- VonHanna Gersmannschließen
Für Bioabfall gelten von Mai an strengere Regeln. Die Müllabfuhr kontrolliert die Mülltonnen, also Vorsicht!
Plastik hat in der Biotonne nichts zu suchen. Nur: Es landet trotzdem darin, und zwar so oft, dass jetzt die Regeln verschärft werden. Die Müllabfuhr wird stärker kontrollieren, im Zweifel kann sie die Biotonne einfach stehen lassen. Ein Überblick.
Neue Regeln zur Mülltrennung: Plastik darf auf keinen Fall in den Müll
Lohnt sich beim Müll aufzuräumen?
Am Anfang steht die Frage: Wird der Müll am Ende nicht doch nur wieder zusammengeschmissen und verbrannt? Tim Hermann ist Experte für Bioabfall im Umweltbundesamt (UBA) und sagt: „Nein, Trennen lohnt sich.“ Die Müllabfuhr bringe den Biomüll in Kompostwerke, wo er zu Humus verrotte, oder zu einer Biogasanlage, wo er zunächst vergäre, sodass Biogas entstehe, aus dem Strom oder Wärme gewonnen würden. Und die Gärreste würden auch noch zu Kompost verarbeitet.
Wieso stört Plastik im Biomüll besonders?
„Aus Biomüll entstehen wertvolle Rohstoffe“, sagt Hermann. Der Humus wird genutzt, um Böden zu düngen. Nur: Werde Kunststoff mit den Essenresten oder sonstigem organischen Abfall in die Biotonne geworfen, könne er oft nicht richtig aussortiert werden. So landeten Plastikschnipsel mit dem Kompost auf Acker und Beeten.
Wie sauber soll es werden?
Von Mai an sind im Bioabfall, den die Müllabfuhren bei den Kompostierungs- oder Vergärungsanlagen abladen, maximal drei Prozent Fremdstoffe erlaubt. Wird das nicht eingehalten, können die Betreiber der Anlagen den Abfall zurückweisen. Neben Plastik zählen etwa Glas und Metalle zu den Fremdstoffen, also Kronkorken und Blechdosen. Oder: Zigarettenstummel, mineralisches Katzenstreu, Babywindeln.
Plastiksäcke dürfen nicht in den Bio-Müll – Gartenabfälle aber schon
Was ist nicht in Ordnung?
Hermann sagt: „Essensreste werden oft in den dünnen durchsichtigen Plastiktüten vom Gemüsestand oder der Obstabteilung im Supermarkt gesammelt, damit es nicht stinkt, und dann wird alles zusammen in die Biotonne geworfen.“ Diese Tüten gehörten in den gelben Sack, extra gekaufte Müllbeutel indes in die Restmülltonne. Letzteres gelte meist auch für jene aus biologisch abbaubarem Kunststoff. Denn der werde in vielen Kompostierungsanlagen nicht schnell genug zersetzt. Wer wolle, könne den Abfall einfach in Papiertüten sammeln oder in Zeitungspapier einwickeln, in kleinen Mengen schade beides im Biomüll nicht.
Wohin mit Zitronenschalen?
Die Grundregel sei einfach, sagt eine Sprecherin des Verbandes kommunaler Unternehmen, zu denen viele Müllentsorger zählen. „Alles, was nicht bio ist, gehört nicht in den Biomüll.“ Alle pflanzlichen Küchenabfälle dürften also hinein, darüber hinaus auch Gartenabfälle. Nur der Schnitt von Sträuchern oder die Äste von Bäumen seien zu einer kommunalen Annahmestelle zu bringen. Und was heißt das im Detail, etwa für die Zitronenschale? „Biotonne“, meint die Sprecherin, „auch wenn sie gewachst ist, das ist meist nur eine sehr dünne Schicht.“ Die Zahnbürste aus Bambus aber nicht: „Alles aus Bambus verrottet zu langsam, muss in den Restmüll, also die schwarze Tonne.“ Der Dreck aus dem Staubsaugerbeutel auch, in ihm stecken oft Kunststoffkrümel.
Wann bleiben Tonnen stehen?
Wird falsch sortiert, seien zwar Bußgelder denkbar, eher aber bekomme man zunächst eine gelbe Karte, meint Hermann. Heißt: Die Tonne wird zwar nochmal geleert, an sie wird aber ein Anhänger für eine Verwarnung gehängt. Bessere sich nichts, könne dann bei einer der nächsten Leerung eine rote Karte folgen, so der UBA-Experte. „Die Tonne bleibt samt Inhalt stehen und wird später als Restmüll abgeholt.“ Für die Extratour fielen Extrakosten an.
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