VonMarcel Reichschließen
Die Rentenerhöhungen halten mit der Inflation nicht Schritt. Immer mehr Rentner in Deutschland geraten in finanzielle Not.
Frankfurt – Immer mehr Rentner in Deutschland spüren den Druck steigender Kosten, da die Rentenerhöhungen kaum mit der Inflation Schritt halten. Eine wachsende Gefahr von Armut unter den über 65-Jährigen wird vom Statistischen Bundesamt verzeichnet.
So berechnet sich der Vergleich der Renten
Doch wie sieht die finanzielle Situation der deutschen Rentner im Durchschnitt aus? Hierzu liefert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln aufschlussreiche Daten.
Die Untersuchung der Wirtschaftsexperten offenbart, dass das mittlere Einkommen von alleinstehenden Rentnern monatlich bei 1945 Euro liegt. Ein alleinstehender Rentner, der über dieses monatliche Haushaltseinkommen verfügt, zählt bereits zur finanziell besser gestellten Hälfte dieser Bevölkerungsgruppe. Um jedoch zu den obersten zehn Prozent zu zählen, muss ein monatliches Haushaltseinkommen von mindestens 3500 Euro vorhanden sein.
Zum Vergleich: Ende 2021 belief sich die durchschnittliche Rente für langjährig Versicherte in Deutschland auf 1370 Euro. Das IW berücksichtigt bei der Ermittlung des Haushaltseinkommens allerdings nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch Einkünfte aus Miete und anderen Quellen. Bei selbstgenutztem Eigentum wird zudem der monatliche Nettomietwert hinzugerechnet.
Was ist das Medianeinkommen?
Das Medianeinkommen (auch mittleres Einkommen) ist das Einkommen, das alle Einkommensbezieher in zwei gleich große Gruppen teilt: Die eine Hälfte hat höhere Einkommen, die andere niedrigere. Das Medianeinkommen ist verglichen mit dem Durchschnittseinkommen robuster gegenüber statistischen Ausreißern (stark vom Durchschnitt abweichende Werte).
Definition: IW Köln
Rentner, die über ein monatliches Haushaltseinkommen von 1800 Euro verfügen, zählen bereits zur finanziell weniger gut gestellten Hälfte ihrer Gruppe. Das Risiko, in Armut zu geraten, liegt bei 16 Prozent. Bei Vollzeitbeschäftigten beträgt diese Quote lediglich sechs Prozent.
Im Vergleich der verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind Alleinerziehende am stärksten von Armut bedroht. Ihre Armutsrisikoquote liegt bei 37 Prozent und das mittlere Einkommen bei lediglich 1565 Euro. Personen mit einem Hochschulabschluss hingegen verfügen im Vergleich der verschiedenen Bevölkerungsgruppen über das höchste mittlere Einkommen von 2808 Euro.
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