Schleichender Niedergang

Wegen medizinische Revolution: Diätprogramm-Gigant vor Insolvenz?

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Ein Diätspezialist steht vor dem Aus. Ein Branchenwandel bedroht seine Existenz. Wird er sich retten können?

New York City - Weight Watcher International (WW International) bereitet sich offenbar auf ein Insolvenzverfahren vor. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Verfahren soll in den nächsten Monaten beginnen.

Weight Watchers steht wohl vor der Insolvenz: Kreditlinie fast vollständig ausgeschöpft

Der angeschlagene Abnehmspezialist bereitet nach einem Bericht des WSJ eine Insolvenz nach US-Recht (Chapter 11) vor. Ziel dieses Verfahrens ist es, das Unternehmen vor dem endgültigen Aus zu retten. Weight Watchers plant demnach, sich finanziell zu restrukturieren und den Geschäftsbetrieb fortzusetzen.

Weight Watchers hilft Menschen dabei, mit traditionellen Diätprogrammen Gewicht zu verlieren. (Symbolbild)

Das Unternehmen befindet sich seit geraumer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Zuletzt sollen im Januar 121 Millionen Dollar aus einer verbliebenen Kreditlinie von 175 Millionen Dollar entnommen worden sein, um kurzfristig zahlungsfähig zu bleiben. Zudem drückt Weight Watchers eine Schuldenlast von rund 1,4 Milliarden Dollar, während das operative Geschäft durch einen Paradigmenwechsel in der Abnehmindustrie bedroht ist.

Weight Watchers steht wohl vor der Insolvenz: Abnehmspritzen zerstören das Geschäftsmodell

Um abzunehmen, wurde jahrzehntelang auf Verzicht und Disziplin gesetzt. Weight Watchers half seinen Kunden, diesen langwierigen Prozess mehr oder weniger erfolgreich durchzustehen. Inzwischen gibt es pharmazeutische Mittel, die schneller wirken und die Abnehmwilligen weniger herausfordern.

Medikamente wie Ozempic oder Wegovy haben sich in kurzer Zeit als wirksame Mittel zur Gewichtsreduktion etabliert. In der Folge ist die Nachfrage nach klassischen Diätprogrammen, auf denen das Geschäftsmodell von Weight Watchers basiert, eingebrochen.

Weight Watchers steht wohl vor der Insolvenz: Aktie nur noch ein Pennystock

Der Niedergang von Weight Watchers zeichnete sich schon länger ab. So ist Oprah Winfrey bereits Anfang 2024 aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden. Die Moderatorin, die als Gesicht des Unternehmens galt, gehörte dem Gremium seit 2015 an. Offizielle Begründung war, dass sie einen Interessenkonflikt befürchtete, da sie auf ihrem Fernsehsender eine Sendung über Medikamente zur Gewichtsreduktion ausstrahlen wollte. Oprah Winfrey spendete ihre Anteile an Weight Watchers dem National Museum of African American History and Culture (NMAAHC).

Kennen Sie diese Modemarken noch? Diese Firmen sind aus Deutschland verschwunden

22.10.2024, Deutschland, NRW, Einzelhandel, Mode, Die Esprit Filiale am Limbecker Platz in Essen steht vor der Schliessu
Einst war Esprit ein deutsches Vorzeigeunternehmen. Die deutsche Modemarke kannte so gut wie jeder und galt lange als begehrt. Doch dann kam 2024 der Schock: Esprit Europe hat die Insolvenz im Frühsommer angemeldet, bis zum Jahresende wurden alle Läden geschlossen. Die Marke wurde zwischenzeitlich zwar übernommen, doch ein Stück deutsche Geschichte ist damit von der Bildfläche verschwunden.  © IMAGO/D. Kerlekin/Snowfield Photograph
Bench Modelabel *** bench fashion label
Kennen Sie diese Marke noch? In den 2000er Jahren gab es um Bench einen regelrechten Hype. Doch 2018 geriet das britische Unternehmen in Schieflage und meldete Insolvenz an. Das Ladengeschäft wurde abgewickelt und die Marke verschwand aus den Innenstädten. Doch es gibt Bench noch immer: Wer die alte Skateboard-Marke noch vermisst, kann Kleidungsstücke im Online-Store kaufen.  ©  via www.imago-images.de
Escada Store in London Chelsea - LONDON, UNITED KINGDOM - DECEMBER 20, 2022
Sogar Luxusunternehmen sind nicht von den Schwierigkeiten in der Modewelt verschont. Escada gehörte einst zu den bekanntesten Luxuslabels der Welt. Sie wurde 1976 von Margaretha Ley gegründet und war bis in die 1990er Jahre erfolgreich. Escada verkaufte Damenbekleidung, Accessoires, Schmuck und Düfte. Es gab in den 2000er Jahren dann mehrere Insolvenzen, die erste 2009, eine weitere folgte 2020. Escada als Marke existiert zwar heute noch, doch eigene Filialen sind so gut wie verschwunden. Die besten Jahren sind wohl vorbei.  © 4kclips via imago-images.de
Oberhausen, Germany - February 11. 2020: View on entrance of Topshop fashion chain store
Topshop ist eine britische Modefirma, die durch ihren rasenden Erfolg in der Heimat in den 2000er Jahren Filialen auf der ganzen Welt hatte. Topshop war als Fast Fashion Unternehmen bekannt, die ihre Produkte zu Tiefpreisen anbot. Dabei arbeitete die Firma auch mit Berühmtheiten wie Beyoncé und Kate Moss zusammen. 2020 geriet der Mutterkonzern durch die Pandemie aber in Schieflage und meldete in Großbritannien die Insolvenz an. 2021 wurden Topshop von Asos gekauft, die meisten Filialen wurden damals aber schon aufgegeben – auch in Deutschland. Asoso hat 2024 weitere Anteile der Marke verkauft.  © Copyright: xmobilinchenx via ima
Scotch & Soda, Kurfürstendamm, Charlottenburg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin, Deutschland *** Scotch Soda, Kurfürst
An diese Marke müssten sich die meisten noch erinnern können, denn sie ist erst 2024 in die Insolvenz gerutscht. Die niederländische Marke Scotch & Soda hat in diesem Zusammenhang beschlossen, alle deutschen Filialen zu schließen. Hierzulande kann man Kleidung der Marke aber noch online kaufen, zum Beispiel bei Breuninger oder Zalando.  © Schoening via www.imago-images.de
RECORD DATE NOT STATED The Forever 21 store is one of AR Holdings brands EDITORIAL USE ONLY Photography PUBLICATIONxNOT
Forever 21 war eine weitere Erfolgsmarke in der Welt von Fast Fashion. Die US-amerikanische Firma hatte einst Filialen auf der ganzen Welt – auch in Deutschland. 2019 geriet die Firma aber in Schieflage. 178 Geschäfte in den USA mussten damals schließen und es wurden alle Standorte in Europa und Asien komplett aufgegeben. Heute gibt es die Marke nur noch in Amerika.  © IMAGO/PHOTOFILMCR
Paris, France - February 27, 2023: Exterior view of a Promod store, a French clothing company specia
Promod war eine Modemarke aus Frankreich, die 1975 schon gegründet wurde und dort jahrzehntelang erfolgreich war. Die Firma hatte zunächst nur Standorte in Frankreich und Belgien, doch in den 90er Jahren wagte Promod dann die weitere Expansion. 2014 hatte die Marke weltweit über 1000 Filialen in 52 Ländern. Dann kam die Insolvenz und 2016 wurde die Hälfte aller Filialen geschlossen. In Deutschland wurden alle Standorte geschlossen – die Firma bleibt aber in Frankreich noch bestehen.  © HJBC via imago-images.de
Gegen die Firma RENO aus Osnabrueck wurde beim Amtsgericht Hameln ein Insolvenzverfahren eroeffnet, betroffen sind der M
Für den Schuhhändler Reno ging es 2023 in die Insolvenz. Den Händler gibt es tatsächlich auch noch vereinzelt, aber im Zuge des Insolvenzverfahrens wurden die meisten Filialen geschlossen. Alle Standorte im Ausland wurden dichtgemacht und in Deutschland bleiben von den einst 150 Läden nur noch 26.  © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON
Die Hallhuber GmbH ist ein Bekleidungshaus in München, das 1977 gegründet wurde. Es verkauft Oberbekleidung für Frauen.
Dieses 1977 gegründete Unternehmen stand einst auch für Eleganz und Professionalität. Hallhuber war eine deutsche Qualitätsmarke. Doch mit den Jahren ist die Marke immer wieder in die Pleite gerutscht. 2020 hat es eine Insolvenz gegeben, die Firma wurde aber gerettet. Doch das währte nicht lange und 2023 musste ein neues Insolvenzverfahren gestartet werden. Es konnte kein Investor gefunden werden – und die Marke verschwand von der Bildfläche. Wie im Fall von Esprit wurden auch von Hallhuber die Namensrechte gekauft, sodass man Kleidung unter diesem Namen noch kaufen kann. Mit dem Ursprungsunternehmen hat dies aber nichts mehr zu tun.  © IMAGO/Manfred Segerer
P&C exisitiert noch in Deutschland.
Keine Sorge: Peek und Cloppenburg ist nicht verschwunden, die Firma hat ihre Insolvenz im Jahr 2023 erfolgreich abgeschlossen. Es wurden zwar Stellen abgebaut, doch das Kaufhaus existiert noch. Vielmehr steht P&C hier in dieser Reihe für eine Vielzahl an Unternehmen aus der Modebranche, die es erstmal geschafft haben. So wie SportScheck, Galeria, und Gerry Weber, die es ebenfalls jüngst geschafft haben. Die Modebranche befindet sich in ständigem Wandel – einst erfolgreich Unternehmen können von einem Tag auf den anderen verschwinden.  © IMAGO/imageBROKER/Wilfried Wirth

Ende September gab Weight Watchers bekannt, dass die Chefin Sima Sistani das Unternehmen verlassen wird. Ende November folgte Finanzchefin Heather Stark deren Beispiel. Auch die Ende Februar veröffentlichten Geschäftszahlen spiegeln den Absturz wider. Demnach sank der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 11,6 Prozent auf 785,9 Millionen US-Dollar. Der operative Verlust lag bei 236,2 Millionen Dollar nach einem operativen Gewinn von 22,3 Millionen Dollar im Jahr 2023.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich an der Börse. Die Weight Watchers-Aktie notiert derzeit bei nur noch rund 0,16 Euro (14. April) und gehört damit zur Kategorie der sogenannten Pennystocks. Im Juni 2018 erreichte die Aktie einen Höchststand von knapp 87 Euro.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/imago

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