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Die beiden Elektroauto-Schwergewichte aus China und den USA, BYD und Tesla, haben sich verbündet, um den Verbrennungsmotoren Paroli zu bieten und die Zukunft der Fortbewegung zu prägen.
Frankfurt – Die Automobilindustrie steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Die Branche zerbröckelt unter dem Druck strenger politischer Maßnahmen, die den Verbrennungsmotor in die Schranken weisen. Jetzt haben auch zwei Giganten der Elektromobilität – der chinesische Hersteller BYD und der amerikanische Vorreiter Tesla – vereint, um gemeinsam gegen den Verbrennungsmotor zu kämpfen.
BYD und Tesla vereint gegen Verbrennerautos
BYD, der führende Hersteller von Elektrofahrzeugen aus China, hat sich eine interessante Zusammenarbeit mit Tesla vorgenommen. Das Ziel ist klar: den Verbrennungsmotor hinter sich zu lassen und Benzinautos zu verdrängen. „Unser gemeinsamer Feind ist das Auto mit Verbrennungsmotor. Wir müssen zusammenarbeiten, um einen Wandel in der Branche herbeizuführen“, erklärte Stella Li, Executive Vice President von BYD, in einem Interview mit der Financial Times.
Während die Worte von Li nach einer freundschaftlichen Partnerschaft klingen mögen, gibt es einen klaren Konkurrenzkampf zwischen den beiden Unternehmen. Beide haben ehrgeizige Ziele, die E-Mobilität zu dominieren, und streben danach, die weltweit größten Elektroautokonzerne zu werden.
Chinas Elektromobilität auf dem Vormarsch
Das chinesische Unternehmen verfolgt eine aggressive Strategie, um auch in Europa schneller Fuß zu fassen. BYD ist nicht nur bemüht, Elektrofahrzeuge zu verkaufen, sondern auch seine Marktanteile durch Innovation und attraktive Angebote zu steigern. Kunden können künftig bei den meisten Modellen auf die erweiterten intelligenten Fahrfunktionen des autonomen Fahrsystems „God’s Eye“ zugreifen – und das ohne zusätzliche Kosten. Diese Entscheidung löste in der Branche Besorgnis aus, dass der Trend hin zu intelligenten Fahrassistenzsystemen möglicherweise den Umsatz drücken könnte.
Doch Analysten sind sich einig, dass der gesamte Markt gezwungen sein wird, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, heißt es in dem Bericht. Wer nicht mit der Technologie der Zukunft mithalten kann, wird es schwer haben, in der Elektrofahrzeugbranche zu bestehen. „Die gesamte Branche wird sich zwangsläufig auf diesen Trend einstellen müssen“, so Experten.
Warum chinesische Elektroautos keine Chance in den USA haben
Auch wenn eine Zusammenarbeit zwischen zwei Konkurrenten auf den ersten Blick reizvoll erscheint, hat jeder von ihnen seine eigenen Märkte. Tesla ist in den USA führend, was unter anderem daran liegt, dass die Expansion von BYD in Nordamerika schwer umsetzbar ist. Die US-Regierung hat einen 100-prozentigen Zoll auf chinesische Elektrofahrzeugimporte erhoben, und Präsident Donald Trump kündigte kürzlich an, zusätzliche Zölle auf Produkte aus China sowie Mexiko und Kanada zu erheben. Das erschwert den Markteintritt chinesischer Hersteller in den USA erheblich.
Stella Li bestätigte, dass BYD derzeit keine Absichten hat, Elektroautos in den USA anzubieten. „Es wurde noch keine Entscheidung über den Bau eines Werks in Mexiko getroffen“, sagte sie. Aufgrund der politischen Spannungen und protektionistischen Maßnahmen der USA sehen sich chinesische Unternehmen jedoch gezwungen, verstärkt auf alternative Märkte wie Europa und Asien zu setzen.
Rubriklistenbild: © Frazer Harrison/Getty Images via AFP
