Im öffentlichen Dienst wird am Freitag vor der Bundestagswahl gestreikt. In sechs Bundesländern steht der ÖPNV dann komplett still.
Update vom 21. Februar 2025, 08.32 Uhr: Pendler in Berlin müssen wegen des Warnstreiks im Berliner Nahverkehr heute wieder besonders viel Zeit einplanen. Die Verkehrsinformationszentrale rechnet mit besonders vollen Straßen, wie sie am Morgen mitteilte. Aktuell seien jedoch noch keine größeren Beeinträchtigungen durch Staus bekannt, hieß es weiter.
Wie die Berliner Stadtreinigung (BSR) mitteilte, werden heute „wahrscheinlich die Restabfall- und Bioguttonnen sowie – im BSR-Zuständigkeitsbereich – die Wertstofftonnen nicht geleert“. Dies geschehe dann erst beim nächsten regulären Termin. Zudem bleiben demnach voraussichtlich alle 14 Recyclinghöfe geschlossen. Auch bei der Straßenreinigung gebe es erhebliche Einschränkungen, ein Notdienst erledige den Winterdienst.
Erstmeldung vom 19. Februar 2025, 12.14 Uhr: Berlin – In den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für Freitag (21. Februar) zu einem ganztägigen Warnstreik im Personennahverkehr in sechs Bundesländern auf. Von dem Branchenstreiktag betroffen seien Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, teilte der Verdi-Bundesverband am Mittwoch in Berlin mit. Gleichzeitig wird auch in den Bundesländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gestreikt, da dort ebenfalls Tarifverhandlungen in Nahverkehrsunternehmen stattfinden.
Streik im ÖPNV am kommenden Freitag: Verdi fordert 350 Euro mehr Lohn
Wie die Gewerkschaft Verdi weiter ausführt, sind die ersten sechs Bundesländer diejenigen, in denen die Entgelte im kommunalen Nahverkehr an die Tarife im öffentlichen Dienst gekoppelt sind. „Die Situation der Beschäftigten im ÖPNV ist außerordentlich problematisch. Es gibt viel zu wenig Personal, so dass die Arbeitsverdichtung ständig zunimmt“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle laut Mitteilung. „Dazu kommt, dass in den kommenden Jahren tausende Menschen auch im Nahverkehr in Rente gehen. Von denen, die heute neu dazukommen, bleiben viele nur kurz: Für die Belastung ist der Lohn zu niedrig, sagen sie.“
Warnstreiks, dicke Luft und ein Rekord: Die Woche in Hessen in Fotos
Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die bundesweit über 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen war am Dienstag ohne merkliche Annäherung zuende gegangen. Die Verhandlungen werden vom 14. bis 16. März in Potsdam fortgesetzt. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaften fordern acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber eine Anhebung um 350 Euro monatlich. (wal, mit Reuters)