Neuer Volkswagen

Bestseller VW Golf: Bei der nächsten Generation wird alles anders

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Der VW Golf ist das meistverkaufte Modell des Herstellers. Mit der nächsten, neunten Generation der Kompaktklasse stehen einschneidende Änderungen bevor. 

Wolfsburg/München - Seit Ex-VW-Chef Herbert Diess in Wolfsburg nicht mehr an der Macht ist, hat Volkswagen einige der ursprünglichen Planungen geändert oder ganz verworfen. Davon ist offenbar auch der VW Golf als meistverkauftes Modell der Markenhistorie betroffen.

Thomas Schäfer, Markenchef der Pkw-Sparte, gibt (via Autocar) Einblicke in die Gedankenspiele für die neunte Generation des Bestsellers. Zwar steht im kommenden Jahr erstmal ein Facelift der aktuellen Generation an, schon jetzt gibt es offenbar konkrete Anhaltspunkte, wie der Nachfolger konzipiert wird. Und da gibt es spannende Informationen bezüglich Antrieb und Preis.

VW Golf 9: Markenchef erklärt veränderte Plattform-Strategie

Im Interview lässt sich Schäfer spannende Details entlocken: über veränderte Plattform-Pläne, das Thema Kosten und auch die Verwandtschaft zum Audi A3 ist von der neuen Strategie betroffen.

Der neue VW Golf soll ausschließlich als Elektroauto erscheinen. Das für sich genommen ist keine neue Info, allerdings äußert sich der VW-Chef zur bestehenden Modellreihe ID.3 und inwiefern sich die beiden Modelle dann ergänzen. Im Jahr 2028 soll - Stand jetzt - die neue Kompaktklasse erscheinen, Verbrennervarianten (Benzin, Diesel, Hybride) sind dann nicht mehr erhältlich.

Das Besondere: Offenbar wird der nächste Golf das erste Modell, welches auf der neuen SSP-Plattform erscheint. Diese Rolle war ursprünglich für die Serienversion des Projekts “Trinity” vorgesehen, einem geplanten Flaggschiff-Modell. Diese Absicht, die noch aus der Ära Diess und Ex-Markenchef Ralf Brandstätter stammt, ist den Angaben zufolge verworfen worden.

VW: Nächste Golf-Generation mit 800-Volt-Technik und enormer Ladeleistung

Mit dem Wechsel auf eine neue Plattform (weg von der MEB-Architektur) dürfen wir vom VW Golf 9 eine enorme Technologie-Evolution erwarten: Die Rede ist von einem 800-Volt-Bordnetz und Ladeleistungen, die weit über den aktuellen VW-Elektroautos liegen. Das Limit stellt derzeit der neue VW ID.7 in Aussicht, mit einer Ladeleistung von bis zu 200 kW auf Basis der MEB-Plattform.

In Sachen Ladegeschwindigkeit könnte der Akku des Golf 9 (2028) laut Autocar in gerade mal zwölf Minuten von 10 auf 80 Prozent Leistung gebracht werden. Bei den derzeitigen Stromern von Volkswagen nehme dieser Vorgang ca. 35 Minuten in Anspruch. Auch im Bereich autonomes Fahren soll ein Quantensprung anvisiert sein, die Rede ist von Level 4.

VW plant schon jetzt die nächste Generation der Kompaktklasse Golf - mit einschneidenden Veränderungen.

VW ID.Golf könnte ähnlich günstig wie Verbrennermodelle werden

In dem Gespräch ist auch vom Preisgefüge des nächsten Golf Elektro die Rede: Die Entwicklungskosten könnten demnach gegenüber den jetzigen Elektromodellen um imposante 30 Prozent gedrosselt werden, was sich auch auf die Anschaffungskosten auswirkt. Für den Konzern sollen dann ähnliche Gewinnmargen wie bei Verbrennermodellen entstehen - und damit die Kaufpreise für die Kundschaft sinken. Ob sich dieses Szenario bewahrheitet? Wir dürfen gespannt sein.

Die neuen Pläne im Hause Volkswagen betreffen auch die Konzernschwester Audi: Als Premium-Pendant befindet sich schließlich seit langem der A3 im Portfolio. Das wird sich aufgrund der Plattform-Pläne angeblich ändern: denn am Rande der IAA gab Oliver Hoffmann, Vorstand im Bereich technische Entwicklung, dem britischen Portal Auskunft über die nächste Generation des Ingolstädters.

VW-Pläne betreffen auch die Konzerntochter Audi und den elektrischen A3

Weil der Hersteller offenbar nicht auf die nächste elektrische Golf-Generation warten möchte (oder kann), sollen beide Modellreihen künftig nicht mehr auf der gleichen Plattform entstehen. Stattdessen könnte etwa ein Jahr früher als der VW Golf 9 der nächste Audi A3 erscheinen (womöglich als A2 e-tron), ausschließlich elektrisch und dem Vernehmen nach auf der dann weiterentwickelten MEB+-Architektur. Die wird von Volkswagen übrigens nur deshalb vorangetrieben, weil sich die Serienreife der ursprünglich für 2026 geplanten SSP-Plattform verzögert.

IAA Mobility 2023 in München: 20 spannende Elektroautos und Studien der Hersteller

BYD Seal.
BYD Seal: Der größte chinesische Automobilbauer ist erst seit kurzem auf dem deutschen Markt vertreten. In München fährt man daher mit der vollen Kapelle auf. Neben den Modellen Tang, Han, Atto 3 und Dolphin gibt es auch den Seal zu bestaunen. Die von der Natur inspirierte Elektro-Limousine hat einen cW-Wert von 0,219 und soll bald in Deutschland starten. Die Reichweite liegt laut BYD bei bis zu 570 Kilometern. © Jaime Sainz de la Maza/BYD
BYD Seal U
BYD Seal U: Zusätzlich präsentieren die Chinesen auf der IAA Mobility auch noch ein vollelektrisches Kompakt-SUV. Mit dem SEAL U bläst BYD zum Angriff auf VW ID. 4 und Co. Die Reichweite fällt mit bis zu 500 Kilometern etwas geringer aus als bei der Limousine Seal. © BYD
Tesla Model 3
Tesla Model 3: Auch der US-Elektropionier hat sich auf den Weg nach München gemacht. Neben dem Model Y zeigen die Texaner auf der IAA Mobility auch das Facelift des Model 3. Das ist 1000 Euro teurer und soll bis zu 678 Kilometer schaffen. © Tesla
VW ID. GTI Concept.
VW ID. GTI Concept: Vom Model 3 zeigten sich die Wolfsburger auf Twitter (neuerdings X) beeindruckt. Zeitgleich versprach man aber etwa mit zur IAA zu bringen, das „noch etwas emotionaler ist“. Dieses etwas ist ein Ausblick auf die elektrische Zukunft für den GTI. Denn das Kürzel soll künftig auch auf Elektroautos von Volkswagen prangen. Eine Serienversion des ID. GTI Concept soll bis 2027 auf den Markt kommen.  © Ivo Hercik/Volkswagen
Audi Q6 e-tron
Audi Q6 e-tron: Über zwei Jahre mussten die Ingolstädter auf diesen Moment warten. So lange hatte man auf den Automessen dieser Welt kein neues Auto mehr gezeigt. Mit dem Prototyp des Q6 e-tron hat sich das nun geändert. Der Innenraum des Elektroautos auf PPE-Basis gibt aber schon einen Ausblick auf das Serienmodell. Auch die neue Software kommt bereits zum Einsatz. Damit Audi den Q6 e-tron präsentieren kann, muss aber Porsche warten bis man das Schwestermodell E-Macan zeigen darf. Natürlich zeigt Audi auch seine anderen Elektroautos, doch der Q6 e-tron ist das Messe-Highlight. © Audi
Cupra Dark Rebel
Cupra Dark Rebel: Apropos Highlight, das gibt es auch von einer anderen VW-Konzernmarke. Cupra präsentiert auf der IAA Mobility die Studie Dark Rebel. Was aussieht wie ein Auto aus einem Computerspiel, soll die Zukunftsvision der Marke verkörpern. Gut möglich also, dass der Seat-Ableger bald mit einem elektrischen Sportwagen um die Ecke kommt. © Cupra
CUPRA Tavascan.
Cupra Tavascan: Längst klar ist derweil, dass die Spanier ihr erstes Elektro-SUV auf den Markt bringen. Der Cupra Tavascan kommt 2024 auf den Markt. Vorgesehen sind bis zu 340 PS und eine Reichweite von bis zu 549 Kilometer. Als Konzept war der Elektro-SUV bereits auf der IAA 2019 zu sehen. Seine Weltpremiere feierte der Tavascan im Rahmen des E-Prix der Formel E in Berlin. © PanoramiC/Imago
VW ID.4
VW ID4: Ebenfalls auf der IAA zu sehen sind die überarbeiteten Versionen des ID.4 und ID.5. Optisch hat sich nicht viel getan, unterm Blechkeid dafür umso mehr. Die Technik wurde auf den neusten Stand gebracht und den GTX-Modellen mehr Leistung verpasst. Vieles wurde dabei vom ID.7 übernommen, den Volkswagen ebenfalls auf der IAA zeigt.  © Jan Dada/Volkswagen
Ford Explorer
Ford Explorer: In den USA ist der Explorer eines der beliebtesten Ford-Modelle. Vor allem aber ein riesiger SUV mit Verbrennungsmotor. Doch wie alle Hersteller setzten auch die Amerikaner vermehrt auf Elektroautos. Und somit wird der Explorer nun zum Elektroauto. Angeboten wird dieser jedoch nur in Europa. Er teilt sich die Plattform mit dem ID.4 und ID.5 von Volkswagen. Das Ford nicht davor zurückscheut, etablierte Namen für Elektroautos zu nutzen, hat man schon beim Mustang gezeigt. Den man auf der IAA auch in einer Rally-Version zeigt. Und auch den F-150 Lightning bringt Ford mit nach München. © Ford
Renault Scenic E-Tech Electric
Renault Scenic E-Tech Electric: Auch der Van der Franzosen kann sich dem Trend zum Elektroauto nicht entziehen. Und da sich SUVs besser verkaufen, rollt er künftig als solcher vom Band. Die Premiere des Scenic feierte Renault gleich zu Beginn der IAA Mobility. Die Batterie hat eine Kapazität von 87 kWh und soll eine WLTP-Reichweite von 620 Kilometern ermöglichen. Mit der kleineren 60-kWh-Batterie schafft der Stromer immer noch bis zu 420 Kilometer. Geplant sind zudem zwei Motorisierungen mit 170 oder 220 PS. © Renault
Mercedes-Benz Concept CLA Class
Mercedes Concept CLA Class: Die Stuttgarter warten in München ebenfalls mit einer spannenden Studie auf. Das Concept CLA Class soll „einen seriennahen Ausblick auf die künftige Fahrzeugfamilie für den Einstieg in die Marke Mercedes-Benz“ geben. Die Technologie übernimmt man dabei vom Vision EQXX. Im Innenraum sollen pflanzenbasierte und recycelte Alternativen für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Optisch fällt vor allem eines auf: Das von den EQ-Modellen gewohnte Black Panel an der Front ist Geschichte.  © Mercedes-Benz AG
Smart #3
Smart #3: Bei dem Joint-Venture von Mercedes und Geely geht die Neuausrichtung ebenfalls weiter. Mit dem #3 bringt Smart ein weiteres rein elektrisches Modell an den Start. Das Elektro-SUV-Coupé schafft es auf eine Reichweite von über 400 Kilometern und ist 13 Zentimeter länger als der Smart #1.  © Smart
Opel Corsa Electric.
Opel Corsa Electric: Bei den Rüsselsheimer stehen die Zeichen ebenfalls auf Elektromobilität. Das soll nicht zuletzt das neue, gestaltete Logo zeigen. Und weil neu bekanntlich immer besser ist, bekommt auch die nächste Corsa Generation einen neuen Namen. Das angehängte e hat ausgedient und wird durch ein Electric ersetzt. Der 156 PS starke Stromer soll bis zu 402 Kilometer schaffen und in 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen sein. © Opel
Opel Astra Sports Tourer
OpelfeiertdreiWeltpremierenaufderIAAMobility2023.jpg © Opel
Mini Cooper SE
Mini Cooper SE: Ab Anfang 2024 steht der kleine Stromer bei den Händlern. Auf der IAA Mobility in München ist der Mini Cooper schon jetzt zu sehen. Vorgesehen sind zwei Batteriegrößen: 40,7 (S) und 54,2 kWh (SE). Die Reichweite liegt bei 305 und 402 Kilometern. © Bernhard Filser/Mini
Mni Countryman SE
Mini Countryman SE: Wer etwas mehr Platz braucht, der kann zum SUV der BMW-Tochter greifen. Seinen eigenwilligen Charakter hat der Mini Countryman jedenfalls behalten. Die Reichweite liegt bei 433 (S) und 462 (SE) Kilometern. Bei den Händler steht der SUV wie sein kleiner Bruder ab 2024. © Bernhard Filser/MIni
BMW i5
BMW i5: Beim zweiten Heimspiel lässt sich BMW nicht lumpen und fährt die volle Kapelle auf. So wird den Besuchern der IAA Mobility etwa der BMW i5 präsentiert. Nach 477 oder 582 Kilometern – je nach Akku – muss der elektrische 5er wieder an die Ladesäule.  © Daniel Kraus/BMW
BMW i7 Protection
BMW i7 Protection: Zudem haben die Bayern noch ein besonderes Schmankerl mit auf die IAA Mobility gebracht: den BMW i7 Protection. Das gepanzerte Fahrzeug feiert auf die Automesse seine Premiere. Künftig könnte darin der bayrische Ministerpräsident Markus Söder Platz nehmen. © Uwe Fischer/BMW
BMW Vision Neue Klasse
BMW Vision Neue Klasse: Eine Automesse ohne Studie fühlt sich irgendwie falsch an. Entsprechend hat auch BMW einen mit zur IAA gebracht. Der BMW Vision Neue Klasse feiert in München Weltpremiere. Wie der Name verrät, gibt die Studie einen Ausblick auf die neue Plattform von der Münchner. Ausgestellt wird der BMW Vision Neue Klasse sowohl auf dem Messegelände als auch in der Innenstadt. © BMW
MG Cyberster.
MG Cyberster: Wer elektrisch und oben ohne fahren wollte, der suchte bisher meist vergeblich. Seit dem Ende des Tesla Roadster war dieses Segment eher stiefmütterlich behandelt worden. Mit dem MG Cyberster kommt die Rettung nun aus China. Ab 2024 ist das Cabrio in Deutschland verfügbar. Ganz billig wird das Vergnügen aber wohl nicht: rund 63.000 Euro soll der Roadster kosten. © MG Motor Deutschland

Noch ungewiss scheint derweil, inwiefern die kompakten Elektroautos VW ID.Golf (Name noch unbestätigt) und VW ID.3 nebeneinander koexistieren können. Zunächst soll der Golf 9 laut Autocar unterhalb des ID.3 und über dem geplanten VW ID.2 platziert sein, eine Länge von etwa vier Metern aufweisen und flacher sein. Langfristig könnte der ID.3 in die Golf-Familie integriert werden und in ein Verhältnis analog der Golf-Plus-Modelle gerückt werden. Das sei laut Schäfer jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Stein gemeißelt. (PF)

Rubriklistenbild: © Jan Huebner/Imago

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