Zukunft der Mobilität

Wasserstoffauto statt Elektro? So viel mehr kostet die Verbrenner-Alternative

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Wasserstoffautos ist aktuell keine ernstzunehmende Konkurrenz für Stromfahrzeuge. Ist das berechtigt? Der Kostenunterschied ist jedenfalls groß.

München – Die Zukunft des Straßenverkehrs liegt in Deutschland und in der EU in der Elektromobilität. Alternativen wie der Wasserstoffantrieb oder E-Fuels, mit denen der aktuelle Fahrzeugbestand weitergeführt werden könnte, spielt in den Planungen der Politik keine Rolle. Dennoch gibt es einige wenige Anhänger, die auf die Verbrenner-Alternativen hoffen.

Wasserstoffauto teuer in Anschaffung und in Betrieb

Elektroautos gelten als effizienter als Fahrzeuge mit den beiden anderen Antrieben. Dort wird die elektrische Energie direkt von der Steckdose in die Fahrzeugbatterie eingespeist und kann abgerufen werden. Bei einem Wasserstoffauto müssen die Fahrer an der Tankstelle Wasserstoff (H2) ins Fahrzeug füllen. Dort wird das Gas im laufenden Betrieb in einer Brennstoffzelle zu Strom verarbeitet.

Warum Wasserstoff-Autos den besseren Antrieb bieten

Umweltfreundlichkeit: Wasserstoff-Autos sind umweltfreundlicher als Autos mit Verbrennungsmotoren, da sie nur Wasserdampf als Abgas produzieren. Wasserstoff kann auch aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind erzeugt werden, was zu einer vollständigen Dekarbonisierung des Verkehrssektors beitragen kann.
Umweltfreundlichkeit: Wasserstoff-Autos sind umweltfreundlicher als Autos mit Verbrennungsmotoren, da sie nur Wasserdampf als Abgas produzieren. Wasserstoff kann auch aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind erzeugt werden, was zu einer vollständigen Dekarbonisierung des Verkehrssektors beitragen kann. © IMAGO/Tyler Olson.
Schnelles Betanken: Das Betanken eines Wasserstoff-Autos dauert nur wenige Minuten, im Gegensatz zu Elektroautos, bei denen das Aufladen Stunden dauern kann.
Schnelles Betanken: Das Betanken eines Wasserstoff-Autos dauert nur wenige Minuten, im Gegensatz zu Elektroautos, bei denen das Aufladen Stunden dauern kann. © IMAGO/Hans Martin Issler
Reichweite: Wasserstoff-Autos haben eine größere Reichweite als Elektroautos und können mehrere hundert Kilometer mit einer Tankfüllung zurücklegen.
Reichweite: Wasserstoff-Autos haben eine größere Reichweite als Elektroautos und können mehrere hundert Kilometer mit einer Tankfüllung zurücklegen. © IMAGO/Jochen Tack
Leistung: Wasserstoff-Autos bieten eine vergleichbare Leistung wie herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotor und sind in der Lage, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen.
Leistung: Wasserstoff-Autos bieten eine vergleichbare Leistung wie herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotor und sind in der Lage, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. © IMAGO
Keine CO2-Emissionen: Im Gegensatz zu herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotoren stoßen Wasserstoff-Autos keine Kohlendioxid-Emissionen aus.
Keine CO₂-Emissionen: Im Gegensatz zu herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotoren stoßen Wasserstoff-Autos keine Kohlendioxid-Emissionen aus. © IMAGO/Kabir Jhangiani
Keine Geräuschemissionen: Wasserstoff-Autos sind leiser als Autos mit Verbrennungsmotoren und tragen somit zur Reduzierung des Lärms in der Umgebung bei.
Keine Geräuschemissionen: Wasserstoff-Autos sind leiser als Autos mit Verbrennungsmotoren und tragen somit zur Reduzierung des Lärms in der Umgebung bei. © IMAGO/Michael Gstettenbauer
Weniger Wartung: Wasserstoff-Autos haben weniger Verschleißteile als Autos mit Verbrennungsmotoren und erfordern somit weniger Wartung.
Weniger Wartung: Wasserstoff-Autos haben weniger Verschleißteile als Autos mit Verbrennungsmotoren und erfordern somit weniger Wartung. © IMAGO
Verfügbarkeit: Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum und kann aus verschiedenen Quellen wie Erdgas, Biomasse und Wasser erzeugt werden.
Verfügbarkeit: Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum und kann aus verschiedenen Quellen wie Erdgas, Biomasse und Wasser erzeugt werden. © IMAGO/Ulrich Stamm
Sicherheit: Wasserstoff ist sicherer als Benzin und Diesel, da es leichter als Luft ist und bei einer Leckage schnell verfliegt.
Sicherheit: Wasserstoff ist sicherer als Benzin und Diesel, da es leichter als Luft ist und bei einer Leckage schnell verfliegt. © IMAGO/Christoph Hardt
Technologischer Fortschritt: Die Entwicklung von Wasserstoff-Autos trägt zur weiteren Verbesserung der Technologie bei und fördert die Innovation in der Automobilbranche.
Technologischer Fortschritt: Die Entwicklung von Wasserstoff-Autos trägt zur weiteren Verbesserung der Technologie bei und fördert die Innovation in der Automobilbranche. © IMAGO/Wladimir Bulgar

Da der Wasserstoffpreis deutlich über dem Strompreis liegt, ist der Unterhalt eines Fahrzeugs mit Wasserstoffantrieb sehr hoch. Wasserstoff kostet derzeit laut Angaben des Tankstellenbetreibers H2 Live nahezu einheitlich 15,25 Euro pro Kilogramm. Laut einem Testbericht von handelsblatt.de, bei dem der BMW iX5 Hydrogen probegefahren wurde, entstehen pro 100 Kilometer Wasserstoffkosten von 27,70 Euro. Der vergleichbare BMW iX mit Elektroantrieb verbraucht laut einem Ecotest des ADAC 20,4 kWh pro 100 Kilometer. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 35 Cent pro kWh entstehen damit Kosten von weniger als 7,20 Euro.

Auch die Anschaffung von Wasserstofffahrzeugen ist deutlich teurer. Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) beziffert ihn auf mindestens 63.000 Euro. Elektroautos sind hingegen bereits für rund 20.000 Euro erhältlich – auch ohne den 2024 wegfallenden Umweltbonus.

Diese Vorzüge haben Wasserstoffautos

Im Alltag können Wasserstoffautos mit den Vorzügen von E-Fahrzeugen punkten. Der Antrieb schiebt das Auto lautlos und kraftvoll an. Doch das Tanken geht so schnell wie mit einem Verbrenner. Innerhalb weniger Minuten ist der Tank vollständig mit Wasserstoff gefüllt. Damit kommt man zwischen 500 und 800 Kilometer weit. Die durchschnittliche Reichweite von Elektroautos liegt laut BDI bei 350 Kilometern. Damit könnte Wasserstoff insbesondere im Last- und Fernverkehr künftig zu einer Alternative werden.

Die Zahl der Wasserstofftankstellen in Deutschland war zuletzt rückläufig.

Ihren sogenannten CO₂-Rucksack schleppen Elektroautos bis zu 90.000 Kilometer laut dem einer Studie vom Verband der Ingenieure mit sich herum. Erst dann können sie die Mehrbelastung, die während der Produktion entstanden ist, durch ihren umweltschonenderen Fahrbetrieb kompensieren. Bei Wasserstoffautos ist der Break-even bereits nach 60.000 Kilometern erreicht. Die Rechnung kann aber individuell unterschiedlich ausfallen, abhängig davon, ob die verwendete Energie aus erneuerbaren Quellen oder aus fossilen Rohstoffen gewonnen wurde. Grüner, also umweltfreundlich produzierter, Wasserstoff gilt als einer der Hoffnungsträger in der Energiewende, steht aber aktuell so gut wie kaum auf dem Markt zur Verfügung.

Nur wenige Wasserstofftankstellen in Deutschland

Jedoch ist das Tankstellennetz für Wasserstoff bei weitem nicht so nicht wie für Strom. Die Plattform H2 Live weist sogar einen Rückgang auf. Von 94 H2-Tankstellen in Deutschland im vergangenen waren zwischenzeitlich 91 übriggeblieben. Aktuell sind es wieder 92 Tankstellen. Dem gegenüber stehen laut Zahlen der Bundesnetzagentur vom Jahresbeginn 2023 mehr als 80.500 öffentliche Ladepunkte für Elektroautos.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

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