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Früher in Rente: So gelingt der vorzeitige Ruhestand

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Viele Deutsche träumen von einem vorzeitigen Renteneintritt. Doch wie kann dieser Wunsch Realität werden? Hier ein Überblick über die Möglichkeiten.

Berlin – Die Babyboomer-Generation tritt in den Ruhestand. Laut einer Studie der Bergischen Universität Wuppertal möchten fast 70 Prozent dieser Altersgruppe lieber früher als später in den Ruhestand gehen. Aber wie kann ein vorzeitiger Rentenbeginn realisiert werden? Ein Überblick.

Reguläres Renteneintrittsalter: Wann ist der Ruhestand erlaubt?

Das jeweilige reguläre Renteneintrittsalter spielt eine entscheidende Rolle. Aktuell steigt die Altersgrenze für diejenigen, die ohne finanzielle Einbußen in Rente gehen möchten, bis 2031 stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Ab 2024 wird die Grenze beginnend mit dem Jahrgang 1959 in Zweimonatsschritten erhöht. Versicherte ab Jahrgang 1964 müssen dann regulär bis 67 Jahre arbeiten.

Die jährliche Anpassung der Rente fällt künftig überall gleich aus.

Früher in Rente für langjährige Versicherte – mit Einbußen

Diejenigen, die vor 1953 geboren wurden, konnten noch ohne Abschläge mit 63 in Rente gehen. Für jüngere Versicherte ist es zwar immer noch möglich, mit 63 Jahren in Rente zu gehen – allerdings dann mit Abschlägen. Dies ist möglich, wenn man mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen kann. Für diese Gruppe gibt es die „Altersrente für langjährig Versicherte“. Allerdings müssen Rentner, die diesen Weg wählen, auch mit den Einbußen zurechtkommen: 0,3 Prozent Abzug von der bis dahin erreichten Rente für jeden Monat des vorgezogenen Renteneintritts – bis zu 14,4 Prozent maximal.

Und dieser Abschlag bleibt bestehen. Wer herausfinden möchte, wann er oder sie mit oder ohne Einbußen in Rente gehen kann, kann für einen ersten Überblick den Rentenbeginnrechner auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung nutzen. Wer sich trotz Einbußen früher zur Ruhe setzen möchte, sollte sicherstellen, dass die Rente und mögliche weitere Einkünfte auch im hohen Alter den Lebensstandard sichern können.

Zusatzleistungen: Rentenpunkte erwerben

Es gibt eine Möglichkeit, die Abschläge zumindest teilweise auszugleichen – durch eine Zusatzzahlung in die Rentenkasse. Dies ist ab dem 50. Lebensjahr möglich. Mit Sonderzahlungen kann man mehr Rentenpunkte erwerben und erhält dann eine höhere Rente. Um eine Zusatzzahlung leisten zu dürfen, muss man einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen. Der zuständige Rentenversicherungsträger kann berechnen, wie hoch die individuellen Abzüge bei einem früheren Renteneintritt wären und wie viel Geld man durch Zusatzzahlungen aufbringen müsste, um die Abzüge auszugleichen.

Früher in den Ruhestand mit dem Lebensarbeitszeitkonto

Ein weiterer Weg führt über den Arbeitgeber: Mit diesem können Sie ein sogenanntes Lebensarbeitszeitkonto vereinbaren. Das ist ein Konto beim Arbeitgeber, auf dem Arbeitszeit oder Geld angespart wird, das man erst später nutzen möchte. Das können beispielsweise Weihnachtsgeld, Überstunden oder andere Boni sein.

Das Ersparte können Sie sich auch für eine vorzeitige Rente aufheben. Wer genug in sein Lebensarbeitszeitkonto einzahlt, um mehrere Jahre bis zum regulären Renteneintrittsalter zu überbrücken, kann auch diesen Weg gehen, um sich früher zur Ruhe zu setzen. Allerdings haben Sie keinen Rechtsanspruch auf ein Lebensarbeitszeitkonto, sondern es liegt im Ermessen des Arbeitgebers.

Die Top 10 der besten Länder für die Rente im Ausland

Der Sandstrand in San Andres (Kolumbien).
Kolumbien hat es auf Platz 10 geschafft – das Land bietet nämlich nicht nur ein tropisches Klima mit Traumstränden und Sonne das ganze Jahr über. Laut „Retirement Index“ hat Kolumbien auch gutes Gesundheitssystem. Für rund 1.000 US-Dollar im Monat kann man in Kolumbien außerdem ein gutbürgerliches Leben in kleineren Städten leben, für 2.000 Dollar in der Hauptstadt Bogota.  © Imago
Blick auf die Insel Kho Mak in Thailand
Dass Thailand für europäische Auswanderer ein Paradies ist, ist schon lange bekannt. Für Rentner lohnt es sich aber ganz besonders, weil es für Menschen ab 50 Jahren Sonderkonditionen für Langzeitvisen gibt. Zudem sind die Immobilienpreise hier besonders attraktiv: Eine Zweizimmerwohnung kann in Thailand für unter 30.000 Dollar erworben werden.  © IMAGO/Fokke Baarssen
Der Hafen von Portofino, Genua in Italien
Wer lieber in Europa bleiben will, sollte sich Italien für die Rente genauer ansehen. Im Süden bleibt das Wetter auch im Winter warm mit Temperaturen um die 20 Grad. Laut „Retirement Index“ liegt Italien außerdem auf Platz 2 der besten Gesundheitssysteme der Welt. Die Lebenshaltungskosten liegen zwar höher als im Rentnerparadies Thailand. Aber für rund 2.500 Euro im Monat halten sich die Kosten auch hier in Grenzen.  © Imago
Étretat in der Normandie (Frankreich)
Solange man sich nicht gerade Paris aussucht, kann man sich als Rentner in Frankreich ein sehr schönes Leben machen. An der Côte d‘Azur ist es auch im Winter warm und sonnig, und für rund 200.000 Euro kann man sich schon ein Häuschen leisten. Das Gesundheitssystem ist ebenfalls sehr gut und günstig - ein normaler Arztbesuch kostet unter 10 Euro.  © Pixabay
Die Insel Santorin in Griechenland
An 250 Tagen im Jahr scheint in Griechenland die Sonne. Kein Wunder also, dass es im „Retirement Index“ auf Platz 7 liegt. Zudem sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland, da die Griechen durchschnittlich mit unter 20.000 Euro im Jahr auskommen muss.  © Pixabay
Die kleine Stadt Nerja im Süden von Spanien
In Spanien können Rentner für weniger als 2.500 Dollar im Monat ein gutes Leben führen. Vor allem außerhalb der größeren Städte sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland. Die Essenskultur der Spanier ist ein echtes Highlight - und ein 3-Gänge-Menü kann in der Regel für weniger als 20 Euro geschossen werden. Außerdem ist Spanien eines der sichersten Länder Europas. © IMAGO/Martin Silva Cosentino
Regenwald und Sandstrand in Costa Rica
Wer den Lebensabend in den Tropen verbringen will, könnte sich Costa Rica aussuchen. Im „Retirement Index“ liegt das Land auf Platz 5. Für 3.000 US-Dollar im Monat kann ein Rentner-Paar ein schönes Leben führen, inklusive Wohnung. Wer über mehr Geld verfügt, kann schon fast im Luxus leben. Zudem gibt es wunderschöne Strände und Sonne das ganze Jahr über.  © Victor Bordera/Imago
Der Kratersee Quilotoa in den Anden von Ecuador
Es gibt nur wenige Länder, in denen die Lebenshaltungskosten so niedrig sind wie in Ecuador. Ein Rentner-Paar kann hier für 1.800 Dollar im Monat alles bekommen, was es zum Leben braucht. Kleine Wohnungen an der Pazifikküste gibt es für unter 150.000 Dollar zu kaufen. Neben den Stränden gibt es die Bergkulisse der Anden - es ist also für jeden was dabei.  © Imago
Die Stadt Bocas del Toro in Panama
Auch Panama kann mit niedrigen Lebenshaltungskosten und einem gehobenen Lifestyle bei Rentnern punkten. Für 150.000 Dollar können hier schöne Wohnungen gekauft werden. Zum Leben braucht man rund 1.000 Dollar Rente im Monat - in Deutschland gilt man mit dem Einkommen als armutsgefährdet, in Panama lebt man im Luxus. Es gibt auch ein Rentner-Visum, das relativ problemlos zu bekommen ist.  © Imago
Die Stadt Puerto Escondido an der Küste von Mexiko
Auf Platz 2 im „Retirement Index“ steht Mexiko. Rentner können hier für rund 800 US-Dollar im Monat ein entspanntes Leben führen, mehr braucht es nicht. Das Land hat außerdem ein modernes Gesundheitssystem, Arztbesuche kosten zwischen 300 und 800 Dollar im Jahr. Mit einem Kurzzeitvisum kann man vier Jahre lang in dem Land leben - muss das Visum aber jährlich aktualisieren.  © Imago
Spätsommer an der portugiesischen Algarve zwischen Portimao und dem Cabo de Sao Vicente / Die herrliche Badebucht Praia
Das beste Land für Rentner im Jahr 2023 ist Portugal. Warum? Weil es alle Wünsche erfüllt: Das Klima ist immer genau richtig, die Landschaft atemberaubend schön und es ist eines der sichersten Länder der Welt. Das Gesundheitssystem wird von der Weltgesundheitsorganisation auf Platz 12 der besten der Welt gesehen. Ein Ehepaar kommt mit 2.500 Dollar im Monat leicht über die Runden. © IMAGO/Rex Schober

Altersteilzeit: Früher in den Ruhestand mit dem Blockmodel

Eine weitere Option bietet die Altersteilzeit. Hier haben Versicherte ab 55 Jahren die Möglichkeit, ihre bisherige wöchentliche Arbeitszeit zu halbieren. Für die Verteilung der Arbeitszeit gibt es dann zwei Modelle: das Gleichverteilungsmodell, bei dem die Arbeit bis zum Renteneintritt reduziert wird, und das Blockmodell.

Beim Blockmodell kann man regulär weiterarbeiten, bis man die Freistellungsphase erreicht hat und gar nicht mehr arbeiten muss. Der Arbeitgeber zahlt jedoch weiter Sozialversicherungsbeiträge. Allerdings besteht – wie beim Lebensarbeitszeitkonto – kein rechtlicher Anspruch auf Altersteilzeit.

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Bona Hyun sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

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