Autarkie hat Ihren Preis

Vollständig unabhängig durch PV-Anlagen: Wie autark kann man heutzutage tatsächlich leben?

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Regenerative Energiequellen ermöglichen die Autonomie von Privathäusern. Allerdings ist die Anschaffung nicht risikofrei. Entdecken Sie, wie Sie davon profitieren können.

Besitzer eines Eigenheims profitieren heutzutage von zahlreichen Vorteilen gegenüber Mietern. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien in Verbindung mit einem Batteriespeicher, einem Elektrofahrzeug und einer Wärmepumpe können viele Menschen bereits nahezu unabhängig leben. Allerdings erfordert dies zunächst eine erhebliche Investition.

Autarkie mit Solaranlage und gespeichertem Strom: PV-Anlagen neu gedacht

Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert hat, steht vor der Wahl zwischen Eigenverbrauch und Netzeinspeisung des erzeugten Stroms. Man kann den produzierten Strom selbst nutzen und nur den überschüssigen Strom ins Netz einspeisen oder sich für die Totaleinspeisung entscheiden, um eine etwas höhere Vergütung zu erhalten. Der Vorteil der Eigennutzung liegt in der energetischen Unabhängigkeit, auch Autarkie genannt. Durch die Integration eines Batteriespeichers in die PV-Anlage kann der überschüssige Strom für die Abend- und Nachtstunden gespeichert werden, was die Unabhängigkeit weiter erhöht.

Abseits vom Standard: Diese Wärmepumpen-Marken kennen Sie noch nicht

Eine Wärmepumpe der Firma Aira steht vor einem Haus.
Sie gehört zu den neueren Unternehmen in Deutschland: Die Firma Aira wurde erst 2022 in Schweden gegründet. Seitdem ist sie aber auf Expansionskurs und baut ihre Wärmepumpen in Deutschland, Italien und Großbritannien ein. Die Firma verkauft Luft-Wasser-Wärmepumpen, die in Polen hergestellt werden. Auf Trustpilot bekommt die Marke Aira 4,2 von 5 Sternen.  © Aira
Eine Wärmepumpe von Stiebel Eltron steht vor einem Wohngebäude.
Stiebel Eltron gehört eigentlich zu den großen Marken in Deutschland – wird aber oft in der Öffentlichkeit vergessen. Die Firma hat dabei 2024 hohen Besuch empfangen: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Firma auf seiner Sommerreise besucht. Die Luft-Wasser-Wärmpumpen von Stiebel Eltron können nicht nur in Wohngebäude installiert werden, sondern stellt auch größere Wärmepumpen, die im Gewerbe dienen können. Die Firma stellt sowohl Monoblöcke als auch Splitgeräte her. Bei Stiftung Warentest ist Stiebel Eltron mit eines ihrer Geräte als Testsieger hervorgegangen.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe der Firma Brötje vor einem Mehrfamilienhaus.
Die Firma Brötje stellt schon seit über 100 Jahren Heizungen her – und seit einiger Zeit hat sie auch Wärmepumpen im Repertoire. Die Firma mit niederländischem Hauptsitz hat für den deutschen Markt sieben verschiedene Wärmepumpen im Angebot, darunter Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Trinkwasser-Wärmepumpen. Hier im Foto: Die Luft-Wasser-Wärmpumpe NEO, die mit einer höheren Leistung auch für Mehrfamilienhäuser geeignet ist.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe von LG mit Katze.
Nein, LG stellt nicht nur Fernseher her: Die südkoreanische Marke ist in zahlreichen Märkten aktiv - eben auch bei Wärmepumpen. LG profitiert dabei von ihrer Expertise in schwülwarmen asiatischen Ländern, die einen hohen Bedarf an Klimaanlagen haben. Eine Wärmepumpe funktioniert sehr ähnlich. Fünf verschiedene Produkte gibt es von LG in Deutschland zu kaufen, ganz neu ist auch ein Produkt mit natürlichem Kältemittel.  © IMAGO
Panasonic stellt eine ihrer Wärmepumpen auf einer Messe aus.
Bleiben wir bei den asiatischen Herstellern: Auch Panasonic tummelt sich längst im Wärmepumpenmarkt. Auch der japanische Hersteller profitiert von einer Expertise bei Klimaanlagen, und bringt Wärmepumpen nach Deutschland. Stiftung Warentest hat 2024 für die Panasonic-Modelle einen Preistipp gegeben, da sie zu den günstigsten Modellen mit einem Qualitätssiegel „gut“ gehören.  © IMAGO/Michael Bihlmayer
Eine Wärmepumpe von Alpha Innotec vor einem Neubau.
Hinter den Wärmepumpen der Marke Alpha Innotec steckt die ait Deutschland GmbH mit Sitz in Oberfranken. Der deutsche Anbieter stellt ausschließlich Wärmepumpen her und wirbt damit, dass ihre Wärmepumpen schon seit über zehn Jahren natürliche Kältemittel nutzen und daher besonders nachhaltig seien. ait stellt sowohl Luft-Wasser- als auch Sole-Wasser-Wärmepumpen her – und zwar in Deutschland am Standort Kasendorf.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Die Wärmepumpe der Marke Zewotherm steht vor einem Haus.
Die Firma Zewotherm ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen aus Remang am Rhein, das sich auf klimafreundliches Heizen und Kühlen spezialisiert hat. Die Firma stellt Wärmepumpen her, aber auch Flächenheizungen, Lüftungssysteme und Photovoltaik-Anlagen. Zewotherm bietet mittlerweile als Allrounder auch Stromtarife an, mit denen man seine Wärmepumpe günstig betreiben kann. Zwei Modelle hat Zewotherm aktuell auf dem Markt: Der Lambda sowie der Eco. Auf dem Foto ist der Lambda zu sehen.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Eine Wärmepumpe der Marke Tecalor steht auf einer Messe aus.
Die Firma Tecalor aus Niedersachsen punktet mit einem breiten Angebot an verschiedenen Wärmepumpen. Neben den typischen Außenblöcken wie hier auf dem Foto gibt es auch Geräte, die im Innenraum stehen sowie solche, die nebenbei auch noch die Luft filtern können. Auch Großwärmepumpen für Mehrfamilienhäuser hat Tecalor im Angebot. Online gibt es auch ein Ersatzteilshop, für all jene, die diese Sicherheit dazu noch haben wollen.  © IMAGO/Alexander Pohl
Eine Wärmepumpe von Buderus vor einem Haus.
Die Marke Buderus kennen viele Menschen wohl zumindest vom Sehen: Die Wärmepumpen gehören zu den markantesten auf dem Feld. 2024 waren die Wärmepumpen auch Testsieger von Stiftung Warentest. Buderus war einst ein Familienunternehmen, wurde aber 2003 von Bosch übernommen. Neben Wärmepumpen stellt die Wetzlarer Firma auch Solaranlagen her. © IMAGO
Eine Wärmepumpe von SenerTec zusammen mit Vertriebsleiter Hagen Fuhl.
Ein weiteres deutsches Unternehmen macht die Liste komplett: SenerTec aus Schweinfurt stellt nicht nur Wärmepumpen her, sondern kombiniert sie mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Diese eignen sich insbesondere für Mehrfamilienhäuser und größere Immobilien. Die Kombination kann außerdem noch mit einer PV-Anlage ausgefertigt werden.  © SenerTec

Die Frage bleibt jedoch, wie weit sich die Autarkie tatsächlich ausdehnen lässt. Eine vollständige Unabhängigkeit ist derzeit noch nicht realisierbar, wie Studien immer wieder zeigen. Um dies zu erreichen, müsste der gesamte Energiebedarf durch den erzeugten Strom der Solaranlage gedeckt werden. Dies schließt auch die Energie für das Heizen (möglicherweise durch Solarthermie-Anlagen und Wärmepumpen) sowie den Strom für ein Elektroauto ein.

Autarkiegrad von 80 Prozent: Möglich mit E-Auto, Wärmepumpe und Solaranlage

Untersuchungen haben gezeigt, dass eine optimale Abstimmung dieser Geräte einen Autarkiegrad von 60 bis 80 Prozent ermöglichen kann. Dieser Grad variiert stark mit den Jahreszeiten, da die Solarproduktion im Winter naturgemäß geringer ist als im Sommer. Eine wissenschaftliche Studie in der Fachzeitschrift Solar Energy Advances hat 2024 festgestellt, dass die Kombination aus PV-Anlage, Batteriespeicher und Wärmepumpe über das Jahr hinweg einen durchschnittlichen Autarkiegrad von 42,9 Prozent erreichen konnte. Im Januar kann die Wärmepumpe nahezu vollständig mit Solarstrom betrieben werden, so die Autoren.

Ähnliche Ergebnisse präsentierte 2021 die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Ohne Batteriespeicher kann ein Haushalt mit PV-Anlage und Wärmepumpe bis zu 41 Prozent autark sein; mit Batteriespeicher steigt der Autarkiegrad auf 66 Prozent. Diese Höchstwerte sind erreichbar, wenn das Eigenheim gut gedämmt ist und somit weniger Energie benötigt. Werden zudem effiziente Haushaltsgeräte und intelligente Systeme eingesetzt, die auf die Solarerzeugung abgestimmt sind, kann der Haushalt sogar bis zu 80 Prozent unabhängig sein, erläutert die Verbraucherzentrale weiter.

Kosten der Autarkie: Unabhängigkeit erfordert hohe Investitionen

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt jedoch davor, zu große Batteriespeicher zu installieren. „Ein zu großer Speicher verschlechtert nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern beschleunigt auch die Alterung der Batterie und verschwendet Ressourcen. Ein Batteriespeicher kann Solarstrom vom Tag für den Bedarf am Abend und in der Nacht speichern, nicht aber über mehrere Tage oder Wochen“, betonen die Beratenden.

Photovoltaik-Module auf dem Dach eines Einfamilienhauses im Winter

Generell stellt die Verbraucherzentrale fest, dass Autarkie „ihren Preis hat“ – die Investitionen in Solaranlage, Wärmepumpe, Batteriespeicher und eine gute Dämmung sind nicht unerheblich. Wer besonders unabhängig leben möchte, muss in größere und damit teurere Anlagen investieren. Auch ein Elektroauto kann den Autarkiegrad erhöhen, verschlechtert jedoch die Wirtschaftlichkeit weiter. Daher sollten die Vor- und Nachteile der Autarkie sorgfältig abgewogen werden.

Experten zufolge lohnt sich jedoch immer der Eigenverbrauch von Solarstrom im Vergleich zur Einspeisung. Laut der Beratungsplattform co2online.de wird Solarstrom derzeit für 10 bis 14 Cent pro Kilowattstunde produziert, während Netzstrom über 40 Cent/kWh kosten kann. Die Einspeisevergütung ist ebenfalls nicht mehr sehr hoch; 2025 liegt sie nur noch bei 7,94 Cent pro kWh, und in besonders sonnigen Zeiten gibt es aktuell keine Vergütung mehr. Auch unter Berücksichtigung der Amortisation der Investitionskosten ist der Eigenverbrauch von selbstproduziertem Strom vorteilhafter als dessen Einspeisung und Speicherung.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Zoonar

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