- VonDennis Fischerschließen
Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hatte Anfang 2022 ein Wärmepumpen-Sonderprogramm aufgelegt. Doch viele Geräte sind mangels Strom bis heute nicht angeschlossen.
Bochum – Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hat Probleme, bereits installierte Wärmepumpen in Betrieb zu nehmen, weil sie noch nicht angeschlossen werden konnten. Ein Grund sei, dass wegen fehlenden Netzausbaus nicht genügend Strom zur Verfügung stehe, sagte Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch am Donnerstag laut Medienberichten auf einer Pressekonferenz. Nicht bekannt ist, in welchen Städten dies der Fall ist. Rund 70 installierte Geräte seien noch nicht angeschlossen, so eine Firmensprecherin gegenüber der Welt.
Vonovia möchte Klimaneutral werden: 6000 Wärmepumpen geplant
Vonovia hatte Anfang 2022 ein Sonderprogramm für Wärmepumpen aufgelegt. Demnach ist die Installation von 6.000 Wärmepumpen innerhalb von fünf Jahren geplant. In einem ersten Schritt seien im September insgesamt 115 Wärmepumpen verbaut worden, die künftig 108 Gebäude mit 671 Wohnungen beheizen sollen. In den überwiegenden Fällen will Vonovia selbsterzeugten Strom aus Solaranlagen nutzen.
Wie Buch weiter sagte, sollen bis zum Jahr 2045 auf nahezu allen 30.000 Dächern des Gebäudebestandes, die sich dafür eignen, installiert sein. Ende 2022 hatte Vonovia 533 Anlagen installiert. Als Zwischenziel bis 2030 will das Unternehmen 17.000 Dächer mit Photovoltaik-Anlagen versehen. Buch betonte, die Klimaneutralität bis 2045 bleibe auch weiterhin ein wichtiges Ziel für Vonovia.
Wärmepumpen und Stromversorgung: Kritik aus der Politik
Die Forderung nach Konsequenzen gab es nach den Berichten über Vonovia aus der Politik. „Wärmepumpen können gerade im Neubau eine sehr effiziente Heizungsform sein, allerdings wird ihr Ausbau in Deutschland schon heute durch den schleichenden Verteilnetzausbau limitiert“, sagte der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kruse, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das werde in Zukunft noch drastisch zunehmen, denn jede zusätzliche Wärmepumpe verstärke den Spitzenbedarf im Winter. Kruse sagte weiter: „Bevor der Bundeswirtschaftsminister den Menschen Wärmepumpen verordnet, muss das Netz deren Anschluss vertragen“.
Kritik kam auch aus der Union. „Die Energiewende im Gebäudesektor wird von der Ampel ganz offensichtlich nicht nur mit der Brechstange, sondern auch an den Realitäten vorbeiorganisiert“, sagte JanMarco Luczak, baupolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion dem RND. Es fehlten nicht nur Wärmepumpen und Fachkräfte, sondern auch die Kapazitäten der Stromleitungen seien zu gering. „Ein gesetzlicher Plan kann aber niemals die Realität ersetzen“, so Luczak. „Damit setze man nur die Akzeptanz für die Wärmewende aufs Spiel“, kritisierte er. Die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes müssten deswegen auf ein vernünftiges, nämlich machbares Maß zurückgeführt werden.