VW-Sparprogramm trifft auch Vorstand: Blume muss auf Millionen verzichten
VonFabian Hartmann
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Im Zuge des markanten Sparplans des Volkswagen-Konzerns gibt es auch Konsequenzen für Geschäftsführer Oliver Blume. Für ihn gibt es ab 2026 Gehaltseinbußen.
Wolfsburg – Die hinkende Elektroauto-Offensive, Absatzprobleme in China und Trumps hohe Zölle in den USA haben Deutschlands größtem Automobilhersteller Volkswagen eine ernste Krise beschert. Gegensteuern will der VW-Konzern unter Federführung von CEO Oliver Blume mit einem Sparprogramm, das es in sich hat: Neben einem weitreichenden Stellenabbau sieht der VW-Sparkurs auch markante Einschnitte bei Ausbildungsplätzen vor, zudem verzichteten bereits Tausende Beschäftigte auf Gehaltserhöhungen. Wie nun bekannt wurde, muss offenbar auch Volkswagen-Chef Blume Gehaltseinbußen in Kauf nehmen, um seinerseits zum Sparplan beizutragen.
VW-Chef Oliver Blume erwarten ab 2026 Gehaltseinbußen
Volkswagen-Chef Blume muss im Rahmen seines neuen Fünfjahresvertrags beim Wolfsburger Autoproduzenten auf einen Teil seines Gehaltes verzichten. Ab 2026 beträgt die Kürzung zunächst 11 Prozent seines Vorjahresgehalts, in den Folgejahren bis 2030 sinkt sie schrittweise auf 8,5 Prozent über 6,5 Prozent bis schließlich 5,5 Prozent, wie die Süddeutsche Zeitung nun unter Berufung auf einen VW-Sprecher berichtete.
Zuvor hatte der Aufsichtsrat am Freitag Blumes Doppelfunktion als Vorstandschef von Volkswagen und Porsche beendet. Für VW wird Blume durch den neuen Arbeitsvertrag trotz der Gehaltseinbußen aber auch langfristig weiter als CEO tätig bleiben.
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Gehaltskürzung stehen im Zusammenhang mit massivem VW-Sparprogramm
Damit folgt die Entscheidung einer Vereinbarung, die der VW-Vorstand bereits im Dezember 2023 getroffen hatte. Durch den Gehaltsverzicht von VW-Führungskräften wie Blume solle ein Signal der Solidarität und des Engagements für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des VW-Konzerns gesetzt werden, berichtete das Onlinemagazin IT Boltwise.
Im Jahr 2024 war VW-Chef Blume mit knapp 10,4 Millionen Euro Jahresgehalt noch der Spitzenverdiener von den CEOs der DAX-gelisteten Unternehmen, wie mitunter das Handelsblatt und Bild-Zeitung berichteten. Zurückzuführen war die Gehaltssteigerung im Vergleich zu 2023 (damals 9,7 Millionen Euro) allerdings auf höhere Langzeitboni – sogenannte LTI – die von der Performance des VW-Konzerns am Aktienmarkt zusammenhängen, wie das Handelsblatt anmerkte.
Damit setzt sich der markante Sparkurs des VW-Konzerns fort: Erst im Sommer (3. Juni) hatte das Branchenmagazin Auto Motor Sport über mindestens 20.000 VW-Beschäftigte berichtet, die im Zuge des Sparkurses einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Betrieb inklusive Abfindungen zustimmten. Auch reduzierte VW seine Ausbildungskapazitäten von vormals 1400 Ausbildungsplätzen auf weniger als die Hälfte, nämlich 600 Stellen. Mit dem Sparplan will Volkswagen seine jährlichen Arbeitskosten um rund 1,5 Milliarden Euro senken. (Quellen: Süddeutsche Zeitung, IT Boltwise, Auto Motor Sport)(fh)