Rentenpolitik

Zwischen den Generationen: Wer profitiert noch von der Rente – und wer nicht?

Während die Generation der Babyboomer aktuell in die Rente eintritt und sich über eine vergleichsweise stabile Rente freuen darf, stellt sich für viele Jüngere die Frage: Wie sicher ist unsere Altersvorsorge?​

Das Rentenpaket II stabilisiert das Rentenniveau vor allem zugunsten der aktuellen Rentner und der rentennahen Jahrgänge. Für die Jüngsten soll das Altersvorsorgedepot der Union langfristig Entlastung bringen – doch die Generation dazwischen bleibt weitgehend außen vor.

Wer profitiert noch von der Rente – und wer nicht.

Die „verlorene Generation“ der Altersvorsorge?

Das ifo Institut hat in einer Analyse bereits deutlich gemacht: Die Festschreibung des Rentenniveaus auf 48 % führt zu einer Umverteilung von Einkommen von der erwerbsfähigen Generation zu den Rentnern. Personen im oder nahe dem Rentenalter profitieren, während jüngere Kohorten stärker belastet werden. 

Sie müssen höhere Beiträge leisten, ohne entsprechend höhere Rentenleistungen zu erhalten. Laut der ifo-Studie könnte insbesondere für Personen, die heute unter 40 Jahre alt sind, bedeuten, dass sie im Laufe ihres Erwerbslebens mehr in die Rentenkasse einzahlen, als sie später an Rentenleistungen zurückbekommen.

Das Umlageverfahren

Das deutsche Rentensystem basiert auf dem Umlageverfahren: Die Beiträge der aktuell Erwerbstätigen finanzieren die Renten der Ruheständler. Durch den demografischen Wandel – weniger Einzahlende, mehr Rentnerinnen und Rentner – gerät dieses System zunehmend unter Druck. Trotz milliardenschwerer Zuschüsse vom Staat wächst das Missverhältnis weiter.​

Rentenreform dringend nötig – aber für wen?

Die Politik steht unter Zugzwang. CDU-Chef Friedrich Merz hat bereits ein Modell vorgestellt, das jungen Menschen eine stabile Altersvorsorge ermöglichen soll. Im Wahlprogramm der Union für die Bundestagswahl 2025 ist die Rede von einem Altersvorsorgedepot, der sogenannten Frühstart-Rente.​

Die Idee: Für jedes Kind sollen von seinem sechsten bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein privat organisiertes Depot eingezahlt werden. Das ergibt einen Startbetrag von 1.560 Euro, der durch den Zinseszinseffekt über die Jahrzehnte anwachsen und von den Sparerinnen und Sparern privat weiter gefüttert werden kann.​

Mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 5 % ließe sich – so die CDU – bis zum Renteneintritt ein Vermögen von fast 380.000 Euro aufbauen, wenn man ab dem 18. Lebensjahr monatlich rund 137 Euro einzahlt. Die so erreichte Zusatzrente könnte laut Modell eine Netto-Auszahlung von 2.500 Euro monatlich ermöglichen – 20 Jahre lang.​

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista.de entstanden. Fortunalista engagiert sich für finanzielle Bildung und Unabhängigkeit – insbesondere für Frauen – und unterstützt sie mit Online-Workshops, Seminaren und Kursen auf ihrem Weg zu mehr finanzieller Selbstbestimmung.

Ein schöner Plan – doch was ist mit den 19- bis 41-Jährigen?

So vielversprechend das Modell für heutige Kinder ist – es geht an all jenen vorbei, die bereits im Berufsleben stehen oder gerade ins Erwerbsleben einsteigen. Sie profitieren weder von der Frühstart-Förderung noch von einem Rentensystem, dass ihre Beiträge später in ausreichendem Maß zurückzahlen kann.​

Diese „Zwischengeneration“ – zu jung, um noch vom aktuellen System zu profitieren, aber zu alt für die geplante Frühförderung – droht durch das Raster zu fallen. Wer heute 35 Jahre alt ist, kann sich auf keine üppige gesetzliche Rente verlassen. Die neuesten Entwicklungen zeigen: Private Vorsorge ist mittlerweile unerlässlich!

Rubriklistenbild: © Ute Grabowsky/IMAGO

Kommentare