VonSebastian Hölzleschließen
Die Münchner Dawonia, eine der größten Wohnungsgesellschaften Süddeutschlands, wird keine neuen Wohnungen mehr bauen. Das sagte der Chef des Unternehmens dem Münchner Merkur.
München – Das Münchner Wohnungsunternehmen Dawonia wird bis auf Weiteres keine neuen Wohnungen mehr bauen. „Wir haben in Bayern noch rund 40 Baustellen für 1000 neue Wohnungen. Diese Baustellen werden noch beendet, aber dann kommt nichts mehr nach“, sagte der Chef des Unternehmens, Claus Lehner, dem Münchner Merkur (Freitagsausgabe). In zwei bayerischen Städten habe Dawonia geplante Neubauprojekte sogar auf Eis legen müssen. Um welche Städte es sich dabei handelt, sagte Lehner nicht.
Dawonia: Auch zu starke Regulierung führte zu Neubau-Stopp
Der Dawonia-Chef begründete den Stopp von Neubauten mit höheren Zinsen und gestiegenen Baukosten sowie einer aus seiner Sicht zu starken Regulierung der Branche. „In den vergangenen Jahrzehnten hat die Regulierung massiv zugenommen. Während die Zinsen niedrig und die Baukosten gering waren, fiel die Überregulierung kaum auf.“ Um kostendeckend vermieten zu können, müsste man bei den aktuellen Rahmenbedingungen in Neubauten in München Mieten von 26 bis 28 Euro je Quadratmeter verlangen – im Jahr 2009 habe diese kostendeckende Miete noch zwischen zwölf und 14 Euro gelegen.
Von der Bundesregierung forderte Lehner ein fünfjähriges Regulierungsmoratorium. „Das heißt, wir haben einen Zeitraum von fünf Jahren, in dem es keine neuen Bauauflagen gibt und der Staat auch nicht ins Mietrecht eingreift. Die Kräfte des Marktes müssen sich wieder freier entfalten können.“ Der Staat habe geglaubt, mit immer mehr Regulierung alles hinbiegen zu können. „Aber wird sehen jetzt, dass das nicht geht. Wir werden zu Tode reguliert“, sagte der Dawonia-Chef.
Dawonia-Chef: „Die Idee eines ,Wohnungsbau-Wumms‘ finde ich nicht schlecht“
Lehner schränkte aber ein, dass er nicht dafür sei, alles einem völlig unregulierten Markt zu überlassen. „Im sozialen Wohnungsbau brauchen wir Förderung, hier geht es nicht ohne. Wir hatten einmal zwei Millionen Sozialwohnungen in Deutschland, jetzt sind es nur noch eine Million. Die Idee eines ,Wohnungsbau-Wumms‘ von 100 Milliarden Euro finde ich daher im Grundsatz nicht schlecht.“
Die 2019 aus der GBW Gruppe hervorgegangene Dawonia verwaltet eigenen Angaben zufolge 27.000 Wohnungen und zählt damit zu den größten Wohnungsgesellschaften in Süddeutschland.
