Neue GEG-Reform

Was kommt nach dem Heizungsgesetz? Reiche sorgt mit neuen Aussagen für Verwirrung 

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Das Heizungsgesetz könnte schon bald gekippt werden – oder grundlegend novelliert, so die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Reiche. Was aber soll sich ändern?

Berlin – Als die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ihr Amt am Monatsanfang von Vorgänger Robert Habeck (Grüne) übergeben bekam, schwärmte Reiche noch in höchsten Tönen vom Grünen-Politiker. Als kaum ermessbar bezeichnete sie die Arbeitslast, die Habeck mit dem Beginn des Ukraine-Kriegs wenige Monate nach seinem damaligen Amtsantritt aufgebürdet bekam. Seine Amtsarbeit nannte sie eine „fast übermenschliche Leistung“. Dem entgegen will die neue Bundeswirtschaftsministerin nun offenbar das Heizungsgesetz aus Habecks Feder grundlegend überarbeiten.

Reiche und Union weiter auf Kurs – „Abschaffung“ des Heizungsgesetzes könnte kommen

Beschlossen wurde das Heizungsgesetz erst im April 2023 als Novelle des Gebäudeenergiegesetz (GEG) das bereits drei Jahre zuvor eingeführt worden war. Um Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen, sieht es mitunter vor, dass alle neu eingebauten Heizungen spätestens ab Mitte 2028 verbindlich zu mindestens 65 Prozent auf Erneuerbaren Energien basieren. Für Bestandsbauten und Neubauten außerhalb von Neubaugebieten gilt die 65-Prozent-Vorgabe aber erst, wenn Städte und Gemeinden die kommunale Wärmeplanung bestimmt haben. Danach müssen neue fossile Heizungen schrittweise bis 2045 zu 100 Prozent klimaneutral sein. Staatlich unterstützt wird der Heizungstausch seit August 2024 mit bis zu 70 Prozent der Investitionskosten.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche

Doch obwohl die Novelle des Heizungsgesetzes und ihre Förderung noch nicht allzu lange wirken, waren sie ein brisantes Thema in den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD. So war es der Union wichtig, die „Abschaffung“ des Heizungsgesetzes begrifflich im Koalitionsvertrag zu verankern, womit sie sich letztlich auch durchsetzte.

Wirtschaftsministerin Reiche will Betriebsverbot für alte Heizungen kippen

Bereits in ihrer Regierungserklärung skizzierte die Neu-Bundeswirtschaftsministerin dann einen ersten Schritt auf dem Weg einer grundlegenden Überarbeitung des GEG: Eine Abschaffung des Betriebsverbots für Öl- und Gasheizungen sowie Heizkessel, das in Paragraf 72 des GEG verankert ist. Demnach dürfen reine Öl- und Gasheizungen, die vor 1991 eingebaut wurden, in der Regel nicht mehr betrieben werden – selbes gilt für Heizkessel, die bereits seit über 30 Jahren in Betrieb sind.

Eine Regelung, die Reiche nun scharf anging: „Das bisherige Heizungsgesetz rekurriert mehr oder weniger auf eine Technologie. Es gibt de facto ein Betriebsverbot für Gasthermen, die vor 1991 eingebaut wurden“, sagte die Bundeswirtschaftsministerin laut einer Vorabmeldung des Podcasts Table.Today. „Zunächst müssen wir dieses Betriebsverbot abschaffen, um wieder Ruhe in den Markt zu bekommen.“

Sinkender Strompreis soll Erneuerbare befördern – und fossile Energiequellen ablösen

In ihrer Regierungserklärung in der Vorwoche kündigte Reiche bereits an, Technologieverbote zurückzunehmen, wobei zunächst unklar blieb, auf welche Energien sie sich damit im Konkreten bezog, berichtete die Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK). Letztendlich bestätigt es aber den im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ausgegebenen Kurs, das neue GEG „technologieoffener, flexibler und einfacher“ machen zu wollen. 

Neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: Hinter den Kulissen war sie die ganze Zeit dabei

Katherina Reiche (M.) ist schon lange dabei. 1998 kam sie erstmals in den Deutschen Bundestag und wurde 2002 von Edmund Stoiber (r.) als Expertin für Familienpolitik zusammen mit Angela Merkel ins Team geholt.
Katherina Reiche (M.) ist schon lange dabei. 1998 kam sie erstmals in den Deutschen Bundestag und wurde 2002 von Edmund Stoiber (r.) als Expertin für Familienpolitik zusammen mit Angela Merkel ins Team geholt. Damals war sie als Unverheiratete mit ihrem zweiten Kind schwanger, was innerhalb der christlich-konservativeren Seite der Union für Unmut sorgte. 2003 heiratete sie ihren Lebensgefährten Sven Petke.  © Thomas Koehler
Im Wahlkampf 2005 unterstützte Reiche die Kandidatur von Angela Merkel, die daraufhin Kanzlerin wurde.
Im Wahlkampf 2005 unterstützte Reiche die Kandidatur von Angela Merkel, die daraufhin Kanzlerin wurde. Nach der Wahl wurde sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag. Sie war für die Bereiche Bildung, Forschung, Umwelt, Naturschutz und Atomsicherheit zuständig.  © IMAGO
Katherina Reiche heiratete Sven Petke, der ebenfalls CDU-Abgeordneter war und der Vater ihrer drei Kinder ist. Seit Jahren sind die beiden aber getrennt.
Katherina Reiche heiratete Sven Petke, der ebenfalls CDU-Abgeordneter war und der Vater ihrer drei Kinder ist. © IMAGO
Katherina Reiche und Sven Petke
Hier besuchte Kaherina Reiche und Sven Petke ein klassisches Konzert im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz im Jahr 2003. Im selben Jahr gaben sich die Beiden auch das Ja-Wort. Mittlerweile leben sie aber getrennt voneinander. © imago
2009 wurde Katherina Reiche als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesumweltministerium berufen (hier im Bundestag, 2010).
2009 wurde Katherina Reiche als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesumweltministerium berufen (hier im Bundestag, 2010). Sie war damit im zuständigen Haus, als Deutschland den Atomausstieg beschloss. Sie hat die Nutzung der Kernenergie aber immer befürwortet und stimmte noch im Herbst 2010 für die Laufzeitverlängerung.  © Thomas Trutschel
Katherina Reiche, Norbert Röttgen und Ursuka Heinen
imago53568798.jpg © imago
Reiche ist mit ihren Positionen immer wieder angeeckt. Jahrelang hat sie sich zum Beispiel gegen die Ehe für alle ausgesprochen (hier im Bild bei Maischberger 2012).
Reiche ist mit ihren Positionen immer wieder angeeckt. Jahrelang hat sie sich zum Beispiel gegen die Ehe für alle ausgesprochen (hier im Bild bei Maischberger 2012). „Unsere Zukunft liegt in der Hand der Familien, nicht in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften […] Neben der Euro-Krise ist die demografische Entwicklung die größte Bedrohung unseres Wohlstands“, sagte sie 2012 zur Bild-Zeitung. Dafür wird sie bis heute scharf kritisiert. Seit 2017 ist die Ehe für alle in Deutschland möglich.  © IMAGO
2013 wechselte Katherina Reiche ins Verkehrsministerium, wo sie unter Alexander Dobrindt (CSU) Parlamentarische Staatssekretärin wurde.
2013 wechselte Katherina Reiche ins Verkehrsministerium, wo sie unter Alexander Dobrindt (CSU) Parlamentarische Staatssekretärin wurde. Heute darf sie wieder mit Dobrindt an einem Kabinettstisch sitzen – er wird Innenminister.  © Michael Gottschalk
Katherina Reiche, Boris Pistorius, Johann Wadephul, Alexander Dobrindt
Ihrem ehemaligen Vorgesetzten Alexander Dobrindt (r.) begegnet Katherina Reiche (l.) nun im Kabinett von Friedrich Merz wieder. Dobrindt vertritt dort als Innenminister auch die bayerische Schwesterpartei CSU. Ebenfalls regelmäßig auf der Regierungsbank Platz nehmen werden SPD-Politiker Boris Pistorius (2.v.l.) in seiner Rolle als Verteidigungsminister und Johann Wadephul (CDU), den Merz zu seinem Außenminister machte.  © imago
2015 entschied Reiche, dass sie in die Wirtschaft wechseln will und legte ihr Abgeordnetenmandat nieder. Sie wurde im Februar diesen Jahres zur Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VkU).
2015 entschied Reiche, dass sie in die Wirtschaft wechseln will und legte ihr Abgeordnetenmandat nieder. Sie wurde im Februar 2015 zur Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VkU).  © Imagos
Als Chefin des VkU hat sie die kommunale Wirtschaft vertreten. Hauptaufgabe des Verbands ist es, die 1592 Mitglieder, die vor allem in der Energie-, Wasser- und Abfallversorgung tätig sind, zu unterstützen.
Als Chefin des VkU hat sie die kommunale Wirtschaft vertreten. Hauptaufgabe des Verbands ist es, die 1592 Mitglieder, die vor allem in der Energie-, Wasser- und Abfallversorgung tätig sind, zu unterstützen.  © IMAGO
2018 hat sie zum Beispiel zusammen mit dem damaligen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eine Absichtserklärung unterzeichnet, dass die Nachrüstung aller Lkw-Flotten mit Abbiege-Assistenten ermöglichen sollte.
2018 hat sie zum Beispiel zusammen mit dem damaligen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eine Absichtserklärung unterzeichnet, dass die Nachrüstung aller Lkw-Flotten mit Abbiege-Assistenten ermöglichen sollte.  © IMAGO
Katherina Reiche in ihrer Funktion als Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen
Im Jahr 2017 begutachtete Katherina Reiche in ihrer Funktion als Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) die Bauarbeiten des Kreuzbergtunnels in Berlin. Begleitet wurde die heutige Wirtschaftsministerin von Jörg Simon, damals als Vorstand der Berliner Wasserbetriebe tätig. © IMAGO
Im Herbst 2019 machte Katherina Reiche bekannt, dass sie den VkU verlassen wird und an die Spitze des Energiekonzerns Westenergie wechseln wird.
Im Herbst 2019 machte Katherina Reiche bekannt, dass sie den VkU verlassen wird und an die Spitze des Energiekonzerns Westenergie wechseln wird. Diesen Job hatte sie seit 1. Januar 2020 inne.  © IMAGO
Ebenfalls 2020 wurde Reiche die Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrats, das am 10. Juni 2020 einberufen wurde.
Ebenfalls 2020 wurde Reiche die Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrats, das am 10. Juni 2020 einberufen wurde. Der Wasserstoffrat berät die Bundesregierung beim Ausbau von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft.  © IMAGO
Als Vorsitzende von Westenergie hat sie NRW die Energiewende vorangetrieben und gestaltet. Dazu musste der Kontakt in die Politik intakt bleiben: Hier ist Katherina Reiche mit Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) bei einem Termin.
Als Vorsitzende von Westenergie hat sie NRW die Energiewende vorangetrieben und gestaltet. Dazu musste der Kontakt in die Politik intakt bleiben: Hier ist Katherina Reiche mit Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) bei einem Termin.  © Imago
Dann die Überraschung: Im April 2025 wird bekannt, dass Katherina Reiche für das Amt der Wirtschaftsministerin im Kabinett Merz gehandelt wird.
Dann die Überraschung: Im April 2025 wird bekannt, dass Katherina Reiche für das Amt der Wirtschaftsministerin im Kabinett Merz gehandelt wird. Zuvor hatte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann seine Absage erteilt – damit war der absolute Favorit aus dem Rennen. Am 28. April bestätigte Merz dann Reiche als designierte Ministerin.  © Florian Gaertner/IMAGO
Karl-Theodor zu Guttenberg und Katherina Reiche
Auch überraschend kam die Information, dass Reiche mittlerweile mit dem ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zusammen ist. Das Paar ist wohl schon seit einiger Zeit liiert, hatte aber bisher Gerüchte über eine Partnerschaft nie bestätigt. © Sebastian Gollnow/Kay Nietfeld/dpa
Katherina Reiche und Karl-Theodor zu Guttenberg
Öffentlich machten Katherina Reiche und Karl-Theodor zu Guttenberg ihre Beziehung im April 2025. Guttenberg ist aber nicht nur der neue Partner Reiches, er ist auch einer ihrer Vorgänger. Im Jahr 2009 bekleidete er für rund acht Monate das Amt des Wirtschaftsministers. Noch im selben Jahr wurde Guttenberg Verteidigungsminister und besuchte gemeinsam mit Reiche das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam. © imago
Katherina Reiche als Bundesministerin für Wirtschaft und Energie
Aus den Gerüchten wurde Gewissheit. Friedrich Merz holte Katherina Reiche als Bundesministerin für Wirtschaft und Energie in sein Kabinett. Am 06.05.2025, kurz nach der Kanzlerwahl von Merz, legte Reiche in dessen Beisein ihren Amtseid vor der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ab. © Michael Kappeler/dpa
Friedrich Merz (l.) geht mit Reiche ein gewisses Risiko ein. In der Wirtschaft wird ihre Nominierung zwar gelobt, innerhalb der Partei gibt es aber Grummeln darüber.
Friedrich Merz (l.) geht mit Reiche ein gewisses Risiko ein. In der Wirtschaft wird ihre Nominierung zwar gelobt, innerhalb der Partei gibt es aber Grummeln darüber. Mehrere starke Landesverbände sind bei der Besetzung der Posten leer ausgegangen – stattdessen kommt eine aus der letzten Reihe zum Zug. Katherina Reiche wird liefern müssen, um sowohl die Partei als auch die Wirtschaft zu beruhigen.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz
Im 19-köpfigen Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz ist Katherina Reiche (4. v. l.) eine von acht Frauen. Sie ist außerdem die erste Frau, die in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zur Wirtschaftsministerin berufen wurde. © imago
Katherina Reiche erstmals als Chefin das Minsterium für Wirtschaft und Energie
Einen Tag nach ihrer offiziellen Vereidigung im Bundestag betrat Katherina Reiche erstmals als Chefin das Ministerium für Wirtschaft und Energie. Dort übergab der bisherige Wirtschaftsminister Robert Habeck offiziell die Amtsgeschäfte an seine Nachfolgerin. © Hannes P Albert/dpa
Übergabe des Bundeswirschaftsministerium von Robert Habeck an Katharina Reiche
In ihrer Antrittsrede vor der Belegschaft des Wirtschafsministeriums bedankte sich Katherina Reiche bei Robert Habeck. Den Grünen-Politiker überschüttete Reiche dabei mit Lobeshymnen. Er habe eine „fast übermenschliche Leistung“ in seiner Amtszeit erbracht, so Reiche. © IMAGO/Matthias Gränzdörfer
Katherina Reiche, die Wirtschafstministerin im Kabinett unter Kanzler Friedrich Merz
Unter den Namen der ehemaligen Wirtschaftsminister finden sich neben Katherina Reiches Vorgänger Robert Habeck und ihrem Lebensgefährten Karl Guttenberg weitere prominente Politiker. Unter anderem zwei spätere Bundeskanzler: Sowohl der zweite Bundeskanzler Deutschlands, Ludwig Erhard (CDU), als auch der fünfte Regierungschef, Willy Brandt (SPD), waren als Wirtschaftsminister tätig, ehe sie zu Bundeskanzlern aufstiegen. Ob auch Reiche in der Zukunft derartige Karrierepläne verfolgen wird, bleibt abzuwarten. © Michael Kappeler

Die CDU will statt dem Heizungsgesetz darauf setzen, dass der steigende CO₂-Preis fossile Brennstoffe für Verbraucher unattraktiver werden lässt, während erneuerbare Energiequellen mittels sinkender Stromkosten – laut Koalitionsvertrag sollen sie für alle um mindestens 5 Cent pro Kilowattstunde sinken – für höhere Nachfrage und so eine effiziente Energiewende sorgen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, kündigte die Wirtschaftsministerin auch an, einen Gesetzentwurf zur Absenkung der Stromsteuer auf das EU-Minimum (0,1 Cent pro kWh für Haushalte) noch vor der Sommerpause ins Kabinett einzubringen. Dies hatte CSU-Chef Markus Söder bereits am Montag gefordert.

Es sind Vorhaben, die von mahnenden Worten begleitet werden, wie etwa von Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). „Im Jahr 2045 müssen wir klimaneutral sein. Dann kann grundsätzlich keine Ölheizung und keine fossile Gasheizung mehr laufen. Das dürfen wir doch nicht einfach laufen lassen und zusehen, wie sich die Menschen neue Öl- und Gasheizungen kaufen, während der CO₂-Preis steigt“, wird Kämpfer vom ZfK zitiert.

Reiche fordert „Ende eines Zwangs zu Wärmepumpen“

Unklar ist, wie es nun mit der Förderung für Wärmepumpen weitergeht. Äußern wolle man sich „zu gegebener Zeit“, zitiert Spiegel Online das Wirtschaftsministerium. Bereits im Wahlkampf hieß es seitens der Union, künftige Zahlungen sollen von der Haushaltslage abhängig gemacht werden. Auf dem Ludwig Erhard Gipfel (7-9. Mai), einem Wirtschaftstreffen am Tegernsee, sagte Reiche laut dem Spiegel, Wärmepumpen eignen sich zwar „für bestimmte Anwendungen, aber sie wird uns nicht helfen, die Wärmewende insgesamt in Deutschland hinzubekommen“. 

Am Montag dann forderte Reiche im Gespräch mit dem Handelsblatt, es müsse „Schluss sein mit dem Zwang zur Wärmepumpe“. Statt festzuschreiben, wo diese verbaut werden, „müssen wir CO₂ Reduktionsziele festlegen und den Hausbesitzern überlassen, wie sie diese erreichen“, schlug die Bundeswirtschaftsministerin dabei vor.

Doch der angebliche „Zwang“ zur Wärmepumpe ist eigentlich gar keiner, wie am Dienstag der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hinweist: Zwar schreibt die aktuelle GEG-Novelle vor, dass neue Heizungen künftig zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, sobald die Kommunen ihre Pläne zur Wärmeplanung veröffentlichen. Neben Wärmepumpen sind dafür aber auch Hybrid, Biomasse- und Pelletheizungen, Solarthermie und der Anschluss an Fernwärmenetze erlaubt. Zurückzuführen sei die Wahrnehmung eines vermeintlichen „Wärmepumpen-Zwangs“ statt auf gesetzliche Vorgaben viel eher auf die starke politische Kommunikation und das Ziel der Neueinrichtung von 500.000 Wärmepumpen jährlich. (fh)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Mauersberger

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