Einspeiser könnten an Netzkosten beteiligt werden

Zukunft der Photovoltaik: Warum der Solarstrom-Boom wackelt

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Solarenergie überholt erstmals Braunkohle in Deutschland. Doch um die Klimaziele zu erreichen, ist weiteres Wachstum unerlässlich.

München – Nach einer Prognose des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) wird in Deutschland im Jahr 2025 erstmals mehr Strom aus Sonne als aus Braunkohle erzeugt. Im Jahr 2024 lag die Braunkohle mit einer Stromerzeugung von 72,8 Terawattstunden (TWh) noch knapp vor der Solarenergie mit 72,6 TWh.

Solarstromerzeugung boomt: Es werden immer mehr Photovoltaikanlagen installiert

Mit diesen Zahlen liegt der BSW nahe an den aktuellen Auswertungen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) beim Umweltbundesamt (UBA). Danach stieg die Solarstromerzeugung im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf insgesamt 74,1 TWh.

Der Sonnenstromverband BSW Solar erwartet in diesem Jahr weiteres rasantes Wachstum bei kleinen Balkonsolaranlagen.

Windenergieanlagen lieferten 138,9 TWh Ökostrom, was einem leichten Rückgang von zwei Prozent entspricht. Hinzu kommen Wasserkraft (22,2 TWh, plus zwölf Prozent), Biomasse (48,6 TWh, minus zwei Prozent) und Geothermie (0,2 TWh). Insgesamt wurden 2024 284 TWh Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, drei Prozent mehr als 2023. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch stieg damit von 52,9 auf 54,4 Prozent.

Grund dafür ist laut UBA der starke Ausbau der Photovoltaik (PV) in den Jahren 2023 und 2024. Insgesamt stieg die Leistung des PV-Anlagenbestands in den vergangenen zwölf Monaten um rund 20 Prozent, die installierte Gesamtleistung erreichte Ende 2024 99,8 Gigawatt (GW).

Solarstromerzeugung boomt: Vor allem Balkonkraftwerke sind gefragt

Auch der BSW verzeichnet ein beachtliches Wachstum. Im Jahr 2024 installierte die Solarbranche hierzulande nach Verbandsangaben mit 17,5 GW 14 Prozent mehr Photovoltaik-Leistung als 2023. Unter Berücksichtigung der Zahlen der Bundesnetzagentur geht der Verband davon aus, dass in Deutschland derzeit Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von rund 105 GW in Betrieb sind.

Rund 38 Prozent der Gesamtleistung entfallen auf das Segment Privathaushalte, rund 29 Prozent auf das Segment Gewerbedächer, 32 Prozent auf Freiflächenanlagen und knapp ein Prozent auf Steckersolargeräte, die so genannten Balkonkraftwerke.

Für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Zubau in etwa der gleichen Größenordnung wie 2024. Verantwortlich dafür sind die Balkonkraftwerke, für die eine Verdoppelung der Nachfrage erwartet wird. Bei der Errichtung von ebenerdigen Solarparks und Solarstromanlagen auf Firmendächern wird zumindest ein leichtes Wachstum erwartet. Die PV-Nachfrage im Eigenheimsegment soll sich auf hohem Niveau stabilisieren.

Solarstromerzeugung boomt: Ausbau könnte sich verlangsamen

Im Jahr 2030 sollen nach den Plänen der Bundesregierung in Deutschland 215 GW Solarstromleistung in Betrieb sein. Das bedeutet, dass jedes Jahr mindestens 20 GW hinzukommen müssten. Doch ob das gelingt, ist offen.

So ist die Bundesregierung der Forderung der Netzbetreiber nachgekommen, Solarstromerzeugern in Zeiten negativer Börsenstrompreise keine Vergütung mehr zu zahlen. Damit soll verhindert werden, dass an sonnigen Tagen und bei geringem Verbrauch ein Überschuss an Solarstrom die Netze destabilisiert.

Abseits vom Standard: Diese Wärmepumpen-Marken kennen Sie noch nicht

Eine Wärmepumpe der Firma Aira steht vor einem Haus.
Sie gehört zu den neueren Unternehmen in Deutschland: Die Firma Aira wurde erst 2022 in Schweden gegründet. Seitdem ist sie aber auf Expansionskurs und baut ihre Wärmepumpen in Deutschland, Italien und Großbritannien ein. Die Firma verkauft Luft-Wasser-Wärmepumpen, die in Polen hergestellt werden. Auf Trustpilot bekommt die Marke Aira 4,2 von 5 Sternen.  © Aira
Eine Wärmepumpe von Stiebel Eltron steht vor einem Wohngebäude.
Stiebel Eltron gehört eigentlich zu den großen Marken in Deutschland – wird aber oft in der Öffentlichkeit vergessen. Die Firma hat dabei 2024 hohen Besuch empfangen: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Firma auf seiner Sommerreise besucht. Die Luft-Wasser-Wärmpumpen von Stiebel Eltron können nicht nur in Wohngebäude installiert werden, sondern stellt auch größere Wärmepumpen, die im Gewerbe dienen können. Die Firma stellt sowohl Monoblöcke als auch Splitgeräte her. Bei Stiftung Warentest ist Stiebel Eltron mit eines ihrer Geräte als Testsieger hervorgegangen.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe der Firma Brötje vor einem Mehrfamilienhaus.
Die Firma Brötje stellt schon seit über 100 Jahren Heizungen her – und seit einiger Zeit hat sie auch Wärmepumpen im Repertoire. Die Firma mit niederländischem Hauptsitz hat für den deutschen Markt sieben verschiedene Wärmepumpen im Angebot, darunter Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Trinkwasser-Wärmepumpen. Hier im Foto: Die Luft-Wasser-Wärmpumpe NEO, die mit einer höheren Leistung auch für Mehrfamilienhäuser geeignet ist.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe von LG mit Katze.
Nein, LG stellt nicht nur Fernseher her: Die südkoreanische Marke ist in zahlreichen Märkten aktiv - eben auch bei Wärmepumpen. LG profitiert dabei von ihrer Expertise in schwülwarmen asiatischen Ländern, die einen hohen Bedarf an Klimaanlagen haben. Eine Wärmepumpe funktioniert sehr ähnlich. Fünf verschiedene Produkte gibt es von LG in Deutschland zu kaufen, ganz neu ist auch ein Produkt mit natürlichem Kältemittel.  © IMAGO
Panasonic stellt eine ihrer Wärmepumpen auf einer Messe aus.
Bleiben wir bei den asiatischen Herstellern: Auch Panasonic tummelt sich längst im Wärmepumpenmarkt. Auch der japanische Hersteller profitiert von einer Expertise bei Klimaanlagen, und bringt Wärmepumpen nach Deutschland. Stiftung Warentest hat 2024 für die Panasonic-Modelle einen Preistipp gegeben, da sie zu den günstigsten Modellen mit einem Qualitätssiegel „gut“ gehören.  © IMAGO/Michael Bihlmayer
Eine Wärmepumpe von Alpha Innotec vor einem Neubau.
Hinter den Wärmepumpen der Marke Alpha Innotec steckt die ait Deutschland GmbH mit Sitz in Oberfranken. Der deutsche Anbieter stellt ausschließlich Wärmepumpen her und wirbt damit, dass ihre Wärmepumpen schon seit über zehn Jahren natürliche Kältemittel nutzen und daher besonders nachhaltig seien. ait stellt sowohl Luft-Wasser- als auch Sole-Wasser-Wärmepumpen her – und zwar in Deutschland am Standort Kasendorf.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Die Wärmepumpe der Marke Zewotherm steht vor einem Haus.
Die Firma Zewotherm ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen aus Remang am Rhein, das sich auf klimafreundliches Heizen und Kühlen spezialisiert hat. Die Firma stellt Wärmepumpen her, aber auch Flächenheizungen, Lüftungssysteme und Photovoltaik-Anlagen. Zewotherm bietet mittlerweile als Allrounder auch Stromtarife an, mit denen man seine Wärmepumpe günstig betreiben kann. Zwei Modelle hat Zewotherm aktuell auf dem Markt: Der Lambda sowie der Eco. Auf dem Foto ist der Lambda zu sehen.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Eine Wärmepumpe der Marke Tecalor steht auf einer Messe aus.
Die Firma Tecalor aus Niedersachsen punktet mit einem breiten Angebot an verschiedenen Wärmepumpen. Neben den typischen Außenblöcken wie hier auf dem Foto gibt es auch Geräte, die im Innenraum stehen sowie solche, die nebenbei auch noch die Luft filtern können. Auch Großwärmepumpen für Mehrfamilienhäuser hat Tecalor im Angebot. Online gibt es auch ein Ersatzteilshop, für all jene, die diese Sicherheit dazu noch haben wollen.  © IMAGO/Alexander Pohl
Eine Wärmepumpe von Buderus vor einem Haus.
Die Marke Buderus kennen viele Menschen wohl zumindest vom Sehen: Die Wärmepumpen gehören zu den markantesten auf dem Feld. 2024 waren die Wärmepumpen auch Testsieger von Stiftung Warentest. Buderus war einst ein Familienunternehmen, wurde aber 2003 von Bosch übernommen. Neben Wärmepumpen stellt die Wetzlarer Firma auch Solaranlagen her. © IMAGO
Eine Wärmepumpe von SenerTec zusammen mit Vertriebsleiter Hagen Fuhl.
Ein weiteres deutsches Unternehmen macht die Liste komplett: SenerTec aus Schweinfurt stellt nicht nur Wärmepumpen her, sondern kombiniert sie mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Diese eignen sich insbesondere für Mehrfamilienhäuser und größere Immobilien. Die Kombination kann außerdem noch mit einer PV-Anlage ausgefertigt werden.  © SenerTec

Bundesnetzagentur: Solaranlagenbesitzer könnten künftig mehr Netzkosten tragen

Ein Vorhaben der Bundesnetzagentur könnte sich auch auf den Ausbau der Solarenergie auswirken. In einem am Montag (12. Mai) veröffentlichten Diskussionspapier zur Bildung der Stromnetzentgelte werden mögliche Anpassungsoptionen vorgestellt.

Dazu gehört die Verbreiterung der Finanzierungsbasis durch eine Beteiligung der Einspeiser an den Netzkosten. Hintergrund ist, dass laut Bundesnetzagentur der Ausbau der erneuerbaren Energien ein wesentlicher Kostentreiber im Netz ist. Gleichzeitig zahlen Einspeiser in Deutschland keine Netzentgelte, diese werden allein von den Endverbrauchern im Netz getragen.

Die Bundesnetzagentur kann sich auch vorstellen, dass die Netzentgelte nicht mehr nach Stromverbrauch abgerechnet werden. „Ein zusätzlicher pauschaler Grundpreis könnte die Kosten sachgerechter reflektieren“, heißt es in dem Papier. Hintergrund ist, dass Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach, vor allem in Verbindung mit Batteriespeichern, ihren Besitzern eine weitgehende Selbstversorgung mit Strom ermöglichen. Weil sie weniger Strom aus dem Netz beziehen, zahlen sie weniger Netzentgelte. Für den Fall, dass der selbst erzeugte Strom nicht ausreicht, muss das Netz jedoch weiterhin bereitgehalten werden.

Bundesnetzagentur: Netzentgelte könnten sich nicht mehr am Verbrauch orientieren

Die Netzagentur will auch über dynamische Netzentgelte diskutieren. Diese sollen sich an der aktuellen Auslastung des Netzes orientieren. Beispielsweise könnten die Netzentgelte steigen, wenn an sonnigen Tagen mehr Strom aus PV-Anlagen produziert wird, die Netze aber bereits stark ausgelastet sind. Dies könnte Solaranlagenbesitzer dazu veranlassen, Strom zu speichern und erst dann ins Netz einzuspeisen, wenn die Netzlast geringer ist. Diese Lösung bedürfe jedoch „zahlreicher technischer Voraussetzungen wie einer nahezu vollständigen Digitalisierung von Netz und Netznutzern“, schränkt die Bundesnetzagentur ein.

Die Bundesnetzagentur betont, die verschiedenen Optionen „ergebnisoffen und in einem stetigen und engen Austausch“ mit allen Beteiligten diskutieren zu wollen. Stellungnahmen zu dem Papier können bis zum 30. Juni 2025 abgegeben werden.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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